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Walter Ophey in Neuss

Walter Ophey, Rheinlandschaft, um 1925

Das Clemens-Sels-Museum in Neuss nimmt mit seiner neuen Ausstellung „Walter Ophey. Kalligrafische Landschaften“ einen wichtigen Vertreter des Rheinischen Expressionismus in den Blick. Der 1882 in Eupen nahe Lüttich geborene Künstler begann sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie mit 18 Jahren. 1909 gründete er unter anderem mit Wilhelm Schmurr und Max Clarenbach den „Sonderbund Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler“. Einen wichtigen Einfluss für die in der Kabinettausstellung präsentierten Werke bildet Opheys vierwöchiger Paris-Aufenthalt 1911. Er besuchte den Louvre und den Herbstsalon, in dem unter anderem Werke von Heinrich Nauen zu sehen waren. Hinzu kam die verstärkte Japan-Begeisterung, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts europäische Künstler ergriff. Im Mai 1912 eröffnete die vierte Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes, die neben Arbeiten der Künstlergruppe auch Werke der europäischen Moderne ausstellte, etwa von Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Pablo Picasso oder Paul Signac.

Die „dekorative“ und vereinfachte Bildauffassung in japanischen Farbholzschnitten begeisterte Walter Ophey. Die Auseinandersetzung mit dieser japanischen Kunstform führte ihn zu einem individuellen und ausdrucksstarken Zeichenstil. Laut Mitteilung des Museums erschien dem Maler die farbige bewegte Linie auf einer hellen Oberfläche als die radikalste Form eines spannungsreichen Verhältnisses von Figur und Grund. Eine Ökonomie der farbigen Linien charakterisiert seine „Rheinlandschaft“ von 1925. Die zurückhaltende Formschilderung sowie die Tendenz, dem Grund einen eigenen Wirkraum zu geben, erinnern zwar an die asiatischen Holzdrucke, sind hier jedoch durch Ophey in eine eigene luftige Bildsprache übersetzt. Den Landschaften und Veduten aus farbigen und meist lavierten Kreidelinien widmete sich Walter Ophey seit 1912. Eine über die Jahre sich weiter entwickelnde Vereinfachung und bewegte Leichtigkeit charakterisieren die Blätter. 1930 starb der Künstler in Düsseldorf aufgrund seiner sich seit drei Jahren verschlechternden Gesundheit mit asthmatischen Anfällen und Herzbeschwerden.

Die Ausstellung „Walter Ophey. Kalligrafische Landschaften“ läuft bis zum 7. Oktober. Das Clemens-Sels-Museum hat dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr und jeden letzten Donnerstag im Monat bis 20 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt am 26. und 28. August geschlossen. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Clemens-Sels-Museum Neuss
Am Obertor
D-41460 Neuss

Telefon: +49 (0)2131 – 90 41 41
Telefax: +49 (0)2131 – 90 24 72


04.07.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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