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Hilmar Hoffmann gestorben

Der Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist gestorben

Hilmar Hoffmann ist tot. Der Kulturpolitiker und langjährige Frankfurter Kulturdezernent starb am vergangenen Freitag. Er wurde 92 Jahre alt. Das teilten Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Kulturdezernentin Ina Hartwig mit. Sein Tod sei ein unersetzlicher Verlust für Frankfurt und die deutsche Kulturlandschaft. „Hilmar Hoffmann stand mir als Kulturpolitiker und Freund stets mit Rat und Tat zur Seite. Mit seiner Expertise und seinem kreativen Schaffenswillen hat er sich über alle Parteigrenzen hinweg Anerkennung erarbeitet. Hilmar Hoffmann ist nicht nur der geistige Vater des Museumsufers, sondern zählt auch zu den Gründervätern unserer modernen und weltoffenen Stadt. Wir werden sein geistiges und materielles Erbe sorgsam pflegen und unser Handeln stets an seiner Forderung nach ‚Kultur für alle!‘ ausrichten“, fügte Feldmann an.

Zur Welt kam Hilmar Hoffmann am 25. August 1925 in Bremen. Nach Kriegsgefangenschaft und -ende studierte er Regie an der Folkwang Hochschule in Essen und arbeitete zunächst als Regieassistent an den Bühnen der Stadt. Schon 1951 übernahm er in Oberhausen die Leitung der Volkshochschule und wurde der jüngste Direktor Deutschlands auf diesem Posten. In Oberhausen verdiente sich Hoffmann mit der Gründung der „Westdeutschen Kulturfilmtage“ im Jahr 1954, den späteren „Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen“, auch seine ersten überregionalen Meriten. Von 1965 bis 1970 war er dann Sozial- und Kulturdezernent der Stadt. Schon in Oberhausen wollte er die Kultur für alle öffnen und neue Schichten mit neuen Programmen begeistern.

1970 wurde der SPD-Politiker dann zum Kulturdezernenten der Stadt Frankfurt berufen. Dieses Amt übte Hilmar Hoffmann zwanzig Jahre lang aus und prägte das kulturelle Leben Main-Metropole nachhaltig. So gilt er als Initiator des Frankfurter Museumsufer; 15 Museumseröffnungen gehen auf sein Konto. Damit habe er eine über die Mainmetropole hinausstrahlende Marke geschaffen, was auf ewig mit seinem Namen verbunden bleiben werde, so Ina Hartwig. Mit seiner Forderung nach einer breiten kulturellen Teilhabe initiierte Hoffmann zudem Stadtteilbibliotheken, Musikschulen und soziokulturelle Zentren, förderte die freie Szene und gründete Off-Spielstätten. Auch nach dem Regierungswechsel 1986 hin zu CDU blieb der Sozialdemokrat im Amt. Insgesamt war Hoffmann unter fünf Frankfurter Oberbürgermeistern tätig.

Im Ruhestand engagiert sich Hilmar Hoffmann weiter und war von 1992 bis 2001 Präsident des Goethe-Instituts. Darüber hinaus lehrte er Filmtheorie und Kulturpolitik an den Universitäten von Bochum und Frankfurt, als Honorarprofessor in Marburg sowie als Gastprofessor in Jerusalem und Tel Aviv. Zudem war er Kuratoriumsmitglied der „Stiftung Lesen“ in Mainz, leitete das Institut fünf Jahre lang und äußerte sich kritisch zur deutschen Rechtschreibreform. Für seine Verdienste wurde Hoffmann mit Ehrungen überhäuft. So erhielt er unter anderem 1970 den Ehrenring der Stadt Oberhausen, 1976 das Filmband in Gold, die Verdienstorden der Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen, 2002 das Große Bundesverdienstkreuz, 2003 die Wilhelm-Leuschner-Medaille, 2012 den Hessischen Kulturpreis und war Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres oder Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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