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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Zahlkräftige Käufer erfreuten sich an der zeitgenössischen Kunst bei Lempertz und nahmen die Offerten in Köln rege mit. Nur bei der Fotografie hielten sie sich auffallend zurück

Der Reiz des Hier und Jetzt



Piero Manzoni, Achrome, um 1958

Piero Manzoni, Achrome, um 1958

Was ist Kunst? Was ist ein Bild? Was macht Farbe und Leinwand zum Kunstwerk? Diese Fragen beschäftigen die Künstler der Moderne bis heute, so auch den Italiener Piero Manzoni. Um 1958 fertigte er ein „Achrome“, eine mit weißem Kaolin bestrichene, mehrfach gefaltete Leinwand. Das mittelformatige Werk, das in einer ansehnlichen Reihe solcher „unfarbigen“ Bilder entstand, untersucht die Wirkung der Farbe über ihr eigentliches Merkmal der Farbigkeit hinaus und wendet sich stattdessen der Materialität und Oberflächenwirkung zu. Ein regelrechter Wettstreit internationaler Bieter an den Telefonen setzte bei Lempertz für Manzonis charakteristisches „Achrome“ ein und trieb den Preis von 400.000 Euro zum Höhepunkt des Auktionstages auf 690.000 Euro.


Manzonis Fußstapfen folgte der deutsche Maler Günther Förg in seinen auf Holz und Blei gearbeiteten Acrylgemälden. Er wandte sich in seinen unbezeichneten Werken wieder bewusst der Farbe als bedeutungstragendem Medium zu und spielte mit der Kombination und den Kontrasten unterschiedlicher Nuancen. Dieses Farbenspiel faszinierte mehrere Kunden des Kölner Auktionshauses. Eine Arbeit in Blau und Türkis erreichte 200.000 Euro, und der Gegensatz von Bleigrau und rostigem Orange stieg sogar auf 240.000 Euro (Taxe je 150.000 bis 200.000 EUR). Auch zwei jüngere Gitterbilder Förgs fanden neue Besitzer. Eine 1996 mit groben grauen Farbstreifen strukturierte Leinwand ging für 50.000 Euro weg. Das Gegenstück aus dem Jahr 2000 mit unterschiedlich großen, übereinandergelegten Gitterstrukturen in Ocker, Rosé und Rotbraun erzielte 52.000 Euro (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR).

Farbkontraste und ihre räumliche Wirkung sind das Kernthema der Arbeiten von Josef Albers. Die Serigrafiefolge „SP (Hommage to the Square)“ von 1967, die durch ihre zwölf unterschiedlichen Kartons den Kern von Albers’ Ansatz deutlich erkennen lässt, gab es erst für 68.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Die Beliebtheit der konstruktivistischen Kunst bei den Käufern zeigen auch die guten Preise, die für mehrere Konvolute von Aquarellen des Italieners Antonio Calderara bewilligt wurden. Eine Sammlung von insgesamt „18 Progetti“ um 1967/68, die mehrfach interessante Einblicke in den Werkprozess des Künstlers offenbaren, reüssierte bei 48.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Auch die übrigen Pakete mit den zarten Pastell-Aquarellen Calderaras erreichten oder übertrafen den Schätzpreis.

Dass die nicht-figurative Kunst bei Lempertz noch mehr Anhänger hatte, bewiesen zudem Jef Verheyen mit seiner blauvioletten Leinwand „Eerste Diagonaal“ von 1970/71 bei 42.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Richard Paul Lohses mathematische Quadraterkundung „Entwurf B zu waagrechte Dominante mit violettem Quadrat“ von 1950/77 bei 28.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Jan Kubicek freute sich über 31.000 Euro für seine von Diagonalen und bunten Kreissegmenten überlagerte zweiteilige Acrylmalerei „Devet kruhu (v Barve) s dislokacemi“ aus dem Jahr 1983 (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), Walter Leblanc über 22.000 Euro für seine ebenfalls quadratische inspirierte „Torsions (P.F.1044)“ von 1965 aus weißen verdrehten Kunststoffbänder vor schwarzem Hintergrund (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Eine andere Richtung verfolgen die Arbeiten von Copley und Warhol. Farbenfroh verarbeiten sie Stereotype und Ikonen amerikanischer Kultur. William Nelson Copleys Malereicollage „July 5“ mit kleinen Feuerwerkskörpern von 1975 und seine beiden gepunkteten Pferdchen in „The Sun never sets“ von 1982 erreichten mit 84.000 Euro und 75.000 Euro Zuschläge über ihren Preisvorstellungen. Andy Warhols Farbserigrafie „Marilyn“ von 1967 übernahm amerikanischer Kunsthandel für 65.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Wie das Bild der Monroe hat auch die jugendliche „Natascha II“ von Franz Gertsch eine fesselnde Wirkung auf den Betrachter. Der fotorealistische Farbholzstich von 1986 verdoppelte seinen Wert auf 50.000 Euro.

Ein amerikanischer Sammler ließ sich bei zwei Zeichnungen aus dem Frühwerk Georg Baselitz’ nicht abwimmeln und schlug die Konkurrenz bei der Darstellung eines Fahnenträgers aus der Werkgruppe der „Helden“ von 1966 erst bei 140.000 Euro aus dem Rennen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Bei der zart grün aquarellierten Kuh aus spanischem Privatbesitz musste er 52.000 Euro hinblättern (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Mit einer Portion Humor und bewusst dilettantischer Malweise greift Werner Büttner alltägliche Gegebenheiten aus Deutschland auf. 2005 positionierte er in einem leeren schemenhaften Raum mittig eine übergroße Einwegpappschale mit einer braunen, wohl essbaren Masse. Die unbetitelte Leinwand stellte mit 70.000 Euro den neuen Auktionsrekord für ein Werk Büttners auf (Taxe 30.000 EUR).

Noch deutlichere Anklänge an die amerikanische Pop Art finden sich bei seinem ostdeutschen Kollegen Norbert Bisky. Seine Jungmännerfantasie „Alle kommen durch“ von 2001 brachte 50.000 Euro ein (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), die farbintensivere Leinwand mit dem Titel „Havarie“ und fünf Heranwachsenden von 2010 sogar 70.000 Euro (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Aber auch ungegenständliche Positionen aus der jüngeren deutschen Kunst waren gefragt. So überzeugte Katharina Grosse das Publikum bei Lempertz mit ihrer wabernden Farbfantasie in dominierendem Rot von 2003 zu 80.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR), Sigmar Polke norwegischen Handel mit seinen Farbverläufen, über denen er 1999 ein schwarzes Punkteraster gelegt hat, zu 160.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Anselm Reyle schloss sich mit seiner zerknitterten Silberfolie auf schwarz bemalter Leinwand von 2003 bei taxkonformen 33.000 Euro an.

Nicht nur eine enorme Höhe von drei Metern, sondern auch einen hohen Zuschlag brachte die Skulptur „Afrika IV“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff auf die Waage. Die geometrische Plastik aus dünnen Messing- und Zinnröhren, die bereits in Paris, Berlin und Venedig ausgestellt war, erreichte mit 320.000 Euro den Rekordpreis im Schaffen des Künstlerpaars (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Günther Uecker traf in Sachen Geschmack nicht ganz so den Nagel auf den Kopf. Sein „Nagelobjekt Positiv-Negativ“ von 1974 mit einer quadratischen Platte samt streng angeordneten Nägeln, die in ihr Gegenstück einer durchlöcherten Aluminiumtafel passen, fuhr 26.000 Euro ein, sein mit Bleisatz-Zeilen und mehreren Papierlagen bestücktes „Druckwerk“ aus demselben Jahr 24.000 Euro (Taxe je 25.000 bis 30.000 EUR).

Auch im zweiten Auktionsteil mit den günstigeren Arbeiten, der sich am 2. Juni losbezogen zu hohen 72,8 Prozent, aber doch neun Prozentpunkte unter dem Hauptteil verabschiedete, mischte Günther Uecker wiederum mit. Sein lebensgroßer „Nagel“ aus der Sammlung des heuer verstorbenen Galeristen August Haseke kam zur Erwartung von 14.000 Euro ans Ziel. Über den Schätzungen positionierten sich hier etwa Bernar Venets Kreissegmente „271°“ von 1980 bei 22.000 Euro, Donald Judds 50 Mal aufgelegter, minimalistischer Stahl- und Plexiglaskubus von 1971 bei 34.000 Euro oder Kees Verkades figurative Bronzearbeit „Le Cirque“ mit einem nackten Paar während einer akrobatischen Darbietung von 1933 bei 26.000 Euro.

Bei den Malern verspritzte Monika Baer für 14.000 Euro ihre Muttermilch auf einer Leinwand des Jahres 2008 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), experimentierte Jiri Georg Dokoupil im Jahr 2000 bei seiner abstrakten „Insel“ für 30.000 Euro mit bunter Acrylfarbe und Seifenlauge (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), und strichelte A.R. Penck ein blaues Männchen 1995 für 28.000 Euro auf die graue Leinwand (Taxe 20.000 EUR). Die jüngeren fotografischen Positionen stießen nicht auf allzu viel Gegenliebe. Hier blieb doch einiges liegen oder ging unterhalb der Schätzungen weg. Für Zuspruch sorgte Clifford Ross mit seinem schwarzweißen detailreichen Pigment-Print einer Meeresbrandung von 2009 unter dem Titel „Hurricane LXIV“ bei 7.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und vor allem Wolfgang Tillmans mit seinen stilllebenartigen Arrangements „Pumpkin, Tomato & Pomme Granate“ von 1995 bei 11.000 Euro und „Window/Caravaggio“ von 1997 bei 18.000 Euro (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



30.07.2018

Quelle/Autor:Kunsntmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


02.06.2018, Zeitgenössische Kunst

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Kunsthaus Lempertz

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Ein Hoch auf… - ja was eigentlich?

Kunstwerk:

Piero Manzoni, Achrome, um 1958
Piero Manzoni, Achrome, um 1958










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