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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Seine kommenden Auktionen mit europäischem Kunstgewerbe und Malerei vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert hat Van Ham in Köln umfangreich bestückt und offeriert einige museale Schätze

Gold für die Heiligen



Scolaio di Giovanni, Madonna mit Kind, zwei Engeln und den Heiligen Franziskus von Assisi und Julianus

Scolaio di Giovanni, Madonna mit Kind, zwei Engeln und den Heiligen Franziskus von Assisi und Julianus

Gold zählt zu den glanzvollsten und begehrtesten Materialien, die die Erde zu bieten hat. So verwundert es nicht, dass man ihm seit dem Altertum besondere, gar magische Fähigkeiten zugesprochen hat. Das wertvollste aller Metalle steht für die Sonne, für die Herrlichkeit des Himmels oder für Gott selbst. Große Herrscher der Antike wurden mit Grabbeigaben aus Gold beigesetzt, um ihre ehemalige Bedeutung und Größe zu untermauern. Auch goldene Totenmasken waren keine Seltenheit, wie die sogenannte „Maske des Agamemnon“ aus dem 16. Jahrhundert vor Christus belegt. Jeder Schatzsucher ist erpicht, einen sagenumwobenen Goldfund zu tätigen, was etwa dem berühmten Archäologen Heinrich Schliemann mit dem Schatz von Troja gelang. Auch in der christlichen Kunst findet Gold Verwendung. Schon im byzantinischen Reich wurde es in Form von Blattmetall auf die Altargemälde aufgebracht. Der einheitlich vergoldete Hintergrund symbolisiert die göttliche Ebene, aber auch die Gegenwärtigkeit Gottes und ist nur den Heiligen vorbehalten. Bis in das späte Mittelalter und in die Renaissance hinein haben Maler den Goldgrund auf Altargemälden angelegt, ob glatt oder aufwendig ornamental verziert.


Auch der Maestro di Borgo alla Collina, der in der jüngeren Forschung mit dem um 1400 in Florenz tätigen Maler Scolaio di Giovanni identifiziert wird, verwendete für seine Madonna mit Kind, Engeln und zwei Heiligen einen goldenen Untergrund. Innig neigt sich der Kopf Marias zum Christusknaben, der sich an ihrem Gewandsaum festhält. Umringt wird die Madonna, die auf rot-goldenem Brokatstoff steht, von den Heiligen Franziskus von Assisi links und Julianus rechts. Hinter den beiden Heiligen befindet sich scheinbar schwebend je ein Engel in anbetender Haltung. Außerordentlich fein sind die Punzierung der Heiligenscheine und des Mariengewandes gearbeitet und zeugen von der hohen Qualität des italienischen Meisters, der zwischen 1369 und 1434 in Florenz gelebt hat. Für 40.000 bis 60.000 Euro ist dieses gotische Meisterwerk in Tempera auf Holz am 15. November bei Van Ham zu haben.

Porzellan

Schon tags zuvor steht bei dem Kölner Versteigerer das Kunstgewerbe auf dem Programm und eröffnet mit dem Porzellan. Aus früher Meißner Produktion machen zwei Koppchen mit Untertasse, Spülkumme und Zuckerdose aus einem Service auf sich aufmerksam. Den Goldspitzendekor verantwortete um 1725/30 wohl die Augsburger Seuter-Werkstatt (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Exotisch mutet ein Cremetopf mit Chinoiserien von 1725/30 aus Meißen an, der 2.000 bis 3.000 Euro einbringen soll. Aus dem berühmten Schwanenservice für den Premierminister Heinrich von Brühl sind ein Speiseteller von Johann Joachim Kändler um 1738/39 für 2.500 bis 3.500 Euro und der gut zwei Jahre jüngere Flaschenständer von Johann Friedrich Eberlein mit dem gräflichen Wappen in der Mitte für 10.000 bis 15.000 Euro zu haben. Mehrere Figurengruppen stammen ebenfalls von dem Chefmodelleur Kändler, darunter die galante „Verlobung“ mit Krinolinendame (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) oder ein Schäferpaar, das zur Laute singt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Eine süddeutsche Privatsammlung hat sich auf die Porzellanmanufaktur Ludwigsburg kapriziert und stellt etwa eine kleine Rokokoterrine mit Landschaftsszenen, auf der ein Bauernpaar sitzt, für 1.200 bis 1.500 Euro oder ein etwas größeres Exemplar mit Presentoir, Blumendekor und Kohlkopfknauf für 2.000 bis 2.500 Euro zur Verfügung. Opulent geht es dann bei einer monumentalen Prunkvase in Neorokokoformen mit Weichmalerei aus der KPM Berlin weiter. Grazil hält eine junge Frau den Vasenhals umschlungen, neben ihr tummelt sich eine Amorette, und auf der gegenüberliegenden Seite zeigt eine widderköpfige Männermaske ihre Zähne. Zudem machen sich auf dem Korpus Weintrauben breit. In pastellfarbenen Tönen hat Franz Aulich um 1913 die Blüten am Vasenbauch nach einem Entwurf von Alexander Kips ausgeführt (Taxe 65.000 bis 85.000 EUR).

Jugendstil und Art Déco

Gut bestückt ist wieder die Abteilung mit Jugendstil und Art Déco, etwas mit einer Soufflé-Tischlampe samt blauen Clematisblüten von Emile Gallé aus der École de Nancy um 1925/30 (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR). Gleichaltrig und in selber Technik sind zwei große Gallé-Vase mit Pflaumenzweigen ausgeführt (Taxe je 12.000 bis 14.000 EUR). Eine mit 62 Zentimetern fast doppelt so hohe Vase produzierte seine Manufaktur ebenfalls um 1925/30. Ihr gelber Überfang bildet einen passenden Hintergrund für die roten Mohnblüten und -knospen, deren Struktur fein aus dem Glas geätzt wurde (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Großer Konkurrent zu Gallé waren in Nancy die Daum Frères, die etwa eine mit Birken im Regen bemalte Fußvase um 1905 für 8.500 bis 9.500 Euro oder eine Schale mit einem verschneiten Winterwald für 4.500 bis 6.500 Euro ins Auktionsgeschehen schicken.

Anhaltender Beliebtheit erfreuen sich die charmanten Figuren aus bemalter Bronze und Elfenbein aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Meister darin war der gebürtige Rumäne Demetre Chiparus, der nicht nur in Frankreich seine Anhängerschaft hatte. Das beweisen etwa seine neckische Damengruppe „Le Secret“ (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR) oder die Tänzerin „Carnaval“ im ausladenden grün-goldenen Volantkleid um 1920 (Taxe 23.000 bis 25.000 EUR). Ihm zur Seite steht Pierre Le Faguays mit seinem mittelalterlich inspirierten „Turnierreiter mit seiner Dame“ (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). In den Wiener Jugendstil geht es dann mit Michael Powolnys bunt staffiertem Jahreszeitenputto „Frühling“ um 1907 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR), wieder nach Meißen mit Max Essers großem, weiß belassenem, jungem Bären von 1929 (Taxe 15.000 bis 16.000 EUR). Dort gestaltete 1901 Rudolf Hentschel sein bekanntes Speiseservice „Flügelmuster“; für 88 Teile müssen Käufer mit 15.000 bis 20.000 Euro kalkulieren. Für die Malerei mit einem Segelschiff in Wellenbergen auf einer hohen Bodenvase von KPM war 1909 wohl Theodor Hermann Schmuz-Baudiss zuständig (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Silber

Mit einem schlichten Messkelch von 1660 aus Köln erwirbt der Sammler auch ein Stück Geschichte. Denn in den vergoldeten Kelch mit sechspassigem Fuß und glatter Kuppa ist das Allianzwappen von Sofia Margaretha Freiherrin von Wolff-Metternich zur Gracht und ihrem Gemahl Adolf von Gymnich eingraviert. Das Gefäß entstand wohl zur Altarweihe im Jahr 1660 nach der Restaurierung des Kapellenturms von Schloss Gymnich (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die Tradition der Repräsentationshumpen griff um 1650 der Hamburger Silberschmied Frederich Frederichsen in seinem Exemplar mit dichtem Knorpel- und Ohrmuschelwerk auf (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR), während Joachim Krumpholz in Leipzig sein Stück um 1692/94 mit dem Brustbild Kaiser Leopolds I. verzierte (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).

Von dem Amsterdamer Silberschmied Wijnand Warneke stammt eine Kranenkanne von 1770. Er setzte den birnenförmigen Korpus mit gedrehten Zügen und Muscheldekor auf hohe hölzerne Volutenfüße (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Wer vier identische Saucieren effektvoll auf seine gedeckte Tafel platzieren will, muss zu englischer Fabrikation greifen. William Holmes fertigte 1776 in London die runden Schüsseln mit Akanthusblatt, Tuchdraperien und großem Zapfenknauf. Van Ham hat sie auf zwei Lose aufgeteilt und ihnen jeweils zwei Saucenkellen anderer Silberschmiede beigegeben (Taxe je 3.500 bis 4.500 EUR). Das prächtigste Stück der Silberwaren stellt sein Londoner Kollege Paul Storr: Seine 1806/07 ebenfalls im Stil George III. geformte Terrine besticht durch den strengen klassizistischen Schmuck mit Rillen, Löwenköpfen und Akanthus. Als Bekrönung und Knauf dient ein nachträglich appliziertes Hippokamp. Das ebenfalls aus der Familie Wolff-Metternich zur Gracht eigenlieferte Schmuckstück soll 25.000 bis 30.000 Euro einspielen. Elegantes Art Déco spricht aus Georg Jensens großer Aufsatzschale von 1919, an der Trauben baumeln (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Frühes Kunsthandwerk

Unter den Objekten des frühen Kunsthandwerks tut sich besonders die auf das Jahr 1573 datierte Türmchenuhr von Hans Gruber I. aus Nürnberg hervor. Auf vier Tatzenfüße platzierte er das vergoldete Messinggehäuse, das von einer durchbrochenen Laterne und Minervafigur bekrönt wird. Das mit arabischen und römischen Zahlen besetze Ziffernblatt ist von feinen Gravuren gesäumt, auf der Rückseite hat Gruber noch einen Kompass und eine Sonnenuhr angebracht (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Ein weiteres Highlight ist eine Kruzifixuhr aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Georg Schulz aus Königsberg schuf diese Kostbarkeit mit einem einsehbaren Uhrwerk im Gehäuse und einer Zeitanzeige als Weltkugel auf dem Kreuzstamm (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ein ebonisiertes Renaissance-Kabinett aus Augsburg von etwa 1570/1600 beeindruckt mit der Qualität der Ausführung, seinem tempelartigen Aufbau und seinen Einlagen aus exotischen Hölzern, etwa auf der ausziehbaren Schreibplatte (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Das Barock ist dann mit der Kleinplastik einer Kreuzabnahme erreicht, die wohl in Süddeutschland oder in Flandern im 17. Jahrhunderts geschnitzt wurde. Im Figurenaufbau lässt sich der Einfluss von Peter Paul Rubens’ Altarbild aus der Kathedrale von Antwerpen erkennen (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Eine Rarität ist eine wohl aus Augsburg stammenden Reiseapotheke, deren Entstehungszeitraum auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts gelegt wird. Besonders augenfällig ist das Pappelmaserholz, das als Furnier Verwendung fand. Die zahlreichen Schubladen sind mit roter Seide bezogen und beherbergen eine Fülle an Gefäßen und Gerätschaften, die für einen Apotheker notwendig waren, etwa eine silberne Spachtel, eine Schere, Becher, eine Waage und ein Mörser. Einige der Silberobjekte tragen die Meistermarke von Matthäus Baur II aus Augsburg, so dass sich diese Teile auf 1680/85 datieren lassen (Taxe 22.000 bis 24.000 EUR).

Möbel und Einrichtung: Sehnsucht nach Exotik

Dass die Chinamode auch in Frankreich während des 18. Jahrhunderts Einzug hielt, beweist ein Paar Girandolen mit knienden Chinesen. Die Entwürfe zu den in Paris um 1745/50 entstandenen Bronzen im goût pittoresque lieferte wohl Juste-Aurèle Meissonnier. Auf je einem vierfüßigen Felsensockel knien die dunkel patinierten Männer mit ihren langen Bärten. Die Tüllen in ihren Händen sind als vergoldete Lotusblüten geformt (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Mit überbordendem Rocaillewerk und einer Marketerie in Boulle-Technik aus Schildpatt und Messing präsentiert sich eine große Pendule mit Konsole im Stil Louis XV. Das Ziffernblatt des Uhrwerks aus Paris um 1750 trägt die Signatur von Pierre Gille l’Aîné (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Etwas jünger ist der Eckschrank aus der Neuwieder Manufaktur von David und Abraham Roentgen. Den leicht geschwungenen Korpus haben sie mit edlen Hölzern wie Nussbaum, Ahorn und Buchsbaum in Form von Blumenbouquets mit Schleifenbändern auf den Türen eingelegt. Vergoldete Applikationen und Beschläge aus Bronze zieren zudem den Schrank von 1765/70 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Eine Stutzuhr aus dem Klassizismus, die der Bremer Johann Eberhard Castens um 1780 mit einem Figurenautomat samt zwei tanzenden Paaren ausgestattet hat, verzaubert den Käufer zusätzlich mit einem stündlichen Spielwerk, das vier verschiedene Melodien erklingen lässt. Die Uhr in einem Gehäuse aus marmoriertem Holz und Füllungen mit antiken Musen in Hinterglasmalerei ist mit 10.000 bis 15.000 Euro veranschlagt. Arthur Waagen bediente im ausgehenden 19. Jahrhundert dann wieder den Exotismus und goss dafür zwei dunkelbraune Bronzereliefs mit einem Paar in goldener algerischer Tracht (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR).

Gemälde Alter und Neuerer Meister

Mit dem „Knaben mit Tabak“ von Michaelina Woutiers hat Van Ham wieder ein Werk der noch recht unbekannten flämischen Barockmalerin zu Tage gefördert. Das Genreporträt mit dem dunkelhaarigen Jungen, der am Tabak reicht, um dessen Qualität zu überprüfen, brilliert mit raffinierten Pinselstrichen und gezielt gesetzten Weißhöhungen, wie am Griff des Messers oder den Wamsknöpfen. Dies soll mit 90.000 bis 120.000 Euro honoriert werden. Ansprechend ist ebenfalls das liebenswürdige Knabenbildnis des Cornelis de Wildt mit einer weißen Ziege vor einem Fluss von Anthonie Palamedesz (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Eine weite Flusslandschaft von Salomon van Ruysdael versetzt den Betrachter ins 17. Jahrhundert zurück. Der silbrig schimmernde Fluss mit seinen grauen Wolken, über dem gerade eine Fähre ein paar Kühe und Bauern transportiert, ist schon zum wiederholten Mal bei Van Ham zugegen, seine Schätzung nun auf günstige 60.000 bis 70.000 Euro gefallen.

Mit einer italienisch inspirierten, schroffen Felsgegend samt Bach, Brücke, Wasserfällen und Kloster tritt Adriaen Hendricksz Verboom an. Für die reisende Dame auf einem Esel und die einfachen Bauersleute ist hingegen Johannes Lingelbach zuständig (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Eher untypisch für das Schaffen David Teniers’ d.J. sind Meeresbilder. Bei Van Ham liegt eine felsige Küste mit bewegter See, großem Dreimaster und Segelboot an einem bewölkten Tag für 15.000 bis 20.000 Euro vor. In diese Preiskategorie ordnet sich zudem Hendrick Cornelisz van Vliets gotisches Kircheninterieur wohl von St. Bavo in Haarlem aus dem Jahr 1665 bei 15.000 bis 18.000 Euro ein. Für die Gattung Stillleben stehen ein farbleuchtendes Blumengebinde, das an einem Nagel vor einer dunklen Nische hängt und Pieter Gallis zugeschrieben wird (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR), und die Pendants mit Zitrusfrüchten und Granatäpfeln in Schalen, die Octavianus Montfort mit Aquarell und Gouache auf Kreidegrund und Pergament gemalt und ihnen somit eine freskenhafte Anmutung verliehen hat (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Von Johann Georg Platzer soll die Miniatur eines Barockmusikers mit Laute stammen (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), und auch für das Bildnis der Tochter des Künstlers am Cello ist die Urheberschaft Balthasar Denners nicht vollkommen gesichert (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Moderne Frau

Das 19. Jahrhundert beginnt ebenfalls mit Portraitkunst, darunter Hans Veit Friedrich Schnorr von Carolsfelds Bildnis seiner zarten Tochter Juliane Ottilie mit einer weißen Taube von 1808/09 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Anton Einsles Staatsportrait des jungen Kaisers Franz Joseph I. in Galauniform aus dem Jahr 1849 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Mit ausdrucksvollen Selbstbildnissen treten Franz Ludwig Catel in einer Nische mit Palette, Blumenstrauß und grünem Samtvorhang und Carl Friedrich Lessing vor neutralem braunem Hintergrund an (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR). Für Liebhaber schöner Damen ist das Bildnis der französischen Schauspielerin und Kurtisane Alice Ozy von Théodore Chassériau einen Blick wert. Die dunkelhaarige Schönheit in einem buntfarbigen Kostüm der amerikanischen Südstaaten schaut verzückt in den Handspiegel und steckt sich eine üppig blühende Rose ins Haar (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Eine moderne Frau verewigte Franz von Lenbach 1895 in charakteristisch braunem Kolorit: Clara Kusenberg, die führende Tennisspielerin im Deutschen Reich, die von der Fachpresse zu den zehn besten Sportlerinnen ihres Fachs in Europa gezählt wurde (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die Hauptgattung im 19. Jahrhundert war die Landschaft, die im Katalog in vielen unterschiedlichen Ausprägungen zu ihrem Recht kommt. In spätromantischem Gestus gestaltete Georg Heinrich Crola 1855 seinen Blick auf die Ruinen der Abtei Walkenried im Harz im goldenen Licht der Morgendämmerung (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Unprätentiös geht Johann Bernhard Klombeck bei seinem Waldrand mit mächtigen Eichenbäumen, Bachlauf und Bauern mit Kühen auf dem Weg vor (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Hugo Knorr reicherte seine Waldlichtung 1873 neben einer alten Eiche pittoresk mit einem Zigeunerlager an (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Für den Realismus im Leibl-Umfeld steht die unspektakuläre Senke einer „Schwarzwaldwiese“ in grünen Schattierungen von Hans Thoma aus dem Jahr 1874 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Immer noch nicht wird das Schaffen Ludwig von Gleichen-Russwurms angemessen gewürdigt, der als einer der ersten in Deutschland Ideen des Impressionismus übernahm, was eindrucksvoll seine Wäscherinnen bei der „Großen Bleiche“ an einem Sonnentag auf der grüne Wiese von 1889 belegen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Mit noch etwas mehr realistischem Impetus gesellt sich Friedrich Kallmorgen mit seinen Kindern und einem Hund unter einem herbstlichen Baum von 1894 dazu (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Als Pointillist weist sich der Schwede Gustaf Thorsander mit einer blaugrauen Winterlandschaft bei Schneefall von 1911 aus (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Ab in den Süden

In den Süden zog es etwa den Danziger Maler Johann Karl Schultz, der 1864 den romanischen Dom von Ancona mit seiner eindrucksvollen Fassade auf dem Gipfel des Monte Guasco emporragen ließ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), oder Oswald Achenbach zu einem italienischen Dörfchen an einem Berghang mit einem Brunnen und Bewohnern davor (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Für Venedig interessierte sich indes Gustav Schönleber in seiner Abendstimmung an der Riva degli Schiavoni (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Weiter in das Innenleben der Serenissima drang der Spanier Ramón Tusquets y Maignon und nahm vor 1890 mit viel Genrezutaten den Auszug eines Kardinals aus der Kirche Santi Giovanni e Paolo auf (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Auch die starke Fraktion der Orientalisten redet in der Auktion ein Wörtchen mit. Da ist zunächst der Italiener Alberto Pasini, der 1866 eine weite abendliche Wüstenlandschaft mit einem Gefangenentransport als querformatige Ölstudie anlegte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Jan Portielje portraitierte als Brustbild eine junge Orientalin in ihrer Tracht und fing damit die Exotik der Fremde ein (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Halbentblößte schwarzhäutige Frauen am Ufer des Weißen Nils sind das Sujet für Max Friedrich Rabes’ „Große Wäsche bei Omdurman“ im heutigen Sudan (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Zwei einsame Soldaten lässt Willy Schlobach durch die Steppe bei Klein Windhoek reiten und am Horizont das markante Waterberg-Plateau in diffusem unwirklichem Licht zwischen Blau und Rosa aufragen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Die Auktionsrunde startet am 14. November um 10:30 Uhr mit dem Kunstgewerbe. Am 15. November folgen um 10:30 Uhr Schmuck und Uhren, ab 15 Uhr die Alten und Neueren Meister. Die Vorbesichtigung läuft vom 9. bis zum 12. November täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.van-ham.com abrufbar.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



08.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Robert Seegert/Ulrich Raphael Firsching

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