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NS-Raubgut-Gemälde bleiben in den USA

Das Norton Simon Museum darf Cranachs Gemäldepaar mit Adam und Eva behalten

Das Norton Simon Museum in kalifornischen Pasadena darf die zwei Werke Lucas Cranachs d.Ä. behalten. Ein US-Berufungsgericht erklärte das Museum zum rechtmäßigen Besitzer des zweiteiligen Altarbildes mit lebensgroßen Darstellungen von Adam und Eva um 1530. Die Klägerin des elf Jahre andauernden Prozesses war Marei von Saher, die Cranachs Gemälde der einstigen Sammlung ihres Schwiegervaters, des jüdischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker, zuordnete und als NS-Raubgut ansah. Die Alliierten gaben nach Kriegsende einen Teil der durch die Nazis beschlagnahmten Werke an den niederländischen Staat. Die Witwe des Kunsthändlers forderte die Rückgabe der Bilder bereits 1946, wurde damals jedoch von der Regierung abgewiesen.

Richterin Margaret McKeown erklärte, dass der Verkauf der Pendants im Jahr 1966 an den Amerikaner George Stroganoff-Scherbatoff seitens der Niederlande rechtmäßig war. Fünf Jahre später veräußerte Stroganoff-Scherbatoff sie dann an das Norton Simon Museum. McKeown bezog sich auf den „act of state doctrine“, der besagt, dass amerikanische Gerichte den Handlungen souveräner ausländischer Staaten den Vorrang geben. Damit vermeiden es die Gerichte, in außenpolitische Handlungen der niederländischen Exekutive einzugreifen. Zudem begründete McKeown, dass eine Entscheidung zu Gunsten Marei von Sahers die Annullierung dreier offizieller Handlungen des niederländischen Staates voraussetzen würde: Erstens den Verkauf an Stroganoff 1966, zweitens den Beschluss aus dem Jahr 1999, die Rechte Sahers nicht wiederherzustellen, und drittens die Entscheidung von 2006, dass die Ansprüche der Klägerin beglichen wurden. Zudem erhob Stroganoff-Scherbatoff 1961 selbst Anspruch auf die beiden Werke Cranachs. Denn die Sowjets hätten die Gemälde seiner Familie entwendet und unrechtmäßig zur Auktion gegeben, auf der sie Goudstikker dann erworben habe. Sahers Anwalt Lawrence Kaye äußerte sich „enttäuscht“ und plane mit seiner Klientin eine Prüfung des Gerichtsbeschlusses.

Der bedeutende niederländische Kunsthändler Jacques Goudstikker floh 1940 nach der Besetzung seiner Heimat durch die Nationalsozialisten, verunglückte jedoch tödlich auf dem Seeweg nach England. Seine Kunsthandlung wurde samt Immobilien verkauft. Hermann Göring übernahm für zwei Millionen Gulden den umfangreichen Kunstbestand. Nach dem Krieg wurden rund 280 Werke durch die Alliierten an die Niederlande übergeben. Goudstikkers Erbin und Schwiegertochter Marei von Saher prozessierte teils erfolgreich gegen jetzige Eigentümer von Werken aus der einstigen Sammlung. So restituierte etwa das Wallraf-Richartz-Museum in Köln zwei Bilder, die Niederlande gaben 2006 aus ihren öffentlichen Sammlungen 202 Gemälde an Saher zurück.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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