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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Wien kann mit dem Glanz seiner Vergangenheit heute noch punkten, doch auch Deutschland und Frankreich haben in Bezug auf das Kunsthandwerk des Jugendstil einiges zu bieten. Aber nicht alles ist zwangsläufig verkäuflich. Das macht die Auktion im Dorotheum deutlich

Es ist nicht alles Gold, was glänzt



Emile Gallé, Intercalaire-Vase „Meeresgrund“, Nancy um 1899

Emile Gallé, Intercalaire-Vase „Meeresgrund“, Nancy um 1899

Wenn ein Lichtstrahl auf die Oberfläche des Meeres oder eines Sees trifft, nimmt seine Reise durch den Raum eine neue Wendung. Das Wasser bricht den Lichtstrahl und lässt ihn in einem faszinierenden Zusammenspiel mit den Fischen, Muscheln, Steinen und Pflanzen der Unterwasserwelt in abertausenden Farben und Nuancen schimmern. Sanfte Bewegungen, vom Wind verursachte Wellen oder die Strömung eines Zuflusses sorgen für eine beständige Wiederholung dieses Spektakels. Dieses Phänomen scheint die Vase „Meeresgrund“ zu imitieren, die um 1899 von Emile Gallé in Nancy geschaffen wurde. In das Glas sind Schnecken, Muscheln, Seegras und Teichrosen reliefartig eingeschnitten und geätzt. Das Besondere ist die anspruchsvolle Intercalaire-Technik. Dabei wurde der noch nicht vollendete Korpus mit bunten Emailfarben bemalt, mit einer weiteren Glasschicht überzogen und nochmals erhitzt. So entstanden die fließenden und verschwommenen Farbstrukturen, für die die Manufaktur Gallé berühmt ist. Den Bietern in der Auktion „Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts“ des Wiener Dorotheums war das seltene Stück nicht nur die vorgesehenen 10.000 bis 15.000 Euro, sondern deutlich höhere 22.000 Euro wert.


Emile Gallé zählte zu einer kleinen Gruppe, die die Malerei zwischen den Schichten auch für das Material Glas beherrschte. Ursprünglich wurde er Ende des 19. Jahrhunderts als ein Meister auf dem Gebiet der Fayencen berühmt. Auf den Weltausstellungen in München und Paris erhielt er dafür mehrere Goldmedaillen. So überzeugte seine kunterbunte „Katze“ von etwa 1884 in Wien die Käufer zu 6.000 Euro (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR). Die Auktion Ende Mai schloss mit einer losbezogenen Verkaufsquote von gut 51 Prozent ab. Dieses „halbe“ Interesse lässt sich auch in Bezug auf einzelne Künstler oder Objektgruppen wiederfinden. Aus der Hand Otto Wagners wurden mehrere Ausstattungsgegenstände für die Villa Dr. Haberzettel in Zwettl oder für die Postsparkasse in Wien aufgerufen, darunter Fenstergriffe, Beschläge und eine Lampe. Sie fanden jedoch keine Abnehmer (Taxen zwischen 500 und 10.000 EUR). Dagegen war ein Metallrelief in Form einer antikischen Henkelvase mit Schlangengriffen von der Hausfassade der ersten Villa Wagner, erbaut um 1886/88, bei einem Zuschlag von 5.500 Euro gefragt (Taxe 700 bis 1.500 EUR).

Dieses Schema wiederholte sich bei Otto Prutscher. Veräußert wurden von ihm mehrere Glasarbeiten aus dem Frühwerk, darunter zwei Kelchgläser in Hellgrün und Rosa um 1907 für je 7.000 Euro (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR) oder ein Set aus sechs Weingläsern mit violetten und gelben Linienornamenten um 1912 für 18.000 Euro (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR). Eine Vase mit einem milchigen, von Grün nach Braun verlaufenden und mit silbernen Perlen gestalteten Dekor, präsentiert 1908 auf der „Kunstschau“ im Raum der Wiener Werkstätte, erhielt 14.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Verschmäht wurden dagegen Prutschers drei Schreibtischgarnituren aus getriebenem Messing von circa 1920 (Taxen 2.000 bis 4.000 und 3.000 bis 5.000 EUR). Während Adolf Loos mit dem an mittelalterlicher Konstruktion angelehnten Scherensessel bei 3.000 Euro die untere Schätzung erreichte, ging es mit seiner Hängelampe „Dodekaeder“ bei 36.000 Euro hoch hinaus (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Auch sein gemütlicher Fauteuil „Knieschwimmer“ von 1906/07 kletterte bei 19.000 Euro über die Wertvorstellungen.

Der spätere Architekt Peter Behrens begann seine Karriere in den Bereichen Malerei und Kunsthandwerk. 1903 entwarf er drei Vasen, die von der Steingutfabrik Franz Anton Mehlem in Bonn ausgeführt wurden. Die schlichten elegant geschwungenen Formen mit ihren kräftigen Farben konnten die Sammler in Wien nicht begeistern (Taxen zwischen 900 und 2.000 EUR). Anders sah es bei seinem Set aus einer mit geometrischen Ornamenten versehenen Leinendamastdecke mit 24 passenden Servietten aus, die ein Bieter für 4.400 Euro erwarb (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Bei den Keramikern reüssierten Eduard Klablena mit seiner eleganten Dame beim Einkauf mit zwei Päckchen um 1912/16 bei 4.500 Euro (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR) und seinem gleichaltrigen, neugierig hockenden „Pavian“ bei 3.200 Euro (Taxe 900 bis 1.500 EUR) oder Kitty Rix mit ihrer naiv expressiven Gruppe aus zwei Reitern auf Pferden von 1928 bei 4.500 Euro (Taxe 800 bis 1.500 EUR).

Selbst bei dem Künstler mit den höchsten Erwartungen, dem Mitbegründer der Wiener Werkstätte Josef Hoffmann, setzte sich das Muster fort: Nicht alles fand ausnahmslos Anklang. Umkämpft war ein Paar an dorische Säulen erinnernde Aufsätze aus Silber von 1905. Als der Hammer bei 30.000 Euro fiel, hatte sich der Schätzpreis verdoppelt. Seine silberne Bonbontasse mit gestanztem Blumendekor von 1912 platzierte sich taxkonform bei 14.000 Euro. Ebenfalls die Schätzung traf ein ovaler Schmuckanhänger aus Silber mit bunten Halbedelsteinen mit 90.000 Euro. Es handelt sich um eines von drei Exemplaren dieses von einem blühenden und früchtetragenden Baum inspirierten Schmuckstückes von 1903 (Taxe 90.000 bis 150.000 EUR). Hoffmanns goldene Brosche, gestaltet um 1912 als Einzelstück in Form einer Rose, die als der Höhepunkt des Abends angekündigt worden war, blieb dagegen liegen (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR).

Wer es günstiger haben wollte, griff bei Franz Karl Delavillas Gelbgoldanhänger mit Eichhörnchen und drei grün gebeizten Chalcedonen aus den späten 1920er Jahren für 5.000 Euro zu (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Seltener erscheinen im Handel Vorzeichnungen aus dem Bereich Kunstgewerbe, auch wenn sie mittlerweile für die Belegbarkeit der Provenienz hohen Stellenwert haben. Manchmal geben sie auch wichtige Erkenntnisse zur Ausbildung und Entwicklung eines Künstlers preis. Die Grashüpfer, Falter, Libellen, Blumen und Vögel von Karl Robert Rädler, die er als Vorlagen für Handtaschen der Firma Merinsky erstellt hatte, mussten ins Depot zurück. Vielleicht waren die Firma und der Künstler schlicht zu unbekannt (Taxe je 1.500 bis 2.500 EUR). Ein vergleichbares Konvolut mit sechs Entwürfen und zahlreichen Fotos zu Objekten der Wiener Werkstätte und zu Möbeln der bekannten Firma Thonet kam auf 1.400 Euro (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR).

Gemischte Resonanz zeigte sich erneut bei den kunsthandwerklichen Art Déco-Objekten von Karl Hagenauer und der Werkstätte Hagenauer. Für eine aus Nussholz gedrechselte und geschnitzte Katzenfigur fiel der Hammer erst bei 2.200 Euro (Taxe 700 bis 1.200 EUR). Auch eine in Messing gegossene Pferdeskulptur übertraf mit 1.400 Euro ihren Schätzpreis. Anders sah es dagegen bei den Gebrauchsgegenständen aus. Ein Spiegel aus Messing mit Katze und Hund blieb schon bei 1.500 Euro hängen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), eine materialgleiche fünfarmige Deckellampe mit Engelfiguren bei 2.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), und eine Tischlampe musste bei 2.000 bis 4.000 Euro komplett passen.

Tierskulpturen entsprachen durchaus dem Geschmack des Publikums. „Zwei Eisbären“ aus der Porzellanmanufaktur Meißen, 1906 von Willy Zügel geschaffen, stehen nun für 3.200 Euro in einem neuen Zuhause (Taxe 3.000 bis 6.000 EUR). Ein sich friedlich putzender, zugleich aber immer noch majestätisch erscheinender „Panther“, den Georges-Lucien Guyot um 1923 zwölf Mal in Bronze gießen ließ, brachte 14.000 Euro ein (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR). Aus Frankreich gesellte sich der gebürtige Russe Georges Lavroff mit einer goldbraun patinierten, die Pfote streckenden Löwin bei 5.000 Euro hinzu (Taxe 5.000 bis 9.000 EUR). Alphonse Muchas vierteiliger Paravent von 1899 mit der Bezeichnung „Times of the day“ und typischen feinlinigen Allegorien der Tageszeiten zwischen Blumenarrangements kletterte auf die oberen anvisierten 18.000 Euro. Chryselephantine-Spezialistin Claire Jeanne Robertine Colinet spielte mit ihrer schwungvollen „Mexikanischen Tänzerin“ um 1930 gute 6.500 Euro ein (Taxe 4.500 bis 6.000 EUR).

Auch andere Kleinplastiken erfreuten die Bieterherzen, so eine „Schüchterne Maid“ von Josef Lorenzl. Er entwarf die elegante bronzene Aktfigur um 1930 in Wien. Ihr Liebreiz ließ die Gebote auf 2.600 Euro steigen (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Lorenzls parallel entstandene „Frau mit Jagdhund“ aus Bronze und Elfenbein respektierte die untere Schätzung von 4.000 Euro. Der Künstler Bruno Zach signierte gerne einmal als „Professor Tuch“ oder als „Salat“. Seine Bronze „The Riding Crop“ kennzeichnete er aber schlicht mit seinem Namen. Die junge Frau mit Reitgerte und wehendem Röckchen ging für 3.000 Euro weg (Taxe 1.900 bis 2.500 EUR). Walter Schott beteiligte sich mit seiner häufig und in verschiedenen Materialien ausgeführten „Kugelwerferin“ von 1897, diesmal in Bronze und Elfenbein, bei 6.000 Euro innerhalb des gesteckten Preisrahmens. Mit weniger dekorativen Statuetten warteten Franz Metzner bei seiner in sich gekehrten Frauenfigur mit langem Umhang für 2.800 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und Jan Štursa mit seinem effektvoll zusammenbrechenden „Verwundeten“ von 1916 für 1.700 Euro auf (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



19.07.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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