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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Baden-Baden beleuchtet Wilhelm Busch

Wilhelm Busch, Der kleine Maler mit der großen Mappe, 1859

„Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt“. Nur eine verschwindend geringe Zahl von Kunstakademieabsolventen übt später den Beruf eines freien Künstlers aus. So geschah es auch bei Wilhelm Busch, von dem das Bonmot stammt. Ab 1851 studierte er an den Akademien in Düsseldorf, Antwerpen und München mit dem Ziel, Maler zu werden. Doch es kam anders. In München begegnete er einflussreichen Verlegern, die die Bildergeschichten des talentierten Zeichners publizierten. Im Jahr 1865 erntete er mit „Max und Moritz“ Weltruhm. Von da ab hat er nur noch still und heimlich gemalt; seine Gemälde gerieten in Vergessenheit. Unter dem Titel „Wilhelm Busch. Bilder und Geschichten“ versucht das Museum LA8 in Baden-Baden nun, die Bildergeschichten mit den Gemälden zu verzahnen.

„Maler werden ist nicht schwer, Maler bleiben umso mehr“. Dieser Satz von Busch beschreibt symptomatisch dessen Dilemma, des Erfolges wegen sein eigentliches Metier in den Hintergrund zu rücken. Die Ausstellung trennt strikt beide Sparten auf zwei Ebenen. Im Obergeschoss sind 35 kleinformatige, selten oder nie ausgestellte Gemälde aus überwiegend privaten Kollektionen zu sehen. Sie stellen Buschs weitgehend unbekannte Landschafts- und Porträtmalerei vor, sie sich durch Experimentieren auszeichnet. Stark gestisch geprägt, drängt sie weit über den Bilderrahmen hinaus und löst sich von den Sujets. Die tonigen und abgedunkelten Fassungen verweisen auf eine Orientierung an der niederländische Malerei. Zum Teil muten die Werke wie Gedankenmalereien an, aufgetragen mit breiten Pinselstrichen in Kombination mit kleinteilig skizzierten Figuren werden weite Teile zum Schluss lasierend übermalt, was entfernt an Lovis Corinth oder frühe expressive Formen erinnern mag und seinerzeit ohne durchgreifende Resonanz blieb.

Im Untergeschoss demonstrieren zahlreiche Drucke dann den Werkteil, mit dem Wilhelm Busch die Welt eroberte. Viele seiner sprichwörtlich gewordenen Reime gehen kongenial in einem Text-Bild-Rhythmus auf. Er verknüpfte Alltägliches und Banales aus kritischer Distanz und viel Spott mit unglaublichem Erzähltempo und verortete den Autor als genauen sensiblen Beobachter. Besonders in den USA wurde Busch zur Berühmtheit und legte die Grundlagen zur Weiterentwicklung seiner Geschichten hin zu Comicstrips. Er gestaltete quasi Filme vor dem Film. Als Busch kurz nach seinem groß gefeierten 75. Geburtstag im Jahr 1907 starb, hatte er schon über ein Dutzend Jahre das Malen eingestellt. Doch schon 1909 gab es seine erste Gemäldeausstellung.

Die Schau „Wilhelm Busch. Bilder und Geschichten“ ist bis zum 3. März 2019 zu sehen. Das Museum LA8 hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro bzw. 3 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 19 Euro.

Museum LA8 – Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts
Lichtentaler Allee 8
D-76530 Baden-Baden

Telefon: +49 (0)7221 – 500 79 60
Telefax: +49 (0)7221 – 500 79 610

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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29.09.2018, Wilhelm Busch. Bilder und Geschichten

Bei:


Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts

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Wilhelm Busch: „Rums!! – Da geht die Pfeife los …“, 1865
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Wilhelm Busch: „Maestoso.“, 1868
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Wilhelm Busch: „Finale furioso.“, 1868
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Wilhelm Busch, Drei alte Weiden, 1870/75
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Wilhelm Busch, Mein Stubenplatz in Wiedensahl, 1853
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Wilhelm Busch, Selbstbildnis in Graublau, 1869
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Wilhelm Busch, Stehender Schusterjunge nach links, um 1875
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