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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Berlin Art Prize vergeben

Berlin Art Prize 2018 überreicht

Monika Grabuschnigg, Alanna Lynch und Doireann O’Malley sind in diesem Jahr die Träger des Berlin Art Prize. Neben einem Preisgeld haben die Gewinner am Samstag die von Zuzanna Czebatul gestaltete Trophäe erhalten und dürfen sich auf einen einmonatigen Aufenthalt in Marrakesch freuen. Monika Grabuschnigg überzeugte mit ihrer Skulpturenreihe „What shall I swear by“ von 2017. Die 1978 in Feldkirch geborene Österreicherin präsentiert emotionale Zustände, intime Wünsche und geheime Sehnsüchte. Ihr Thema sind die Symbole der Liebe mit Mündern, Herzen und diversen Rosatönen. Der Titel ihrer Arbeit ist ein Zitat aus William Shakespeares „Romeo und Julia“. Zentral bei den drei Skulpturen ist der schäumende Keramikbrunnen, den die Absolventin der Akademie der Bildenden Künste Wien als „So it is a lover who bubbles and who foams“ betitelte, eine Anspielung an Roland Barthes’ „A Lover’s Discourse“ von 1977 und den Popsong „Soap“ von Melanie Martinez aus dem Jahr 2015. Die Jury lobt die stelenartigen Skulpturen, die an den Surrealismus erinnern: „Münder speien Schaum in das Becken aus, und so verwandelt sich ein Brunnen in ein Objekt, das die Möglichkeiten und das Sichtbare der Skulptur in unserer digitalen/analogen Welt verdeutlicht: Vom Schaum selbst, der sich stets wieder aufbaut, und von der zirkulierenden Flüssigkeit zu den Mündern.“

Alanna Lynch untersucht die Grenzen des Ekels mit den Installationen „The Lively Vessel and the Contaminated State“ von 2015 und „Vulnerable and Resistant“ von 2018. Die 1978 in Montreal geborene Kanadierin setzt sich mit gärenden Pilzkulturen, Larven oder wochenaltem Urin auseinander. In ihren laborartigen Untersuchungen züchtet die Absolventin der Kunsthochschulen in Montreal und Göteborg Fruchtfliegen oder lebendes gallertartiges Gewebe heran. Bakterien, Insekten und körpereigene Abfälle sind stets Teil des Ungeordneten und Unhygienischen. Lynch will diesen Materialien unvoreingenommen begegnen und legt eine große Sorgfalt gegenüber den Tieren und Stoffen an den Tag, die sonst als abstoßend verstanden werden. Die Jury lobte Lynchs Auseinandersetzung mit diesem „sozial ungemütlichen“ Thema. Sie arbeite mit ihrem eigenen Haar und Urin, verweise auf den Kern menschlicher Essenz und zeige die dringende Dekonstruktion von Rasse und Gender. Mit Dingen wie dem natürlichen Haarausfall gelinge ihr das Erforschen von Unterschieden und Gleichheit.

Doireann O’Malley bestach mit ihrer dreiteiligen Videoreihe „Prototypes“ von 2017 und 2018. Die 1981 in Limerick geborene Künstlerin verknüpft Szenen, die zwischen Fiktion und Dokumentation liegen, und animierte Sequenzen, die lehrreichen Wissenschaftsfilmen gleichen, mit einer Ikonografie der Zweigeschlechtlichkeit. Die traumartigen Videos der Irin behandeln die Komplexität von Geschlecht und die biologischen sowie psychischen Möglichkeiten, die in einer geschlechtlichen Identität liegen. Dabei verbindet sie psychoanalytische Praktiken, spekulative Technologien und Live-Action-Rollenspiele. So verfolgt O’Malley in einer Arbeit psychoanalytische Sitzungen von androgynen Menschen. In der Begründung heißt es, dass sich die Frage stelle, ob über Körper gesprochen werden könne, ohne dass Geschlecht oder Geschlechtslosigkeit mit „kulturellem Kapital“ verbunden werde. Hier zeige sich Doireann O’Malley als ausgezeichnete Erzählerin mit einem schwierigen Thema.

Die lobende Erwähnung der Jury ging an Ana Alensos raumfüllende Multimedia-Installation „1,000,000 %“ von 2015/18. Die 1982 in Caracas geborene Künstlerin setzt sich mit globalen Wirtschaftszuständen auseinander. Dabei nutzt sie ihre Heimat Venezuela als Beispiel, das trotz großen Ölreichtums mit einer geschätzten aktuellen Inflation von 1.000.000 Prozent und einer wirtschaftlichen wie auch sozialen Krise kämpft. Die Jury ehrt Alensos Fähigkeit, die Komplexität und Absurdität dieses Notstandes ebenso wiederzugeben, wie auch die destruktive Kraft von Geld und Öl.

Der Berlin Art Prize ist eine unabhängige Auszeichnung für zeitgenössische Kunst in und aus Berlin und kürt Künstler, die mindestens ein halbes Jahr in der Hauptstadt wohnhaft sind, unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Die Bewerbungen werden anonymisiert und von einer jährlich wechselnden Jury aus Experten der Kunst- und Kulturszene bewertet. 2013 riefen die Kunsthistorikerin Sophie Jung, die Künstlerin Zoë Claire Miller, die Journalistin Alicia Reuter und der Maler Ulrich Wulff den Verein „Berlin Art Prize“ ins Leben, der für die Preisvergabe verantwortlich ist.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Zeitgenössische Kunst

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