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Von Monet bis Manga: Das Arp Museum in Remagen beleuchtet den Einfluss der japanischen Kultur auf Europa

Im Japan-Fieber



Paul Signac, Frisierszene. Opus 227, 1892

Paul Signac, Frisierszene. Opus 227, 1892

Schon vor dem Arp Museum in Bahnhof Rolandseck begrüßt Japan den Besucher. Zur Einstimmung haben die Ausstellungsmacher einen japanischen Garten angelegt. Peter Berg, ein örtlicher, aber international renommierter Gartendesigner, hat einen Felsengarten entworfen und umgesetzt. Dazu hat er Bäume gepflanzt, von denen drei die Gluthitze dieses Sommers nicht überlebt haben und ausgetauscht werden mussten. Doch jetzt können die Besucher im Garten lustwandeln und den fantastischen Rheinblick genießen. Im Innern des Museums wird der Besucher im Tunnel, dem Übergang vom historischen Gebäudeteil in den Meier-Bau, durch eine gezeichnete „Magical Girl-Geschichte“ begrüßt. Es ist eine Auftragsarbeit des Museums an die bekannte Zeichnerin Pummelpanda. In der Geschichte geht es um das Museum, seine Kunst und ein Monster, das bevorzugt Kunst frisst und von dem Magical-Girl mit Hilfe ihres Drachens Roland erfolgreich bekämpft wird.


In der Kunstkammer Rau findet dann die historische Aufarbeitung des „Japanfiebers“ statt. In Zusammenarbeit mit dem Musée des impressionnismes in Giverny, wo Monet gelebt hat, kamen einige Ausstellungsstücke nach Remagen. Zahlreiche berühmte Impressionisten und Postimpressionisten wie Claude Monet, Pierre Bonnard, Georges Seurat oder Maurice Denis bilden den Kern der Ausstellung, ergänzt von unzähligen japanischen Exponaten. Die Begegnung mit Japan bildet eine entscheidende Triebfeder des Impressionismus, dessen Blütezeit von 1870 bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts die Ausstellung unter dem Aspekt des Japonismus beleuchtet. So war Claude Monet ein bedeutender Sammler japanischer Farbholzschnitte. Die Werke, die in seinem Wohnhaus in Giverny dauerhaft gezeigt werden, sind nun zum größten Teil in der Kunstkammer Rau zu sehen.

Mit Beginn der Meiji-Zeit im Jahr 1868 öffnete sich Japan nach fast zwei Jahrhunderten weitgehender Isolation der westlichen Welt. Neben den neuen Beziehungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene zwischen Japan und dem Westen standen auch die europäische Kunstszene und der Kunstmarkt der Öffnung des fremden Landes nicht teilnahmslos gegenüber. Japan kam so richtig ins Bewusstsein der westlichen Welt, als die Meiji-Regierung sich, die japanische Kunst und das Kunsthandwerk auf den großen Weltausstellungen in Wien 1873 und Paris 1878 präsentierte. Kein Wunder, dass Mary Cassatt ihrer Künstlerfreundin Berthe Morisot zurief: „Das darf man einfach nicht verpassen. Man muss die Japaner einfach gesehen haben. Kommen Sie so schnell Sie können.“ Schon 1872 führte der französische Kunstkritiker Philippe Burty den Begriff des „Japonisme“ ein, als er eine Reihe von Artikeln für die Zeitung „La Renaissance littéraire et artistique“ verfasste.

Was machte die große Faszination der japanischen Kultur aus, die ja nicht nur die bildende Kunst, sondern auch die Oper, Architektur, das Möbeldesign und die Literatur eroberte? Man fühlte sich angezogen der Exotik, von den leuchtenden Farben, der ungewöhnlichen Flächigkeit und den gewagten Perspektiven, vor allem aber von der hohen Kunst des Farbholzschnittes. Fast jeder kennt die „Große Welle vor Kanagawa“ von Katsushika Hokusai, von dem auch ein Abzug in Monets Haus in Giverny hängt. Atelier- und Interieuransichten von James Ensor bis Félix Vallotton im Verbund mit den japanischen Farbholzschnitten bilden seltene Höhepunkte der Schau in Remagen. Vallottons Gemälde „Max Rodrigues-Henriques im Atelier seines Stiefvaters Félix Vallotton“ aus dem Jahr 1900 zeigt im Hintergrund zwei Werke des japanischen Künstlers Kitagawa Utamaro. Vergleicht man manche Werke wie „Das ferne Ufer des Flusses“ von Utagawa Hiroshige mit dem „Hafen von Portrieux“ von Paul Signac, lässt sich die Wirkmacht der fernöstlichen Kunst auf die Europäer nicht leugnen.

Zwei Ausstellungsbereiche beleuchten dann das Thema „Geisha“, das belegt, wie umfangreich die Ausbildung zur Geisha war. Die Geisha steht für sinnliche Exotik, Eleganz und Konversation auf höchstem Niveau. Signac kleidete seine Modelle in Kimonos und umgab sie mit japanischen Accessoires wie Fächern, Schirmen oder Paravents sowie mit japanischem Porzellan. Besondere Beispiel für die Faszination dieses Berufstands sind „Das Mädchen im weißen Kimono“ von George Hendrik Breitner oder die Gemälde „Mädchen in japanischem Gewand“ und „Der blaue Kimono (Eine gemütliche Ecke)“ von William Merritt Chase. Die schrägen, oft asymmetrischen Kompositionen der japanischen Holzschnitte wurden von den westlichen Künstlern in eine neue Bildsprache umgewandelt. So lassen Monets Gartenimpressionen Himmel- und Wasserreflexe ineinanderfließen, Vincent van Gogh verwendete in seinen Stillleben unschattierte Farbflächen und reine Farben.

Auf der Ausstellungsetage des alten Bahnhofs zeigt eine ungewöhnliche, den Besucher zum Mitmachen animierende Präsentation, wie sehr sich der Einfluss der japanischen Kultur bis ins 21. Jahrhundert gehalten hat und gerade jetzt eine Renaissance erlebt. Inzwischen sind die Interpretationen der japanischen Kultur zum festen Bestandteil unserer Welt geworden. Manga, der japanische Comic, steht in der Tradition der Werke Hokusais und anderer Holzschnittkünstler. Eine große Auswahl an Mangas von japanischen und deutschen Zeichnern der bekannten Verlage Kazé oder Tokyopop zeigt vielfältige Bildergeschichten, und eine Leselounge lädt dazu ein, in den verschiedenen Comics zu schmökern.

Der japantypische Zeichentrickfilm Anime ist der jungen Generation vertraut. Zu den bekanntesten Trickfilmstudios für Animes zählt das Studio Ghibli, dessen Filme wie „Prinzessin Mononoke“, „Mein Nachbar Totoro“ oder „Chihiros Reise ins Zauberland“ in Deutschland Kinosäle füllten. Aber auch die deutschen Zeichentrickserien „Heidi“ oder „Die Biene Maja“ sind unter japanischem Vorbild entstanden. Dabei ist das Highlight der spektakuläre Animationsfilm „Miss Hokusai“, der schon 2016 in Deutschland für Furore sorgte. Die zahlreichen Manga-Figuren haben viele junge Mädchen und Heranwachsende dazu animiert, sich eigene Kostüme im Manga-Stil zu nähen. Das „Cosplay“, das Spiel mit der Kostümierung, war geboren. Auf Cosplay-Events werden die Comic-Figuren dann zum Leben erweckt. Nun kann man sich im Bahnhof Rolandseck verkleiden und Selfies machen, die man in den sozialen Medien posten sollte – eine belebende, kultur- und kunsthistorisch faszinierende Ausstellung.

Die Ausstellung „Im Japanfieber – Von Monet bis Manga“ läuft bis zum 20. Januar 2019. Das Arp Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Kinder bis 12 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 29 Euro.

Kontakt:

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1

DE-53424 Remagen

Telefon:+49 (02228) 94 250

Telefax:+49 (02228) 94 25 21

E-Mail: info@arpmuseum.org



09.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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26.08.2018, Im Japanfieber - Von Monet bis Manga

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Félix Vallotton, Max Rodrigues-Henriques im Atelier seines Stiefvaters Félix Vallotton, 1900

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Claude Monet, Seerosen, 1908

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in der Ausstellung „Im Japanfieber – Von Monet bis Manga“

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