Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Journal

Oper und Bildende Kunst: Olafur Eliasson, Markus Lüpertz, Hans op de Beeck und Georg Baselitz mit neuen Werken für die Bühne

Raum-Installationen für die Musik



Markus Lüpertz: Bühnenbild und Kostüme zu Vicente Martín y Solers Oper „Una cosa rara“

Markus Lüpertz: Bühnenbild und Kostüme zu Vicente Martín y Solers Oper „Una cosa rara“

Theater und bildende Kunst sind durch die Bühne Geschwister, aber lange standen Malerei und Architektur einfach nur im Dienst der Darstellenden Kunst. Die Emanzipation des Bühnenbilds als eigener Größe – im Spannungsfeld zwischen der Autonomie des Künstlers und den Zwängen des Theaters – ist eine junge Erscheinung der letzten Jahre. Exemplarisch für diese Entwicklung steht etwa die Bühne des holländischen Installations- und Konzeptkünstlers Joep van Lieshout für Richard Wagners „Tannhäuser“ in Bayreuth 2011, aber auch Aleksandar Denics Bauten für Frank Castorfs „Ring der Nibelungen“ 2013.


Bayreuth hat in diesem Jahr mit Neo Rauch und Rosa Loy erneut Künstler eingeladen, die ihren Weg nicht als Bühnenbildner gemacht haben. Deren Konzept für „Lohengrin“ erwies sich allerdings als eine Bild-Landschaft, die der Bühne eher einen assoziativen Kommentar als ein eigenständiges, widerständiges Element addiert hatte. Mit dieser Spannung müssen Künstler wie Betrachter leben: Wann ist das Eigenleben eines Bühnenraums so ausgeprägt, dass er sich – wenn überhaupt – nur locker-assoziativ mit dem Stück verbindet, für das er gedacht ist? Wann ist die Grenze überschritten, die einen das Bühnenwerk transzendierenden Entwurf von einer Bild-Landschaft trennt, die sich doch wieder in den Dienst eines Gesamtkunstwerks stellt und damit ihre Autonomie gefährdet?

Und wann gelingt der glückliche Wurf, dass sich eine Bühne und eine Inszenierung kongenial verbinden und jede der Künste die Stärken ihrer Mittel ausspielen kann, ohne die jeweils andere auf den zweiten Platz zu verweisen? Ist das der Fall bei Karl Friedrich Schinkels Bühne zu Mozarts „Zauberflöte“, die als Rekonstruktion in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin seit Jahren ungebrochen beliebt ist? Gilt das für die Raumbühnen „Heterotopia“ und „Babylon“, die Sebastian Hannak für die Oper Halle konzipiert und für die er den Theaterpreis „Der Faust“ 2017 erhalten hat? Hannak baute den gesamten Raum der Oper Halle als Bühnenraum aus, der für so unterschiedliche Werke wie Richard Wagners „Der fliegende Holländer“, Giuseppe Verdis „Missa da Requiem“ und Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“ als Spiel-Landschaft dient.

Moderne Bühnentechnik ermöglicht heute, die Grenzen von Malerei und Architektur zu überschreiten und mit Licht, Projektionen oder Laser ganz neue, fantastische Räume entstehen zu lassen. Ein Beispiel dafür war Olafur Eliassons Bühne für Hans Werner Henzes „Phädra“ im Jahr 2007 in Berlin. Der dänisch-isländische Magier der Räume und des Lichts kehrt nun an die Staatsoper Unter den Linden zurück und entwickelt die Bühne für Jean-Philippe Rameaus „Hippolyte et Aricie“. Die Trágedie lyrique hat im Rahmen der Barocktage 2018 am 25. November Premiere.

Markus Lüpertz ist ein anderer Künstler, der seit langem auch für die Bühne tätig ist. Der exzentrische Maler, Bildhauer, Literat und langjährige Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie schuf sein erstes Bühnenbild im Jahr 1982, als er an der Documenta 7 teilnahm und für das Staatstheater Kassel Rainer Kunads Oper „Vincent“ ausstattete. Von ihm stammte auch die Bühne zu Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ von 1996 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Nach einer neuen Arbeit für die Berliner Staatsoper 2017 – dort baute er den Raum für Robert Schumanns Szenen aus Goethes „Faust“ – kehrt Lüpertz erneut zur Oper zurück: In Regensburg gestaltet er die Bühne für „Una cosa rara“, eine Oper von Vicente Martín y Soler mit einem Libretto von Lorenzo da Ponte, die einst in Wien mühelos Mozarts „Le Nozze di Figaro“ in den Schatten gestellt hat, heute aber eine ausgesprochene Rarität auf den Spielplänen ist. Die Premiere am Theater Regensburg mit Christoph Spering am Pult und in der Regie von Andreas Baesler ist am 27. Oktober.

Eigentlich ist es verwunderlich, dass Hans op de Beeck jetzt erstmals Regie führt. Baut doch der 1969 im belgischen Turnhout geborene Grenzgänger zwischen den künstlerischen Disziplinen seit langem raumgreifende begehbare Installationen, Orte einer unheimlichen Realität, die den Betrachter den Gespenstern seiner eigenen Illusion überlassen. Seine Räume sind „Bühnen“, die der Zuschauer als Akteur mit seinen Assoziationen und Erinnerungen „bespielt“, die aber auch ein seltsam unnahbares, unheimliches Eigenleben führen.

Zu Hans op de Beecks hintergründigen Raum-Installationen passt der Symbolismus einer Oper wie Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“, die am 3. November an der Staatsoper Stuttgart Premiere hat. Op de Beeck ist für Regie, Ausstattung und Licht verantwortlich und dürfte den Spielort, das alte Paketpostamt in der Ehmannstraße am Rosensteinpark, in einen seiner verfremdeten surrealen Orte verwandeln, wie er sie in zahlreichen Installationen verwirklicht hat. Op de Beeck war bereits einmal für die Oper tätig: Am Teatro Massimo in Palermo schuf er 2015 das Bühnenbild für Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“.

Eine Baselitz-Bühne ist in München zu erleben: Im Jahr seines 80. Geburtstags beauftragte die Bayerische Staatsoper den knorrigen Maler aus Sachsen, Richard Wagner „Parsifal“ auszustatten. Kirill Petrenko am Pult und Pierre Audi als Regisseur bestritten bei den Opernfestspielen 2018 eine teils heftig kritisierte Premiere; im März 2019 steht Wagners Bühnenweihfestspiel drei Mal auf dem Spielplan.

Der „Parsifal“ ist nicht die erste Theaterarbeit von Georg Baselitz: 1993 debütierte er mit Harrison Birtwistles Oper „Punch and Judy“ an der Nationale Opera in Amsterdam, auch damals unter der Regie von Pierre Audi. Mit György Ligetis „Le Grand Macabre“ kehrte er 2013 in seine sächsische Heimat an das Opernhaus Chemnitz zurück – mit einer Bühne, die Walter Sutcliffe als Regisseur deutlich in die Position eines Helfers drängte. Sutcliffe hatte die kaum auf das Stück bezogene Fantasie Baselitz’ in ein szenisches Arrangement zu integrieren – ein Fall, in dem sich die bildende Kunst unbekümmert den Notwendigkeiten der Bühne entzog.

Aufführungsdaten

Halle, Raumbühne Oper Halle: 11. bis 27. Januar 2019, u.a. Giuseppe Verdi, Messa da Requiem (12., 18., 27. Januar); Giacomo Meyerbeer, L’Africaine (16., 25. Januar), Axel Ranisch, Nackt über Berlin (11., 17., 20., 22. Januar). Info: www.buehnen-halle.de

Berlin, Staatsoper Unter den Linden: Jean-Philippe Rameau, Hippolyte et Aricie: 25., 29. November; 2., 4., 6., 8. Dezember 2018. Info: www.staatsoper-berlin.de

Regensburg, Theater: Vicente Martín y Soler, Una cosa rara: 27., 30. Oktober; 1., 18., 24. November; 13. Dezember 2018; weitere Aufführungen von Januar bis Juli 2019. Info: www.theater-regensburg.de

Stuttgart, Staatsoper, Paketpostamt, Ehmannstr. 80-82: Béla Bartók, Herzog Blaubarts Burg: 2., 4., 9., 11. November 2018. Info: www.oper-stuttgart.de

München, Bayerische Staatsoper: Richard Wagner, Parsifal: 24., 28., 31. März 2019. Info: www.staatsoper.de



25.10.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Werner Häußner

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 21

Seiten: 1  •  2  •  3

Variabilder (15)Künstler (6)

Variabilder:

Markus Lüpertz: Bühnenbild und Kostüme zu Vicente
 Martín y Solers Oper „Una cosa rara“
Markus Lüpertz: Bühnenbild und Kostüme zu Vicente Martín y Solers Oper „Una cosa rara“

Variabilder:

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo
 Meyerbeers „L’Africaine“
Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“

Variabilder:

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo
 Meyerbeers „L’Africaine“
Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“

Variabilder:

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für
 Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“
Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“

Variabilder:

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für
 Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“
Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“

Variabilder:

Sebastian Hannak: Raumbühne
 „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“
Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“

Variabilder:

Sebastian Hannak: Raumbühne
 „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“
Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“

Variabilder:

Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“
Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“

Variabilder:

Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“
Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“







Markus Lüpertz: Bühnenbilder in den Werkstätten

Markus Lüpertz: Bühnenbilder in den Werkstätten

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“

Neo Rauch und Rosa Loy, Bühnenbild und Kostüme für „Lohengrin“, Bayreuth 2018

Neo Rauch und Rosa Loy, Bühnenbild und Kostüme für „Lohengrin“, Bayreuth 2018

Neo Rauch und Rosa Loy haben das Bühnenbild für den Bayreuther „Lohengrin“ 2018 geschaffen

Neo Rauch und Rosa Loy haben das Bühnenbild für den Bayreuther „Lohengrin“ 2018 geschaffen

Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“

Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“

Markus Lüpertz im Malersaal des Theaters Regensburg, 2018

Markus Lüpertz im Malersaal des Theaters Regensburg, 2018

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Axel Ranischs „Nackt über Berlin“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“

Markus Lüpertz: Bühnenbild und Kostüme zu Vicente Martín y Solers Oper „Una cosa rara“

Markus Lüpertz: Bühnenbild und Kostüme zu Vicente Martín y Solers Oper „Una cosa rara“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“

Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“

Georg Baselitz: Bühnenbild für Richard Wagners „Parsifal“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“

Sebastian Hannak: Raumbühne „Babylon“ für Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce