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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit Kunst des 19. Jahrhunderts zum Erfolg: Ketterer in München überzeugte die Kunden mit seinem Angebot vom Biedermeier bis zum Jugendstil

Die neue Welt der Eisenbahn



Hermann Pleuer, Stuttgarter Westbahnhof in der Abenddämmerung, 1899

Hermann Pleuer, Stuttgarter Westbahnhof in der Abenddämmerung, 1899

Stuttgart im Jahr 1899. Der neu errichtete Westbahnhof an der Gäubahn liegt in der Abenddämmerung. Einige Passanten befinden sich auf Bahnsteig, darunter ein Liebespaar und ein Buchhändler. Hinter ihnen fährt der Zug ein. Die Lokomotive mit ihren hell leuchtenden Laternen stößt einige Rauchschwaden aus. Ein seltsam kaltes Licht liegt über allem. Wieder einmal beschäftigte sich der 1863 in Schwäbisch Gmünd geborene Hermann Pleuer mit seinem bevorzugten Motivrepertoire: Der Eisenbahn, ihrem technischen Fortschritt, der Entdeckung der Geschwindigkeit und der dynamischen Entwicklung in den Städten. Dabei konnte der Stuttgarter Impressionist auf ein großes Vorbild blicken. Denn schon gut zwanzig Jahre zuvor hatte Claude Monet seine bekannten Ansichten vom „Gare Saint-Lazare“ gemalt. Auch Pleuer bot das neuartige Sujet der Bahnhofswelt die Möglichkeit zu wechselnden Farb- und Lichteffekten, hervorgerufen durch die fahrenden Züge, die ungestümen Dampf- und Rauchwolken und die Menschen. Seine bisher unbekannte Variante des mehrmals wiederholten Stuttgarter Westbahnhofs stand nun bei Ketterer zum Verkauf und war begehrt. Ein hartnäckiger norddeutscher Sammler behielt bei 45.000 Euro zum Neunfachen der Schätzung die Oberhand und verhalf dem Gemälde seit seinem letzten Auftritt 1997 bei Nagel für 48.000 Mark zum neuen Auktionsrekord.


Mit seiner Versteigerung der Kunst des 19. Jahrhunderts vom 18. Mai zeigte sich das Münchner Auktionshaus sehr zufrieden. Zwar betonte Robert Ketterer, dass es schwer gewesen sei, hochwertige Werke zu attraktiven Preisen zu akquirieren. Denn die Verkäufer hielten sich im Frühjahr sehr zurück. Dafür hätten sich die Käufer umso aktiver verhalten. Das bestätigt die hohe losbezogene Zuschlagsquote inklusive Nachverkauf von knapp 80 Prozent und der Bruttoumsatz von gut 775.000 Euro für 72 verkaufte Arbeiten. Dennoch gab es auch einige Wermutstropfen, der höchste galt Albrecht Adam und seinem gedankenvollen Historiengemälde „Napoleon vor dem brennenden Smolensk“. Das Ölgemälde von 1836, das im Juli 2011 bei Neumeister noch 145.000 Euro aufgestellt hatte, wollte jetzt bei 100.000 bis 120.000 Euro niemand haben. Mehr Glück hatte sein ein Jahr jüngerer Bruder Heinrich Adam, dessen biedermeierlicher Blick vom Nordwesten über Esslingen mit seinen beiden gotischen Kirchtürmen auf 4.400 Euro kam (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

So nahm Gusti, die nackt und selbstbewusst auf einem grün bezogenen Louis-Philippe-Sofa sitzt, den ersten Platz in der Ergebnisliste der Auktion ein. Ein süddeutscher Sammler konnte das Aktgemälde von Leo Putz aus dem Jahr 1908 schon bei 52.500 Euro übernehmen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Andere Damen hatte da mehr Fortune, so gleich zu Beginn Auguste Amalia, Prinzessin von Bayern und Herzogin von Leuchtenberg, die Josef Karl Stieler um 1825 im klassischen Dreiviertelprofil mit aufwendiger Goldhaube, Perlenschmuck und einem dunkelblauen perlenbesetzten Samtgewand verewigte, bei 24.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder die ebenfalls anmutige Caroline Krafft in weißem Seidenkleid, die Stielers Neffe Friedrich Dürck 1835 portraitierte, für 15.000 Euro am oberen Schätzrand. Auch Stielers Ölstudie zu dem Gemälde „Die Geschwister der Kaiserin Elisabeth von Österreich“ aus dem Jahr 1854 ließ die Kundschaft mit 4.400 Euro nicht links liegen (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR).

Auf der Habenseite platzierten sich zudem einige Landschaften aus Bayern, darunter Adolf Liers weiter Blick über den Starnberger See von Pöcking aus mit kleiner Familie beim Sonntagsspaziergang von 1856/63 bei 24.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Josef Wengleins Panorama vom Simssee mit Hirte und Schafherde an einem klaren Vorfrühlingstag wohl um 1880 bei 10.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Hoch in die Berge und hinaus ging es mit Heinrich Bürkels um Genreelemente angereicherte „Rast vor einem Gasthof“ zur Mitte des 19. Jahrhunderts für 18.000 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Edward Theodore Comptons einsame Weite der Berchtesgadener Alpen mit „Hohem Göll vom Watzmann-Hocheck“ aus dem Jahr 1919 wurde mit 24.000 Euro an der oberen Taxgrenze entlohnt, während die Sammler den Wechsel der Gebote bei Anton Braiths „Kälbern und Schafen im Hochgebirge“ schon bei den unteren anvisierten 5.000 Euro beendeten. Die sommerliche „Schafschur“ von Stefano Bruzzi, die eben vier Mädchen auf der Weide durchführen, wanderte für gute 31.000 Euro in die Heimat des Norditalieners zurück (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Italienischer Charme sprach auch aus Anselm Feuerbachs Studienkopf eines Römers mit dunklem Lockenschopf und Kinnbart um 1857/58, der bei 19.000 Euro gefragt war (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die italienische Landschaft tat sich hingegen diesmal etwas schwer. So erreichten Valentin Ruths’ „Ziegelhütten im Sabinergebirge“ von 1867 und Oswald Achenbachs „Abendstimmung in den Albaner Bergen“ um 1890 mit jeweils 6.000 Euro oder Carl Wuttkes sonnenbeschienene „Prozession auf Capri“ von 1893 mit 3.000 Euro ihre untere Erwartung nicht. Carl Maria Nicolaus Hummels „Aussicht vom Col de Sorba bei Vivario mit Pinien“ auf Korsika von 1871 spielte wenigstens die niedrige Schätzgrenze von 6.000 Euro ein. Taxgerecht waren zudem die 13.000 Euro für Franz von Defreggers „Kleine Reisigsammlerinnen“ von 1872 und die 28.000 Euro, die englischer Handel für Willem Koekkoeks holländische Stadtvedute im Sommer um 1880 bewilligte.

Bei Friedrich Kallmorgen war der Zuspruch geteilt. Während sein „Sommernachmittag“ von 1893 mit zwei jungen Mädchen aus dem holländischen Dörfchen Rijsrood beim Wasserschöpfen auf 10.000 Euro nachgab (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), verbesserte sich seine eher summarische Studie einer sommerlichen Dorfstraße durch ihren spontanen Duktus von 1.200 Euro auf 4.400 Euro. Überzeugen konnte auch Wilhelm Trübners Selbstbildnis im Halbprofil von 1876, beleuchtet mit Schlaglicht vor dunklen Hintergrund, bei 7.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), ebenso wie Albert Weisgerbers Wanderer mit langem schwarzem Mantel am Abend im Isartal aus dem Jahr 1905 bei 6.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Hans am Endes fahler, fast monochrom grauer „Mondaufgang“ über einer Moorlandschaft von etwa 1900 ging taxkonform bei 9.500 Euro ins Ziel.

Während bei den Symbolisten Constantin Meuniers Bronzegruppe „Der verlorene Sohn“ von 1892/95 bei 7.000 bis 9.000 Euro keinen Anklang fand, verabschiedeten sich alle drei Arbeiten Franz von Stucks, das dunkel-dräuende Ölgemälde „Forellenweiher“ von 1890 zur Schätzung von 20.000 Euro, darüber das Gipsrelief eines Panflöte blasenden Fauns um 1914/15 bei 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und die bekannte Bronzeskulptur der „Reitenden Amazone“ von 1897 bei hohen 28.000 Euro. Sie wird nun in einem Museum zu sehen sein (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Wieder mehr auf das Sicht- und Greifbare konzentrierte sich Ulrich Hübner 1919 in seinem impressionistischen Sommertag im „Garten in Travemünde“ und war damit bei 7.500 Euro erfolgreich (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Auch der Pointillismus in Charles Johann Palmiés heller Sommerlandschaft mit einem baumbestandenen Ufer von 1909 wurde bei 19.500 Euro geschätzt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), ebenso wie der Realismus in Arthur Kampfs Portrait einer Frau von nordeuropäischer Blässe in einem orientalischen Gewand aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre bei 6.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Zudem entdeckten die Bieter Paula Röslers vom Jugendstil inspiriertes, flächig mit deutlichen Umrissen gemaltes Blumenbild „Frauenflachs“ von 1917 und nahmen es bei 6.800 Euro mit (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



10.07.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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