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250. Todestag von Johann Joachim Winckelmann

Anton von Maron, Bildnis Johann Joachim Winckelmann, 1768

Am 8. Juni 1768 starb Johann Joachim Winckelmann bei Triest durch einen gewalttätigen Angriff und damit eine der prägendsten Gestalten in der Kunstwelt. Gilt er doch als Mitbegründer der Archäologie und der Kunstgeschichte und bereitete dem Klassizismus den Weg. Der Gelehrte stammte aus Sachsen-Anhalt, wo er am 9. Dezember 1717 in Stendal in ärmlichen Verhältnissen geboren wurde. Es waren sein Lerneifer und seine Freude an den alten Sprachen, die ihm den Besuch des Gymnasiums ermöglichten. Nach einem abgebrochenen Theologie- und Medizinstudiums arbeitete Winckelmann als Lehrkraft. Parallel widmete er sich im Selbststudium der Philosophie und Philologie. Die entscheidende Wende kam 1748 mit seiner Anstellung in der bedeutenden Bibliothek von Heinrich Graf von Bünau auf Schloss Nöthnitz bei Dresden. Winckelmann besuchte die dortige Gemäldegalerie und vertiefte sich in die Antikensammlung. Der junge Gelehrte konnte Alberico Archinto, den päpstlichen Nuntius in Sachsen, von sich überzeugen, der ihm eine Stelle als Bibliothekar in Rom anbot. Damit verbunden war die Konvertierung zum Katholizismus.

1755 kam Johann Joachim Winckelmann nach Rom und bereiste in den Folgejahren Italien, darunter auch Neapel und Pompeji. Aufgrund seiner Leistungen in der Bearbeitung der Gemmensammlung des Barons Philipp von Stosch in Florenz wurde Winckelmann 1759 in die „Accademia Etrusca“ aufgenommen. Entscheidende Errungenschaften des Forschers, den unter anderem Johann Wolfgang von Goethe bewunderte und ihn als „neuen Kolumbus“ bezeichnete, war die Idee der Beschreibung des sich verändernden Stil der Epochen und ihre Abfolge, die er als Wachstum, Blüte, Veränderung und Verfall der Kunst definierte. Seine international einflussreichen Schriften „Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst“ von 1750 und sein 1764 publiziertes Hauptwerk „Geschichte der Kunst des Altertums“ verfasste Winckelmann gezielt auf Deutsch und nicht im Gelehrtenlatein, um eine möglichst große Leserschaft ansprechen zu können. Die höchste Aufgabe der Kunst sei es, die Schönheit darzustellen. Er stellte den opulenten und verspielten Strömungen des Barock und Rokoko die Formel der „edlen Einfalt und stillen Größe“ entgegen, die er in der Kunst der Antike realisiert sah. Seine Ideen brachten den Klassizismus hervor und wurden insbesondere durch Goethe und die Weimarer Klassik weiter getragen.

Johann Joachim Winckelmann erreichte den Höhepunkt seiner Karriere und Anerkennung 1763, als er durch Papst Clemens XIII. zum ersten deutschen Präsidenten der Altertümer in und um Rom ernannt wurde. Damit wurde er der ranghöchste Archäologe in der Ewigen Stadt. Fünf Jahre später erstach der vorbestrafte Koch Francesco Arcangeli aus Habgier den Gelehrten. Nach der Tat wurde Arcangeli rasch gefasst und zum Tod verurteilt. Bis heute halten die Spekulationen für Motive des Mordes an. So nennt die Winckelmann-Gesellschaft auch die Vermutungen, die Jesuiten wollten den Freigeist beseitigen oder Winckelmann habe sich in seiner homosexuellen Veranlagung mit Arcangeli eingelassen. Bestattet wurde er im Gemeinschaftsgrab in Triest, geriet zunächst in Vergessenheit und wurde erst 50 Jahre später mit einem monumentalen Marmorsarkophag geehrt.

Zum Todestag wollte die Winckelmann-Gesellschaft die Renovierung ihres Museums in Stendal beendet haben. Für Ende Mai war die Wiedereröffnung geplant. Doch daraus ist nichts geworden. Grund sind baubedingte Verzögerungen der Renovierungsmaßnahmen, die keine neue Terminangabe erlauben. Angepeilt ist jetzt September. Dafür hat jetzt Triest ein Winckelmann-Museum. So hat der Stadtrat beschlossen, dem Archäologischen Museum auf San Giusto den Namen „Museo d’Antichità J.J. Winckelmann“ zu geben. Der feierliche Akt der Umbenennung findet heute zum Todestag statt.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Anton von Maron, Bildnis Johann Joachim Winckelmann, 1768
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