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Am kommenden Wochenende öffnet das neue Papiermuseum in Düren seine Tore. Ein erster Blick auf Bau und Inhalt

Flatteriges Zwischenstück



Das neue Papiermuseum Düren

Das neue Papiermuseum Düren

Wenn sich im platten Dürener Land sporadisch Wolken vor die Sonne schieben und folglich die Lichtstärke wechselt, kommt die Außenhaut des Papiermuseums ins Schwingen. Ein Knicken, Vor- und Zurückneigen und die scharfkantigen trapezförmigen Einbuchtungen sind nun umso deutlicher sichtbar. Das neue Bindeglied zwischen der mittelalterlichen Stadtmauer und dem ebenso urwüchsig-wuchtigen wie kraftvollen Anbau von Peter Kulka an das gründerzeitliche Leopold-Hoesch-Museum taucht auf wie eine zapplige Papierskulptur. Lediglich eine mittig angesetzte Baufuge trennt dezent den Neubauteil vom Altbestand. „Das neue Papiermuseum soll leicht wirken und sich von der Umgebung ablösen“, sagt Architekt Klaus Hollenbeck. Nur bei genauem Hinsehen erschließt sich im gleißend weiß gehaltenen, grobkörnigen Mörtel über dem schneidigen Eingang die Ton in Ton glatt aufgeputzte Schrift „Papiermuseum“, gestützt von der Brailleschrift für Blinde sowie seitlich links begleitet von einem Wasserzeichen in der Form des Buchstaben P, mit dem die Papiermacher einst ihre Produkte versahen. Faltung, Prägung, Wasserzeichen: die drei maßgeblichen Eigenschaften des Papiers, sollen schon von außen dem Besucher signalisieren, worin es im Haus geht.


Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts widmen sich die Menschen in und um Düren in zeitweise bis zu 70 Fabriken der Produktion von Papier. Noch heute sind rund 100 Unternehmen mittel- oder unmittelbar auf diesem Sektor tätig. Rund 10.000 Arbeitsplätze sind damit verbunden. Vom Flugticket bis zum Buch leistet das Papier bis heute zweckmäßige Dienste, trotz immer stärker Präsenz der Digitalisierung und Verbreitung von Smartphones. Schon seit 1990 präsentierte eine Ausstellung an diesem Ort die Entwicklung des Papiers. Um dieses wichtige Kapitel der Stadtgeschichte besser zu würdigen, wurde der Kölner Architekt Klaus Hollenbeck im Direktverfahren ohne Wettbewerb von der Stadt mit dem Neubau samt moderner Raumkonzeption und zeitgemäß gestalteter Dauerausstellung betraut. Nach 22 Monaten Bauzeit eröffnet nun am kommenden Sonntag das 3,47 Millionen Euro teure Projekt seine Tore für das Publikum. Hinzu kommen eine Million Euro für die Ausstattung.

Im Innern setzt sich die spitzwinklige Gestaltung Hollenbecks fort. Keine Wand ist gerade, auch die Decken sind geknickt, und die Beleuchtungskörper mit Schienen zerstreut angeordnet. Barrierefreie, dunkel getönte Böden sowie hellweiße, in dunkle Rahmen gefasste Schrifttafeln in Wabenform sollen wiederum blinden Besuchern das Erleben erleichtern, was als Referenz an die historisch gewachsene Arbeit für Sehbehinderte in Düren gedacht ist. Nach dem Passieren des Eingangsflügels mit Kassen- und Shopbereich durchwandert der Gast einen kleinen kreisförmigen Parcours, in dessen Mitte alte Maschinen die Papierherstellung augenfällig erlebbar machen.

An den Wänden ringsum greifen fünf Kapitel substanzielle Aspekte des Werkstoffs heraus. Den Auftakt bildet die knappe, aber instruktive Darstellung der „Geschichte“ des im zweiten Jahrhundert vor Christus in China erfundenen Papiers. Das Hauptgewicht liegt dabei auf Produktionsverfahren des vornehmlich als Schriftträger dienenden Fabrikats. Die Chinesen waren es auch, die im Jahr 581 den Holztafeldruck erfanden. Im 14. Jahrhundert folgte dann in Korea die revolutionäre Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, die fälschlicherweise dem Mainzer Johannes Gutenberg zugeschrieben wird. Gutenberg trieb diese Neuerung lediglich viel später in Europa energisch voran. Hier wäre mehr Sorgfalt bei der Recherche angebracht gewesen.

Die Materialien sowie praktische Anwendungen im Alltag vom gedruckten Elektronikträger über Leuchtpapier bis hin zum Ausstattungsteil für Autos stehen im Kapitel „Wertschöpfung“ im Mittelpunkt. Die Entwicklung neuer Papiere mit faszinierenden Eigenschaften sowie nachhaltige Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse werden im Abschnitt „Visionen“ angesprochen, während der Bereich „Ordnung“ die Bedeutung des Papiers in der Kommunikationsgesellschaft hervorhebt. Arbeiten von Günther Uecker, der Norwegerin Gjertrud Hals und weiterer Künstler visualisieren die Rolle des Papiers in der Kunst.

Alles in allem bietet das neue Papiermuseum einen instruktiven, wenn auch kühl-distanzierten Einstieg in das Thema, der im dichten Arrangement und Habitus fühlbar einer anspruchsvollen Messekoje oder Werbepräsentation ähnelt. Zurück bleibt der Gedanke, ob es nicht passender gewesen wäre, in einer alten aufgegebenen Papierfabrik mit vorhandener Aura und originalen Gerätschaften ein noch stimmigeres und geräumigeres Domizil mit mehr Möglichkeiten zu schaffen.

Im Obergeschoss des Neubaus können Besucher ihre Talente in einer Papierwerkstatt praktisch austesten, wozu Druckpressen und weitere technische Hilfsmittel bereit stehen. Aber auch derjenige, der hier nicht aktiv tätig werden will, wird nicht ohne bleibende Erinnerung weiterziehen. Denn jeder Gast erhält nach Entrichtung des Eintrittsgeldes ein Buch, das er im Verlauf des Rundgangs selbst gestalten und mit nach Hause nehmen kann.

Ab dem 9. September steht das Papiermuseum Düren den Besuchern offen. In der Eröffnungswoche bis zum 16. September bietet das Museum ein umfangreiches Programm an. Der Eintritt in diesem Zeitraum ist kostenlos. Das Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Kontakt:

Papiermuseum Düren

Wallstraße 2-8

DE-52349 Düren

Telefon:+49 (02421) 25 25 610



05.09.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Vom Hoesch-Museum über den Kulka-Bau zum Papiermuseum Düren
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Gebäudeflucht mit Leopold-Hoesch-Museum im Hintergrund
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in der Dauerausstellung des neuen Papiermuseums Düren
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Der Architekt des Papiermuseums Düren: Klaus Hollenbeck
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in der Papierwerkstatt des Papiermuseums Düren
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Papiermuseum Düren mit Kulka-Bau im Hintergrund
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Künstler:

Klaus Hollenbeck







in der Dauerausstellung des neuen Papiermuseums Düren

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Vom Hoesch-Museum über den Kulka-Bau zum Papiermuseum Düren

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Gebäudeflucht mit Leopold-Hoesch-Museum im Hintergrund

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Papiermuseum Düren mit Kulka-Bau im Hintergrund

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Der Architekt des Papiermuseums Düren: Klaus Hollenbeck

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in der Papierwerkstatt des Papiermuseums Düren

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