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Salzburg berichtet aus dem Exil

Seit dem Wochenende präsentiert das Museum der Moderne Salzburg auf dem Mönchsberg die Ausstellung „Resonanz von Exil“. Das Kuratorenteam hat dazu Arbeiten von Valeska Gert, Lisette Model, Madame d’Ora, Wolfgang Paalen, Lili Réthi und Amos Vogel ausgewählt, die im Zuge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und des Zweiten Weltkriegs ihre jeweilige Heimat verlassen mussten. Das Medium Zeitschrift zieht sich als roter Faden durch alle Sektionen. „Für die Geflüchteten am Ort ihres Exils fungierten Zeitschriften als wichtiges Informationsmedium und als Kontaktplattform für neue Betätigungsfelder. Wir verdeutlichen dies mit der Zeitschrift ‚Aufbau‘ aus New York, die sich ab Mitte der 1930er-Jahre zum Sprachrohr deutschsprachiger Juden und Jüdinnen entwickelte. Vom Leben der sechs Künstlerinnen und Künstler zeugen des Weiteren einzigartige Bilddokumente und wertvolle Leihgaben“, so Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst.

Die Macher der Schau wollen entlang des Begriffes „Resonanz“ unterschiedliche Auswirkungen beleuchten, die das erzwungene Exil in den Kunstwerken selbst sowie an den Zufluchtsorten und auch nach der Rückkehr in den Herkunftsländern fand. Model, Paalen, Réthi und Vogel beeinflussten an ihren jeweiligen Wirkungsstätten maßgeblich die Entwicklung ihrer spezifischen Tätigkeitsfelder. So wurde Lisette Models Art, die Großstadt und ihre Bewohner zu porträtieren, stilprägend für eine Generation von Fotografen in Amerika. Valeska Gert und Madame d’Ora verarbeiteten dagegen die Erfahrungen des Exils nach ihrer Rückkehr in dunklen Bildern oder düsteren Stücken. War der Name Madame d’Ora vor dem Krieg der Innbegriff französischer Eleganz und beinahe Synonym zur High Society, zeigen ihre Werke nach 1945 ungeschönt die ärmliche Welt der österreichischen Flüchtlingslager.

Das Museum der Moderne widmet sich seit einigen Jahren speziell der Erforschung von Migrationsschicksalen und der Wiederentdeckung „vergessener“ Namen vor allem der regionalen Kunstgeschichte. 2017 wurde diesem Anliegen mit der Schau „Auf/Bruch“, die gezielt durch erzwungenes Exil herbeigeführte Zäsuren im Werk und Leben von Kunstschaffenden herausarbeitete, Rechnung getragen. Nun folgt mit „Resonanz von Exil“ die Fortsetzung.

Die Ausstellung „Resonanz von Exil“ läuft bis zum 28. Oktober. Das Museum der Moderne hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Für die Dauer der Salzburger Festspiele ist es auch montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Museum der Moderne Salzburg – Mönchsberg
Mönchsberg 32
A-5020 Salzburg

Telefon: +43 (0)662 – 84 2220 403
Telefax: +43 (0)662 – 84 2220 700

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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