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Caspar-David-Friedrich-Preis für Anne-Mai Sønderborg Keldsen

Anne-Mai Sønderborg Keldsen hat den diesjährigen Caspar-David-Friedrich-Preis der gleichnamigen Gesellschaft in Greifswald erhalten. Die junge Dänin darf sich neben der eben eröffneten Schau ihrer Fotografien auch über 2.500 Euro freuen. Sønderborg Keldsen konnte sich gegen 21 Konkurrenten aus den Kunstakademien in Kopenhagen, Greifswald und Dresden – den Studienorten Caspar David Friedrichs – durchsetzen. Sie gewann die Jury für sich mit ihren teils in Form von Installationen oder in Buchform erscheinenden Serien und sehr persönlichen Texten. Aus der Erinnerung entwickle die Künstlerin poetische und atmosphärische Landschaftspanoramen, die eine magische Stimmung erzeugen.

In der Begründung heißt es weiter: „Mit gegensätzlichen Bildmotiven, denen eine zentrale Affinität zu Caspar David Friedrichs Landschaften inne wohnt, überzeugt sie die Jury: Präzise und überscharfe Landschaftsausschnitte wechseln mit verschwommenen, nebelhaften Motiven, und farbstarke, fast abstrakt wirkende Landschaftsformationen, in denen der Eigenwert der Farbe hervorsticht, kontrastieren mit schwarzweißen Bildkonstruktionen in körniger Optik, die eine bedrückende Ausweglosigkeit aufscheinen lassen. Ein wichtiger Ausgangspunkt im Werk von Anne-Mai Sønderborg Keldsen ist das Phänomen der Interferenz. Scheinbar disparate Gegebenheiten können zusammengeführt werden, was durch Überlagerung und Durchdringung Neues hervorbringt. Unterschiedliche Realitäten können einander beeinflussen, Realität und Fiktion können verschiedene Seiten derselben Geschichte sein.“

Anne-Mai Sønderborg Keldsen manipuliert ihre Fotografien, die neben Landschaften auch Portraits beinhalten: So taucht sie in „Pool“ von 2017 den Himmel über einem Waldsee mit Badenden in eine rote Farbwolke. In der schwarz-weißen Aufnahme „Branches“ aus demselben Jahr sitzen und stehen Menschen unterschiedlichen Alters in einem Raum mit gedeckten Tischen. Sie halten Bilder von weißen Ästen auf schwarzem Grund vor sich. Sønderborg Keldsens Werke entwickeln damit einen befremdlichen Charakter und erinnern an Fragmente eines Traums.

Die 1991 geborene Dänin studierte Fotografie an der Fatamorgana, einer Schule für Kunstfotografie in Kopenhagen, absolvierte einen dreimonatigen Kurs für kreatives Schreiben und führte ihr Studium in Lissabon an der Escola de Artes Visuais fort. Seit 2014 ist Anne-Mai Sønderborg Keldsen in der Königlichen Dänischen Kunstakademie eingeschrieben und wird ihre Ausbildung wohl 2020 beenden. Ihre Bilder waren bisher in Galerien Den Frie Udstillingsbygning in Kopenhagen, Void Photo in Athen, Ampersand-Ampersand in Lissabon oder jüngst in der Q Galerie in Kopenhagen zu sehen.

Der Caspar-David-Friedrich-Preis wurde 2001 erstmals vergeben. Die jährlich verliehene Auszeichnung der Caspar-David-Friedrich Gesellschaft e.V. in Greifswald geht an Studierende der Kunstakademien in Greifswald, Kopenhagen und Dresden. Es können Arbeiten aller künstlerischer Gattungen und Medien eingereicht werden. Zentral sind die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen zum Verhältnis von Mensch, Natur und Kunst sowie ein geistiger Bezug zum Schaffen Caspar David Friedrichs. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten unter anderem David Buob, Denise Winter, Magnus Sönning und im letzten Jahr Marten Schech. Den Preis nahm Anne-Mai Sønderborg Keldsen am Samstag zur Ausstellungseröffnung entgegen.

Die Ausstellung „Caspar-David-Friedrich-Preisträgerin 2018. Anne-Mai Sønderborg Keldsen. Photography“ ist bis zum 15. Dezember zu sehen. Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum in Greifswald ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, ab November nur dienstags bis samstags. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Caspar-David-Friedrich-Zentrum
Lange Straße 57
D-17489 Greifswald

Telefon: +49 (0)3834 – 88 45 68

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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