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Erneuter Freispruch für Guy Wildenstein

Ein Pariser Berufungsgericht hat am vergangenen Freitag den amerikanisch-französischen Kunsthändler Guy Wildenstein erneut vom Vorwurf des Steuerbetrugs freigesprochen. Das Gericht entschied, dass rechtliche Ansprüche in Bezug auf eine Erbschaft im Jahr 2002 verjährt seien und im Falle eines weiteren Erbes aus dem Jahr 2008 zu den erhobenen Vorwürfen weder eine rechtliche Grundlage noch genügend Beweise vorliegen würden. Im Herbst letzten Jahres war der bekannte Kunsthändler gemeinsam mit weiteren Verwandten, Vermögensverwaltern und Anwälten in Paris erstmals angeklagt worden. Er soll nach dem Tod seines Vaters Daniel Wildenstein 2001 und ebenso nach dem seines Bruders Alec im Jahr 2008 mehrere hundert Millionen Euro an unterschiedlichen Vermögenswerten nicht deklariert und versteuert haben.

Die französische Staatsanwaltschaft forderte deshalb für Guy Wildenstein vier Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe über die Rekordsumme von 250 Millionen Euro. In einem parallelen laufenden, seit 2012 anhängigen Steuerberichtigungsverfahren forderte außerdem das Finanzamt weitere 550 Millionen Euro Erbschaftssteuer nach. Im Januar 2017 kam es zu einem ersten Freispruch, jedoch nicht weil alle Zweifel widerlegt werden konnten, sondern weil bereits damals der Richter keine ausreichende rechtliche Grundlage für eine Verurteilung feststellen konnte.

Nach dem Tod ihres Vaters hatten Guy und Alec Wildenstein die Höhe ihrer Erbschaft mit 40 Millionen Euro beziffert. Die dafür fälligen Steuern in Höhe von 17,7 Millionen Euro leisteten sie in Form einer Schenkung ab: Eine Gruppe von zwei Reliefs und fünf Medaillons, die der französische Künstler Pierre Julien im Auftrag der Königin Marie Antoinette für die Molkerei der Königin auf Schloss Rambouillet gefertigt hatte, gingen 2003 aus dem Besitz der Wildensteins an das Musée du Louvre. Französische Finanzbehörden vermuten jedoch nach wie vor, dass sich das ererbte Vermögen in Milliardenhöhe bewegt.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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