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Drei Stipendiaten für Fürstenberg Zeitgenössisch

Juan Antonio Olivares, Vanessa Safavi und Zin Taylor erhalten das Stipendium „Fürstenberg Zeitgenössisch“ 2018

Das diesjährige Stipendium „Fürstenberg Zeitgenössisch“ geht an Juan Antonio Olivares, Vanessa Safavi und Zin Taylor. In den Sommermonaten dürfen sich die drei jungen Künstler auf eine finanzielle Förderung sowie Wohn- und Arbeitsräume auf Schloss Heiligenberg am Bodensee freuen. Der in New York lebende Olivares, 1988 in Bayamón in Puerto Rico geboren, konnte die Jury mit seiner Schwarz-Weiß-Animation „Moléculas“ überzeugen. Ein Teddybär ist die Hauptperson des zehnminütigen tragisch-grotesken Films von 2017. Er berichtet von seinen ersten Erinnerungen, seinem Verhältnis zur Mutter, ihrem Verlust und dem großen Zyklus von Leben und Tod, bevor er sich in der letzten Einstellung explosionsartig in seine Einzelteile auflöst. Die Bildeinstellungen wechseln im fortlaufenden Fluss der Tonspur zwischen sorgsam konstruierten Blicken auf den Bären in einem Therapeutenzimmer, seinen abstrakten Erinnerungsbildern, einem Eindringen in seine Eingeweide und Draufsichten auf größere bis kosmische Konstellationen. Olivares, der bereits im Whitney Museum in New York und in der Galerie Jan Mot in Brüssel zu sehen war, präsentiere ein spannungsvolles Verhältnis zwischen empathischer Identifikation und digitaler Konstruktion, schmerzhafter Nähe und Distanz, das sich von der Selbstverständlichkeit des Alltäglichen abhebe, so das Preiskuratorium.

Die 1980 in Lausanne geborene Vanessa Safavi lenkte die Aufmerksamkeit der Jury mit ihren Skulpturen und Installationen auf sich, die von alltäglichen Gegenständen inspiriert sind. Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Körper und Geist, mit unbewussten Formen von Begierden und Sehnsüchten und einem befriedigenden Behagen. Wie ein Textil oder eine Haut schmiegt sich Silikon beispielsweise an exotische Muscheln an oder ragt aus diesen in Faltungen heraus. Hinzu kommen Haltevorrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs. „Auch hier ist der menschliche Körper abstrakt präsent ebenso wie das Versprechen von Sicherheit in einer sozial fragilen Konstellation. Das Reisen im kleinen wie größeren Maßstab spielt kontinuierlich eine große Rolle in Safavis Arbeiten, in denen sie Zuschreibungen und Projektionen subtil und poetisch hinterfragt“, so die Jury. Die Schweizerin erhielt 2007 das Diplôme d’arts visuels an der école cantonale d’art von Lausanne. Ihre Arbeiten waren beispielsweise in der Kunsthalle Basel und im De Hallen Museum Haarlem zu sehen. Ferner ist sie Trägerin des Preises Luci d’Artista und des Illy Prize.

Zin Taylor, Jahrgang 1978, nutzt vorwiegend schwarze Punkte und Linien für seine Mobiles und cartoonhaften Wandzeichnungen. Der aus Calgary stammende Künstler belebt seine Landschaften oder Interieurs zudem noch mit Duft, Sprache und Ton. Die Skulpturen und Mobiles bleiben abstrakt. Die von Taylor gestalteten Räume vermitteln weniger eine eindeutige Erzählung, als dass sie sich zu „nebligen“ Geschichten zusammenfügen. Sie sind eher eine gestische Annäherungen an Gedanken, Erinnerungen und Situationen. Zin Tylor studierte am Alberta College of Art and Design und an der University of Guelph in Kanada. Er erhielt mehrere Preise, darunter den Steamwhistle Contemporary Art Award und den Canada Council Artist Travel Grant. Seine Werke waren unter anderem im 21er Haus in Wien und dem Contemporary Art Museum im US-amerikanischen St. Louis zu sehen.

„Fürstenberg Zeitgenössisch“ wurde 2011 von Christian und Jeannette, Erbprinz und Erbprinzessin zu Fürstenberg, gegründet und hat sich unter anderem die Förderung junger Künstler zum Ziel gesetzt. Jährlich werden drei Arbeitsstipendien an internationale Künstler vergeben, die ein Kuratorium im Dialog mit dem Erbprinzenpaar auswählt. Zu den Stipendiaten gehörten bislang Keren Cytter, Gareth Moore, das Duo João Maria Gusmão und Pedro Paiva, Dorota Jurczak sowie im vergangenen Jahr Trisha Baga, Kasper Bosmans und Catharine Czudej.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Juan Antonio Olivares, Vanessa Safavi und Zin Taylor erhalten das Stipendium „Fürstenberg Zeitgenössisch“ 2018
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Variabilder:

Juan Antonio Olivares, Moléculas, 2017
Juan Antonio Olivares, Moléculas, 2017

Variabilder:

Vanessa Safavi, Installationsansicht „The Cook and the Smoke Detector“, 2017
Vanessa Safavi, Installationsansicht „The Cook and the Smoke Detector“, 2017

Variabilder:

Zin Taylor, Creative Writing, 2017
Zin Taylor, Creative Writing, 2017

Künstler:

Juan Antonio Olivares

Künstler:

Vanessa Safavi

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Zin Taylor








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