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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Klassiker waren innerhalb der Druckgrafik bei Bassenge eine sichere Bank. Doch auch Düsteres, Skurriles und Seltenes, wovon die Sonderauktion „Memento Mori“ reichlich bot, konnte in seinen Bann ziehen

Der Charme des Schauerhaften



Louis-Jean Desprez, Tombeau à la Mort débout, 1779/84

Louis-Jean Desprez, Tombeau à la Mort débout, 1779/84

In den „Tombeau“-Grafiken von Louis-Jean Desprez hat der Tod wenig Erschreckendes an sich. Die düsteren Grabkammern des Franzosen verbreiten eher einen wohligen Schauder und einen mystischen Charme. Diesen erzeugt Desprez in „Tombeau à la Mort débout“ durch eine Personifikation des Todes, die frontal vor einem Sarkophag steht und eine Feuerschale hält. Deren Rauch zieht symmetrisch nach rechts und links, ihre Flammen erhellen die Kammer und sorgen für ein theatrales Licht-Schatten-Spiel. Einen solchen Effekt nutzt Desprez genauso in „Tombeau avec cariatides“. Über einer offen aufgebahrten Leiche, die durch die starke räumliche Verkürzung jedoch kaum zu sehen ist, hängt ein Leuchter. Sein Schein erhellt einzelne Körperpartien von oben und die Seiten der Katakombe. An der Wand schlägt sich in Dreiecksform das Dunkel bis zum Boden nieder. In „Tombeau avec sphinx“ ist der Sarg von vier titelgebenden Sphingen gestützt und ruht in einem überwölbten Raum. Auffallend ist dessen geöffnetes Fußende, wodurch der Betrachter einen Blick in die letzte Ruhestätte erhaschen kann, ohne dass pietätlos zu viel gezeigt werden würde.


Louis-Jean Desprez fertigte seine Grabkammern als Aquatintaradierungen zwischen 1779 und 1784. Sie fanden Inspiration in seiner vorangehenden Reise in die süditalienischen Stadt Benevento, wo er unter anderem die dortige Gruft zeichnete. Bassenge hatte diese drei Radierungen nun für je 7.500 Euro im Angebot. Ihre dramatische Ästhetik und große Seltenheit sorgte allerdings dafür, dass diese Preise schnell überschritten waren. Das Bietergefecht endete bei jedem einzelnen Blatt erst bei 36.000 Euro. Mit der „Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts“ konnte das Berliner Auktionshaus am 30. Mai bei 72,5 Prozent verkauften Losen einen Nettoumsatz von 1,17 Millionen Euro erzielen. Die Sonderversteigerung „Memento Mori“ am darauf folgenden Tag, die neben Grafik auch Malerei, Skulptur und Objekte offerierte, erreichte 205.000 Euro und eine Quote von rund 66 Prozent. Dort war zusätzlich eine Desprez zugeschriebene monochrome Feder- und Pinselarbeit zu haben. „Tombeau à la Mort asisse“, ein Grabmonument mit thronendem Tod als Sphinx und Weltenherrscher vor dem Sarkophag, war ebenfalls auf 7.500 Euro taxiert. Die Zeichnung punktete trotz ihrer nicht eindeutig gesicherten Autorschaft mit 12.000 Euro.

Dürer als Erfolgsgarant

Albrecht Dürer erwies sich wieder einmal als Verkaufsschlager. Fast alle seiner 29 Werke gingen weg, und gleich drei bildeten die teuersten Stücke der Druckgrafik-Versteigerung. An der Spitze steht die „Melancholie (Melencolia I)“ von 1514. Bis heute gilt der Kupferstich inhaltlich als rätselhaft, was schon die Masse an kunsthistorischen Interpretationsansätzen, Besprechungen und Kommentaren veranschaulicht. Die Melancholie selbst sitzt zusammengesunken und den Kopf auf die Hand gestützt in der rechten Bildhälfte. Umgeben ist sie von allerlei symbolträchtigem Beiwerk. Die Bekanntheit aber genauso das Geheimnisvolle der Arbeit im zweiten Zustand mit der Richtigstellung der Ziffer 9 auf der magischen Tafel ließen die Experten schon einen hohen Schätzwert von 120.000 Euro annehmen, der um 40.000 Euro von einem amerikanischen Käufer überboten wurde. Taxkonform blieben die vier „Apokalyptischen Reiter“, die Dürer in der Zeit zwischen 1496 und 1498 entwarf. Den Holzschnitt aus der „Apokalypse“ nach der Offenbarung des Johannes, hier aus der lateinischen Ausgabe von 1511, zeichnet seine kompositorische Dynamik und technische Finesse aus. Dementsprechend war er mit 45.000 Euro zu bezahlen. Die allegorische „Eifersucht“ aus der Zeit um 1498, die Dürer als wild entschlossene Frau mit einem Holzknüppel, gerichtet gegen ein Liebespaar, zentral in der Szene setzt, blieb aber schon an 40.000 Euro hängen (Taxe 45.000 EUR).

Günstiger, aber nicht weniger prominent ist Dürers „Ritter, Tod und Teufel“ von 1513. Ein gut erhaltener Abzug sollte 8.000 Euro einbringen. Der Edelmann im Zentrum, weit entfernt von der menschlichen Zivilisation in Form einer Stadt im Hintergrund, wird darauf von den titelgebenden Gefahren belauert. 16.000 Euro war einem Bieter der virtuose Kupferstich wert. Wer davon einen museumsreifen Frühdruck, der sich beispielsweise durch das Fehlen der Schramme am Hinterbein des Pferdes auszeichnet, sein Eigen nennen wollte, musste tiefer in die Tasche greifen. Das seltene Exemplar, das Teil der Auktion „Memento Mori“ war, konnte 85.000 Euro auf sich vereinigen (Taxe 60.000 EUR). In gleicher Technik führte Dürer den „Heiligen Hubertus“ oder „Eustachius“ in dem Moment der Legende aus, als diesem die Hirschkuh mit Kruzifix im Geweih erscheint und ihn bekehrt. Das Blatt aus der Zeit um 1501 gilt als einer der größten Kupferstiche im Œuvre des Künstlers und stieg 10.000 Euro über die veranschlagten 12.000 Euro.

Unter den Deutschen überzeugte allerdings nicht nur Dürer. Noch vor dessen Hochphase war Martin Schongauer tätig. Auf seiner detailreichen „Geburt Christi“ um 1470/75 kniet die Jungfrau in anbetender Haltung neben dem Christuskind, hinter ihr hält Josef ein Licht. Die Szene für letztlich 8.500 Euro spielt sich in einem Architekturgehäuse ab, das dem Verfall ausgesetzt ist und die bescheidenen Umstände betont (Taxe 6.000 EUR). Leonhard Beck bemühte sich für die „Heilige Amalberga“ von 1516/19 in der gröberen Technik des Holzschnitts um eine besondere Feinheit der Ausführung, was sich unter anderem im reich modellierten Kleid der von Visionen beseelten Nonne spiegelt. 4.400 Euro war ein Interessent bereit, für den Frühdruck auszugeben (Taxe 3.200 EUR). Weichere malerische Übergänge sind im Punktstich möglich, bei dem mit einer Stahlspitze und einem Hämmerchen Pünktchen in die Platte geschlagen werden. Dieses aufwendige Verfahren gibt dem „Ungleichen Paar“ von 1640, das bisher keinem deutschen Meister zugeordnet werden kann, seine starke Plastizität, die es auf 6.500 Euro brachte (Taxe 1.800 EUR). Eine beliebte jüngere Position war die von Erwin und Otto Speckter nach einer Zeichnung von Philipp Otto Runge gestaltete Lithografie „Der Morgen“ von 1825. Das romantische Werk mit der Personifikation im Zentrum, sowohl in der Landschaft als auch im figürlichen Rahmen umgeben von Amoretten, kam auf 13.000 Euro (Taxe 4.500 EUR).

Die Niederlande und Italien

Gerrit Pietersz Sweelinks druckgrafisches Œuvre ist knapp bemessen und hat eher privaten Übungscharakter, denn größere Auflagen sind nicht bekannt. Das macht „Die Ruhe auf der Flucht“ zu einer Seltenheit. Die manieristische Radierung von 1593 präsentiert Maria und Josef aneinander gelehnt, während die Mutter ihren Sohn stillt. Ihre ausladenden Gewänder, ein zum Schutz aufgehängtes welliges Tuch und die knorrigen Äste des Schatten spendenden Baumes tragen zur Ausdrucksstärke des Blattes bei, das 40.000 Euro einspielte (Taxe 45.000 EUR). Sweelinks hochformatige „Caritas mit Fides und Spes auf Wolken“ weist in qualitativ einfacherer Art ebenso die typisch knollige Figurengestaltung und zittrig dynamische Linienführung des Künstlers auf, verblieb aber 1.000 Euro unter ihrer Schätzung von 6.000 Euro. Sweelink war in den 1580er Jahren Schüler des bekannteren Cornelis Cornelisz van Haarlem. Nach dessen personenreicher Ölskizze zum „Zweikampf des Odysseus und Irus“ schuf Jan Harmensz Muller 1589 eine Reproduktion, deren Licht-Dunkel-Differenzierung besticht. Dies würdigten die Kunden von Bassenge mit 4.600 Euro statt der geforderten 1.200 Euro. „Mariae Verkündigung“ von Marten de Vos verbreitete um 1579 Hendrick Goltzius in einem Kupferstich. Aus dem geöffnetem Himmel bricht Gabriel mit einem Engelskonzert in die Stube zu Maria ein, die von ihm während der Andacht von ihrer Schwangerschaft mit dem Sohn Gottes erfährt. Liebhaber lieferten sich einen Wettstreit, bis der Hammer bei 6.000 Euro fiel (Taxe 2.400 EUR).

Eine Blüte erlebte die niederländische Kunstproduktion im 17. Jahrhundert, dem so genannten „Goldenen Zeitalter“. Die reiche kreative Tradition einzelner Regionen unterstütze diese Entwicklung. Zwölf Ansichten von Haarlem und ihrer Umgebung verlegte Claes Jansz Visscher d.J. Heute haben sich davon nur noch wenige vollständige Folgen mit Titelseite erhalten, weshalb 11.000 Euro im Rahmen des Möglichen waren (Taxe 3.000 EUR). Die künstlerische Qualität jener Jahre verrät Jan de Bisschops biblische Historie „Josef verteilt das Korn in Ägypten“ von 1640, die ihr Vorbild Bartholomeus Breenbergh in der meisterhaften Ausführung noch übertraf. Die figurenreiche Szene ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und in eine monumentale Stadt- und Naturansicht gestellt, was 6.000 Euro einbrachte (Taxe 3.500 EUR). Ein beliebtes, aber für Rembrandt eher untypisches Motiv ist die ein Jahr später entstandene „Windmühle“ vor einer flachen Landschaft. Ein zeitgenössischer Abzug sollte 24.000 Euro kosten, stieg aber 4.000 Euro höher. Der kleinformatige „Bärtige Greis“ von 1631, ein charakterstarker Studienkopf des Klassikers samt gegenseitiger Kopie eines anonymen Stechers, schaffte sogar einen Sprung von 3.500 Euro auf 10.000 Euro. Die drei Jahre jüngere Historie „Joseph und Potiphars Weib“, in symbolisch lesbares Dunkel auf der Seite der Verführerin und Hell beim Widerstehenden getaucht, kam schnell auf 9.500 Euro (Taxe 3.500 EUR).

Viele niederländische Kreative suchten mit Italien eine Wiege der Kunst auf und sorgten somit für einen befruchtenden Kulturaustausch. Vor Ort war die Besichtigung von Originalen großer Meister genauso möglich, wie das lange Zeit hoch angesehene Studium der Antike. Giovanni Battista Pittonis „Ruinenlandschaft mit den Statuen des Kastor und Pollux“ von 1561 illustriert diese Tradition, indem die Radierung für 2.600 Euro die Dioskuren mit ihren Rossen gestikulierend vor dem Denkmal zeigt (Taxe 1.800 EUR). Fantasievoll und verwunschen ist seine „Kleine Insel mit antiken Ruinen“ aus ähnlicher Zeit, die es auf 4.600 Euro brachte (Taxe 1.200 EUR). Einige Jahre früher setzte Lorenzo Penni eine Gruppe von fünf Putti in eine Landschaft. Bassenge konnte nur ein weiteres Exemplar dieses rätselhaften Kupferstichs im British Museum nachweisen, was großes Interesse auf sich zog und zu einem Endergebnis von 11.000 Euro führte (Taxe 7.500 EUR). Eine Überraschung gab es zudem bei dem Holzschnitt „Himmelfahrt Mariä“, der dem Umkreis von Giuseppe Scolari zugerechnet wird. Die ausgewogene Komposition, eine feine Technik und auch die Seltenheit des unbeschriebenen Blatts sorgten für einen Bieterwettkampf, der erst bei 12.000 Euro endete (Taxe 1.800 EUR). Genauso schossen die „Habits des Nobles (Zwei elegante Herren in Mänteln auf einem Platz stehend)“ des Klassizisten Giovanni David von 1775 in die Höhe. Während Experten von 750 Euro für das stimmungsvolle Blatt mit den edel gekleideten Männern vor klassischer Architektur ausgingen, verlangte dieses letztlich gute 8.500 Euro.

Beliebte Besonderheiten

Etwas älter sind da Giorgio Fossatis und Francesco Fontebassos acht Kaminentwürfe aus der Zeit um 1740. Während Ersterer für die Rahmungen der Feuerstätten verantwortlich war, hauchte Fontebasso diesen Leben ein, indem er Amoretten ergänzte, die am Feuer spielen oder dieses schüren. Das Konvolut fand für 5.000 Euro einen neuen Besitzer (Taxe 2.800 EUR). Häufig wurden Künstler beauftragt, an der Innengestaltung von Bauten mitzuwirken. Ein solches Großprojekt des 16. Jahrhunderts war der Bau des Schlosses Fontainebleau unter Franz I. von Frankreich. Dorthin zog es unter anderem den Italiener Rosso Fiorentino nach der Zerstörung Roms 1527. Eine seiner zurückgelassenen unvollständigen Zeichnungen, den dramatischen „Raub der Sabinerinnen“, stach Jacopo Caraglio und heimste dafür 6.500 Euro ein (Taxe 2.400 EUR). Antonio Fantuzzi, der Antonio da Trento gerufen wurde, war neben der Assistenz an der Ausschmückung des Schlosses wohl zusätzlich in einer eigenen Grafikwerkstatt tätig. Dort schuf er gegen Ende der 1540er Jahre den „Großmut des Scipio“ nach Giulio Romano. Besonders tritt die Detailverliebtheit der Darstellung hervor, die ein Gebot von 10.000 Euro legitimierte (Taxe 4.500 EUR).

Kritisch ist Michele Lucchesis Blick auf die Gesellschaft seiner Tage. „L’Asinaria“ von 1564 stellt Esel vor antiken Ruinen dar, die sich gegenseitig beißen und auf Instrumenten der bildenden Künste, Wissenschaften und Musik trampeln. Ein Mann rechts streichelt eines der Tiere. Deuten lässt sich der Kupferstich als Allegorie auf die menschliche Torheit. 6.000 Euro waren dafür zu gering geschätzt, die Gebote stoppten erst bei 14.000 Euro. Eine Skurrilität waren die etwas jüngeren „Entwürfe für Anhänger II: Bullarum Inaurium etc. Archetypi Artificiosi“ von Jan Collaert d.Ä., die sein Sohn Adriaen Collaert 1582 stach. Mischfiguren und kleine mythologische Gestalten zieren die Vorarbeiten für die Schmuckstücke, die 10.000 Euro einbrachten (Taxe 8.500 EUR). Ebenfalls mit Fabelwesen, Grotesken und allerlei kunstvoller Renaissance-Erfindung agiert der Nürnberger Christoph Jamnitzer auf mehreren Blättern, die alle ihre Käufer fanden, an erster Stelle zwei Radierungen mit Zweikämpfen von Tierwesen von 1610 bei 3.200 Euro (Taxe 2.400 EUR).

Ein untypisches Format haben Ramón Bayeus „Attribute der Jungfrau“, die auf eine Ölskizze seines Bruders Francisco zurückgehen. Sie diente für ein Fresko des königlichen Palastes in Aranjuez, was die ungewöhnliche Abmessung erklärt. In eine schmale Dreiecksform sind in der klassizistischen Radierung für 6.000 Euro ein Engel und Putti komponiert, die allerlei symbolische Gegenstände tragen (Taxe 1.800 EUR). Das politisch motivierte Kupferstichduo „The Invasion: France and England“ von William Hogarth kann als kritisches Zeitzeugnis gelten und lässt den spitzen karikierenden Humor des Engländers nicht vermissen. Die sich laut aufregenden, aber doch oft lächerlich erscheinenden Gestalten kletterten von 900 Euro auf 2.400 Euro. Höher bewertet war mit 6.000 Euro Hogarths bekannte Sittenschilderung „A Rake’s Progress“, nach der Igor Strawinsky 1951 seine gleichnamige Oper schrieb. Doch die achteilige Folge von 1735 kam nicht über 4.500 Euro hinaus.

Memento Mori

In einem eigenen Katalog hatte Bassenge eine private Sammlung vorgestellt, die sich unter der Titel „Memento Mori“ auf Bilder des Todes konzentrierte. Wie nah der Mensch dem Sterben ist, führt anschaulich das preiswerte französische Vexierbild „L’Amour de Pierrot“ aus der Zeit um 1900 vor. Die Köpfe einer leicht gekleideten Dame und des Pierrot bilden die Augen eines Schädels, ihr Tisch mit Gläsern seinen Unterkiefer mit Zähnen. Die doppelt lesbare Künstlerpostkarte ging für 440 Euro weg (Taxe 150 EUR). Der Totenkopf mit zwei gekreuzten Gebeinen als Symbol für die Vergänglichkeit hat eine lange Tradition, wie zwei spanische Kacheln des späten 15. Jahrhunderts beweisen. In einem Nonnenkloster zierten die blau-weiß bemalten Keramiken die Gräber. 2.600 Euro war für die beiden Stücke zu zahlen (Taxe 1.800 EUR). „Den Bösen bin ich Schrecken, den Gerechten ersehnter Gewinn. Jene schicke ich in die Qualen, diese in den Himmel“, steht auf einem Spruchband, das ein Skelett im von Pietro Paolo Palumbo zum Ende des 16. Jahrhunderts in Rom verlegten Kupferstich trägt. Der Sensenmann fungiert hier als Schiedsrichter am Ende eines tugend- oder lasterhaften Lebens. Der Gestalter ist heute unbekannt, wahrscheinlich aber nordeuropäisch. Hier spendierten die Sammler 4.200 Euro (Taxe 2.400 EUR).

Taxkonform bei 3.000 Euro blieb eine französische Stickarbeit von 1711 mit einem „Memento mori“-Motiv. Beim Meditieren im Kloster sollten derartige Objekte an die Vergänglichkeit erinnern. Dass sich solches Gedankengut in alle Bereiche des Lebens erstreckte, macht ein englischer Spazierstock aus dem 18. Jahrhundert mit einem von einer Hand gehaltenem, silbernem Totenkopf als Knauf. 2.000 Euro stieg das skurrile Accessoire über seine Erwartung von 800 Euro. Stimmungsvoll ist das „Grabmonument in der Dämmerung in den pontinischen Sümpfen“, das Enrique Serra im späten 19. Jahrhundert in Öl malte. Die Spiegelungen des Wassers und der dunkle Wald im Hintergrund entfalten für 3.200 Euro eine düster romantische Atmosphäre (Taxe 2.400 EUR). Erst jüngst malte Jean Labourdette einen umgedrehten Schädel über einem Knochenkreuz auf schwarzen Grund in ein ovales Feld. Das einzige Lebenszeichen ist eine kleine Flamme über dem „Upside down Skull“ von 2016, der 5.500 Euro verzeichnete (Taxe 4.500 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Gerda Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: art@bassenge.com



20.06.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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