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Die Pattern- und Decoration-Bewegung in Aachen

Miriam Schapiro, Geometry in Flowers, 1978

Das Ludwig Forum für Internationale Kunst stellt ab heute die amerikanische Pattern- und Decoration-Bewegung der 1970er Jahren vor. Das Aachener Museum besitzt die größte Sammlung dieser Art im europäischen Raum und möchte eine Neubewertung dieser Kunstrichtung einleiten. Etwa 65 Exponate von dreizehn Künstlern wie Brad Davis, Frank Faulkner, Tina Girouard, Kim MacConnel oder Joyce Kozloff illustrieren die Vielfalt dieser Strömung: Sie reicht von orientalisch anmutenden Mosaiken bis hin zu monumentalen Textilcollagen, Malereien, Grafiken und Rauminstallationen ebenso wie Video-Performances. Allen Werken der Patchwork- und Decoration-Bewegung ist die Verwendung des Ornaments eigen, das sich aus vielen Quellen und Traditionen nährt, darunter islamischen, mexikanischen, asiatischen und nordamerikanisch-indianischen Einflüssen. Im Unterschied zum damals gängigen Kunstbetrieb strebten die Künstler bewusst die Nähe zur Folklore an. Ergänzend begleiten einige zeitgenössische Arbeiten die Schau, darunter von Polly Apfelbaum, Christine Streuli oder Rashid Rana. Letztere verdeutlichen das Nachwirken der formalen und inhaltlichen Errungenschaften der US-amerikanischen Strömung bis in die Gegenwart.

Die Pattern- und Decoration-Bewegung, die sich in der Mitte der 1970er Jahren in den USA entwickelte, vereint vermeintliche Widersprüche: Einerseits farbenfrohe Patchworkarbeiten und dekorative Muster, andererseits politisch-emanzipatorische Ansprüche. Laut den Kuratorinnen Esther Boehle und Denise Petzold war hier wie in keiner anderen Strömung eine Vielzahl an Frauen beteiligt. Sie brachen radikal mit der puristischen Minimal Art und der rationalen Konzeptkunst und holten die „Fantasie, Farbe, Formenvielfalt und das Affektive in die Kunst“ zurück. Auch Männer beteiligen sich an der Pattern- und Decoration-Idee. Robert Kushner, Joe Zucker und Robert Zakanitch hinterfragten nicht nur tradierte Vorstellungen von Kunst, sondern setzten sich auch für den Stellenwert der Frauen, die amerikanischen Ureinwohner oder ethnischen Minderheiten im Kunstbetrieb und in der Gesellschaft ein.

Valerie Jaudon erinnert in ihrem 1979 datierten Gemälde „Hattiesburg“ an orientalische Mosaike. Die schwarze Leinwand strukturieren komplexe geometrische Muster, die durch weiße Konturen definiert sind und mit Spitz- sowie Rundbögen auch architektonisch wirken. Als Halbkreis kombinierte Miriam Schapiro 1978 in „Geometry in Flowers“ mehrere Textilien und Malereien zu einer bunten Collage vegetabiler und geometrischer Muster. Indem sie die Form eines Fächers vergrößerte und als Leinwand nutzte, erhält dieses typisch weibliche kleine Objekt eine heroische Wirkung. Schapiro gilt als eine Pionierin feministischer Kunst und bezog sich gezielt auf das Kunsthandwerk. So setzte sie etwa die Farbe Rosa und Muster ein, die besonders mit Frauen in Verbindung gesetzt werden, darunter Herzen oder Blumen. Bei den zeitgenössischen Positionen fällt Adriana Czernins „Selbstportrait II“ von 2018 auf. Ihre Person tritt zugunsten einer kaleidoskopartigen Wirkung zurück. Lediglich graue, weiße und schwarze Dreiecke und Polygone bevölkern in unterschiedlicher Größe und Dichte das Blatt.

Die Ausstellung „Pattern and Decoration. Ornament als Versprechen“ läuft vom 21. September bis zum 13. Januar 2019. Das Ludwig Forum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr. Der Eintritt beträgt regulär 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Besucher bis 21 Jahre ist er frei. Der begleitende Katalog kostet im Ludwig Forum 25 Euro.

Ludwig Forum für Internationale Kunst
Jülicher Straße 97-109
D-52070 Aachen

Telefon: +49 (0)241 – 18 07 104
Telefax: +49 (0)241 – 18 07 101

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


21.09.2018, Pattern and Decoration - Ornament als Versprechen

Bei:


Ludwig Forum

Variabilder:

Miriam Schapiro, Geometry in Flowers, 1978
Miriam Schapiro, Geometry in Flowers, 1978

Variabilder:

Robert Zakanitch, Blue Hound, 1978
Robert Zakanitch, Blue Hound, 1978

Variabilder:

Joyce Kozloff, Ceramic Tile Floor, 1978/79
Joyce Kozloff, Ceramic Tile Floor, 1978/79

Variabilder:

Valerie
 Jaudon, Hattiesburg, 1979
Valerie Jaudon, Hattiesburg, 1979

Variabilder:

Adriana Czernin, Selbstportrait II, 2018
Adriana Czernin, Selbstportrait II, 2018

Künstler:

Miriam Schapiro

Künstler:

Valerie Jaudon








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