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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Versteigerung der Sammlung Ziffer erfreute bei Neumeister in München Liebhaber und Sammler. Locker sitzende Geldbeutel sorgten für einige Überraschungen

Der Sinn des Lebens



Franz Anton Bustelli, Kammerzofe mit Hündchen, um 1755

Franz Anton Bustelli, Kammerzofe mit Hündchen, um 1755

Im vergangenen Herbst starb der 1957 in München geborene Kunsthistoriker Alfred Ziffer. Er war der Experte für die deutschen Porzellanmanufakturen und ihre Produkte und seit 1998 als Berater für Nymphenburg in München tätig. Außerdem betreute Ziffer als Kurator die Nymphenburger Porzellansammlung der Familie Bäuml, die im Marstallmuseum von Schloss Nymphenburg ausgestellt ist. Über Jahrzehnte erforschte er die Produkte der Münchner Manufaktur und teilte seine Ergebnisse in zahlreichen Publikationen mit der Öffentlichkeit. Auch privat hatte Ziffer sein Herz an das „weiße Gold“ verloren und gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Bernd-Michael Andressen eine beachtliche Sammlung kunsthandwerklicher Objekte zusammengetragen. Diese wurde am 18. Mai bei Neumeister in München mit herausragenden Ergebnissen versteigert.


Die Auktion war eine Herzensangelegenheit für die Hinterbliebenen und auch für die Mitarbeiter des Auktionshauses, die Alfred Ziffer als Experten und wichtigen Berater kannten und schätzten. Ziffers spürbare Sammelleidenschaft übertrug sich jetzt auf die Kunden und ließ den einen oder anderen Geldbeutel noch etwas lockerer sitzen; denn viele Stücke kamen für deutlich mehr als die teils günstig angesetzten Schätzpreise unter den Hammer. Das Interesse des Publikums kulminierte bei Franz Anton Bustelli. Etwa zehn Jahre lang war der gebürtige Schweizer Bildhauer als Modelleur in der Manufaktur Nymphenburg tätig. Eine seiner etwa 150 dort geschaffenen Figuren, die galante „Kammerzofe mit Hündchen“ und Muff um 1755, übertraf in München alle Erwartungen. Taxiert auf 2.000 bis 2.400 Euro, brachte sie es auf einen stolzen Zuschlag von 62.000 Euro und ging für brutto 78.740 Euro an einen deutschen Sammler. Insgesamt nahmen die Kunden knapp 80 Prozent der 234 Positionen mit.

Bei der älteren Porzellanware aus dem 18. Jahrhundert überzeugten daneben vor allem filigrane Dekors und festliche Blumenmotive. Ziffers Sammlung wies diesbezüglich einige ansprechende Einzelstücke auf, beispielsweise eine Kompottschale mit passiger Wandung und blau-goldenem Randdekor. Bemalt wurde sie zwischen 1760 und 1765 wahrscheinlich von Joseph Zächenberger mit einem losen Blumenbukett, Marienkäfern und einem Schmetterling, was zu einer Steigerung auf 5.500 Euro führte (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Nur 600 bis 800 Euro sollte ein unvollständiger Rechaud aus der selben Zeit mit kleinen Beschädigungen wert sein. Dass das jedoch dem Liebhaber egal sein kann, belegt sein Schlussgebot von 1.600 Euro. Formen des Empire greift um 1800 ein mit Genreszenen in Schwarz bemaltes sechsteiliges Solitär auf, dessen Wert von 400 Euro auf 4.500 Euro kletterte. Auch bei einem etwas jüngeren vierteiligen Ensemble mit Mokkakanne, Sahnekännchen, Tasse und Untertasse, für dessen Blumenmalerei auf Goldgrund wohl Johann Reis verantwortlich zeichnet, ließen die Käufer mit 5.000 Euro nicht locker (Taxe 1.000 bis 1.400 EUR). In biedermeierlicher Schlichtheit gestaltete Max Joseph Auer um 1826 auf einer Miniatur ein Mädchenbildnis, für das es letztlich 2.400 Euro gab (Taxe 600 bis 800 EUR).

Bei den Nymphenburger Produkten aus 20. Jahrhundert waren verschiedene Vasen gefragt, etwa eine Deckelvase mit wimmelnden Schmetterlingen über Rasenstreifen von Rudolf Diewock nach einem Entwurf von Rudolf Sieck, die sich auf 3.400 Euro verbesserte (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Diewock bemalte zudem eine Vase mit einem asiatisch inspirierten Dekor in zartem Rosa nach einer Idee von Joseph Wackerle, die letztlich 2.400 Euro kostete (Taxe 1.800 bis 2.300 EUR). Motive aus der Natur blieben auch bei jüngeren Nymphenburger Produkten aktuell. Aus den 1960er Jahren stammte die Bodenvase mit einem Pirol, Schmetterlingen und Faltern von Robert Raab für 2.600 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Bei der Tischware überzeugten etwa Adelbert Niemeyers schlichtes, aber elegantes 42teilige Service „Goldenes Goldwürfelband“ ab 1905 zu 5.200 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR), die 16 Teile des als rosafarbene Blüten gestalteten Teeservice „Kugel“ von Max Rossbach zu 1.300 Euro (Taxe 800 bis 900 EUR) oder die sechs Teller aus einem Fischservice wohl von Edmond Grodecœur nach 1912 zu 2.500 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Wolfgang von Wersin zählte zu den Lieblingen von Alfred Ziffer. Kein Wunder, hatte Ziffer seine Dissertation doch über den 1882 geborenen Architekten und Designer verfasst. Für die Nymphenburger Manufaktur plante Wersin mehrere Tafelserviceformen, etwa das in Weiß, Gold und Korallenrot gehaltene Modell „Lotos“. Ein 33teiliges Set kam bei Neumeister für 5.700 Euro unter den Hammer (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR). Auf 5.500 Euro brachte es seine Bodenvase mit gerippter Wandung und goldenen Streifen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Ziffer erwarb auch Designs, die Wersin nicht für Nymphenburg entwickelt hatte. 1924 entstanden nach seinem Entwurf bei der Tiroler Glashütte Kramsach eine Vase und eine Schale mit einem Dekor aus weißen und roten Bändern, die nun für 850 Euro weggingen (Taxe 200 bis 300 EUR). Ein Paar Vasen mit breiten respektive schmalen eingeschmolzenen weißen und violetten Bändern, ebenfalls in Kramsach im Auftrag der Deutsche Werkstätten AG hergestellt, spielte überraschende 3.500 Euro ein (Taxe 500 bis 600 EUR). Möbel von Wersin gab es ebenfalls. Ein knallroter Servierwagen im Set mit einer Garderobenleiste erzielte 1.100 Euro (Taxe 350 bis 400 EUR). Ein weiteres Highlight aus dem Bereich Kunsthandwerk war der zweiflammige Kerzenleuchter mit seinen symmetrisch geschweiften und verschnörkelten Armen. Das von Bruno Paul in Bronze gestaltete und 1921 von den Vereinigten Zoo-Werkstätten in Berlin gefertigte Stück wechselte für beachtliche 10.000 Euro den Besitzer (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



11.06.2018

Quelle/Autor:Kunstmark.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


18.05.2018, Sammlung Dr. Alfred Ziffer. Europäisches Kunsthandwerk 18. bis 20. Jahrhundert

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Porzellan total: Sammlung Ziffer bei Neumeister

Kunstwerk:

Max
 Joseph Auer, Mädchenbildnis, um 1826
Max Joseph Auer, Mädchenbildnis, um 1826

Kunstwerk:

wohl Edmond Grodecœur, Sechs Teller aus einem Fischservice, nach 1912
wohl Edmond Grodecœur, Sechs Teller aus einem Fischservice, nach 1912

Kunstwerk:

Rudolf
 Sieck, Deckelvase, ab 1910
Rudolf Sieck, Deckelvase, ab 1910

Kunstwerk:

Wolfgang von Wersin, Speiseservice „Lotos“, ab 1936/37
Wolfgang von Wersin, Speiseservice „Lotos“, ab 1936/37

Kunstwerk:

Wolfgang von Wersin, Zwei Vasen, 1924
Wolfgang von Wersin, Zwei Vasen, 1924

Kunstwerk:

Bruno Paul,
 Kerzenleuchter, 1921
Bruno Paul, Kerzenleuchter, 1921







Robert Raab, Bodenvase, um 1960

Robert Raab, Bodenvase, um 1960

Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Zuschlag: 2.600,- EURO

Losnummer: 143

Adelbert Niemeyer, Service „Goldenes Würfelband“, ab 1905

Adelbert Niemeyer, Service „Goldenes Würfelband“, ab 1905

Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

Losnummer: 61

 Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Wolfgang von Wersin, Speiseservice „Lotos“, ab 1936/37

Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Wolfgang von Wersin, Speiseservice „Lotos“, ab 1936/37

Taxe: 1.200 - 1.600 EURO

Zuschlag: 5.700,- EURO

Losnummer: 152

Max Rossbach, Teeservice „Kugel“, um 1916

Max Rossbach, Teeservice „Kugel“, um 1916

Taxe: 800 - 900 EURO

Zuschlag: 1.300,- EURO

Losnummer: 55

 Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Wolfgang von Wersin, Bodenvase

Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Wolfgang von Wersin, Bodenvase

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 154

Bruno Paul, Kerzenleuchter, 1921

Bruno Paul, Kerzenleuchter, 1921

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 205

wohl Edmond Grodecœur, Sechs Teller aus einem Fischservice, nach 1912

wohl Edmond Grodecœur, Sechs Teller aus einem Fischservice, nach 1912

Taxe: 800 - 1.000 EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 60

Wolfgang von Wersin, Zwei Vasen, 1924

Wolfgang von Wersin, Zwei Vasen, 1924

Taxe: 500 - 600 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 161

Max Joseph Auer, Mädchenbildnis, um 1826

Max Joseph Auer, Mädchenbildnis, um 1826

Taxe: 600 - 800 EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 43

Rudolf Diewock, Rudolf Sieck, Deckelvase, ab 1910

Rudolf Diewock, Rudolf Sieck, Deckelvase, ab 1910

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 91

 Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Mokkakanne, Sahnekännchen, Tasse und Untertasse, Nymphenburg, 1. Viertel 19. Jahrhundert

Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Mokkakanne, Sahnekännchen, Tasse und Untertasse, Nymphenburg, 1. Viertel 19. Jahrhundert

Taxe: 1.000 - 1.400 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 24

 Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Kompottschale, Nymphenburg, um 1760/65

Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Kompottschale, Nymphenburg, um 1760/65

Taxe: 1.800 - 2.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 4




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