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Transformation einer Legende: Sol Calero in Düsseldorf

Sol Calero gestaltet gerne Räume. Sie wirken wie luftig bunte Zimmer der 1960er Jahre oder wie fröhlich farbige Interieurs aus Lateinamerika. Es können Stätten des Alltags sein: ein Reisebüro, ein Schönheitssalon, eine Wechselstube. Dabei verwendet sie über die klassischen künstlerischen Techniken wie Malerei oder Plastik hinaus gefundene Objekte, Industrieprodukte oder Alltagsgegenstände. Aber die farbenfrohe Oberfläche hat ihre Untiefen – und die zeigen sich, wenn die Produktion scheinbar gängiger Bilder hinterfragt, die unbeschwerten Settings problematisiert und die hinter ihnen lauernden Codes untersucht werden.

Nun hat der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf eine Ausstellung der 1982 geborenen und in Berlin lebenden Venezolanerin eröffnet. Der Titel „Pica Pica“ nimmt Bezug auf eine Legende aus Venezuela: Unter einem Pica-Pica-Baum (Lagunaria Patersonia), so bezeichnet wegen seiner Juckreiz auslösenden Samen, habe sich ein Hirte zum Sterben niedergelegt. Ein anderer Viehhüter versprach dem Sterbenden eine angemessene Beerdigung, sofern er seine verlorene Herde wiederfinden sollte. Dies geschah und das Versprechen wurde eingelöst. Bis heute wird der Hirte heiligenähnlich verehrt; die Bäume sollen kleine Wunder wirken und den Menschen Wünsche erfüllen. Als Dank bringen sie kleine, handgefertigte Objekte, die den Wunsch nachbilden, der sich erfüllt hat.

In der Ausstellung bildet die persönliche Erinnerung an eine diesem Wundertäter gewidmete Kapelle im ländlichen Venezuela den Ausgangspunkt für eine Gruppe neuer Arbeiten von Sol Calero: Sie verwandelt den Kunstverein in ein utopisches, interaktives Pica-Pica-Haus und lädt die Besucher ein, die Ausstellung mit Repräsentationen ihrer eigenen Wünsche zu ergänzen. „Nicht zuletzt in Zeiten einer solch heftigen sozioökonomischen Krise, wie sie Venezuela derzeit erleidet, ist das transformative Potential derartiger Räume für die gesellschaftliche Verhandlung der aktuellen politischen Realität von nicht zu unterschätzender Bedeutung“, heißt es dazu in der Pressemitteilung des Kunstvereins.

Die von Eva Birkenstock und Gesa Hüwe kuratierte Ausstellung „Sol Calero – Pica Pica“ ist bis 28. Oktober zu sehen. Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, jeden zweiten Sonntag im Monat ist er kostenlos. Führungen gibt es jeden Donnerstag um 17 Uhr.

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
Grabbeplatz 4
D-40213 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 210 74 20
Telefon: +49 (0)211 – 210 74 229

Quelle: Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


01.09.2018, Sol Calero - Pica Pica

Bei:


Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

Künstler:

Sol Calero








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