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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Auktionshaus Lempertz in Köln kann bei den Alten Meistern und der Kunst des 19. Jahrhunderts mit marktfrischer Ware aufwarten

Im römischem Untergrund



Leo von Klenze, Römische Bauten mit der Ansicht der Cloaca Maxima, um 1824/25

Leo von Klenze, Römische Bauten mit der Ansicht der Cloaca Maxima, um 1824/25

Auf den ersten Blick ist Leo von Klenzes Vedute aus der Stadt Rom vielleicht etwas unspektakulär. Da tun sich vor dem Betrachter vor allem mit Pflanzen überwucherte Steinmassen auf. Aber keines der berühmten Bauwerke der Ewigen Stadt weckte Klenzes Interesse. Seine Aufmerksamkeit galt der „Cloaca Maxima“, der im sechsten Jahrhundert vor Christus gebauten Hauptader des antiken Abwassersystems, die zwischen dem Palatin und der Kapitol bis zum Tiber führte. Und doch hat Klenze hier ein Kunstwerk geschaffen, das den Betrachter durch die Jahrhunderte bis in seine Gegenwart mitnimmt. Denn architektonisch sind hier verschiedene Baustile vereint, angefangen beim Rundbogen des antiken Kanalsystems, über einen Brunnen, der an die berühmte „Bocca della Verità“ erinnert, frühchristliche Kapellenbauten zu Versatzstücken aus Romanik und Renaissance oder der Konstruktion eines offenen Dachstuhls. Doch wo bleibt die Gegenwart in diesem wohl kalkulierten Architekturbild? Die taucht in den Staffagefiguren auf. Denn neben römischer Bevölkerung hat Klenze einen vornehm gekleideten Herrn ins Bild gesetzt, der auffällig den antiken Ort studiert. Es ist wohl sein langjähriger Freund Martin von Wagner, der ebenfalls als Maler, Bildhauer und Kunstsammler, vor allem aber als Kunstagent für König Ludwig I. tätig war und Klenze als Cicerone durch Rom begleitete.


Auch die Provenienzkette ist beeindruckend. Das Gemälde ging als Geschenk Leo von Klenzes an den Münchner Maler und Architekturprofessor Ludwig Lange und kam über seine Tochter in die Familie des Physikers Ernst Eduard Voit, eines Sohnes des Architekten August von Voit. Seine Nachkommen trennen sich nun von den „Römischen Bauten mit der Ansicht der Cloaca Maxima“ und haben sich dafür das Kölner Auktionshaus Lempertz ausgesucht. Mit einer Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro gehört die Marktneuheit am 17. November zu den Höhepunkten der Versteigerung Alter und Neuerer Meister. Woldemar Hermann hat sich für seine Vedute mit einer Prozession vor dem Dom von Siena ein eingängigeres Motiv ausgesucht, wobei die Fassade des mächtigen Baus die kleinen Menschen überstrahlt (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Bei Michael Neher ist die „Partie aus Kelheim an der Donau“ von 1844 mit der etwas ruinösen Stadtbefestigung und einem Wachturm wieder etwas schlichter ausgefallen (Taxe 24.000 bis 26.000 EUR). Als Venezianer schuf Carlo Grubacs seine zahlreichen Ansichten der Serenissima für die Touristen als Mitbringsel von der Reise. Lempertz offeriert drei Aquarelle mit der Seufzerbrücke, der Piazzetta und dem Dogenpalast für jeweils 5.000 bis 7.000 Euro.

Heiterer Süden

Wie Klenze zog es viele deutsche Künstler im 19. Jahrhundert nach Italien, etwa den Düsseldorfer Malerfürsten Oswald Achenbach, der 1889 an einem sonnigen Nachmittag eine kleine Gesellschaft im Park der Villa Torlonia in Frascati unter Bäumen beobachtete (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Einen Weitblick über den Golf von Neapel mit dem Vesuv in der Ferne gönnte sich an einem diesigen Tag des Jahres 1874 der Frankfurter Maler Carl Morgenstern (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Etwas näher an das städtische Geschehen rückte Antonio Marinoni bei seinem braunlastigen „Golf von Neapel“ heran; auch bei ihm raucht der Vesuv im Hintergrund (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). In heimische Gefilde begab sich Ludwig Philipp Strack, Hofmaler des Prinzen von Holstein in Eutin, bei seiner frühromantischen „Landschaft an Plöner See“ von 1798 mit arbeitenden und rastenden Bauern zur Erntezeit (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR). Eine ruhige Stimmung strahlt zudem Andreas Schelfhouts Sommerlandschaft im sanften Tal der Maas mit der Figuren an einem Waldweg aus (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Einmal nicht eine seiner tristen Winterlandschaften, sondern einen hellen Frühling mit blühenden Bäumen über grünem Gras hat Max Clarenbach am Rhein festgehalten (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Mit Carl Spitzweg geht es dann nach Bayern. Auf einer Zigarrenkiste hat er sein in warmes Licht getauchtes fränkisches Panorama „Vor dem Städtchen“ in flottem Duktus gemalt. Ob für die kleinformatige Landschaft aus seinem Spätwerk aber 100.000 bis 120.000 Euro zusammenkommen, bleibt abzuwarten. Zur aktuellen Jahreszeit passt Ludwig Knaus’ effektvoll von Mond und Laternen beleuchteter nächtlicher „Martinszug von St. Quirinus in Neuss“ (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR). Ein reines Genregemälde ist dann Gaetano Belleis von straken Affekten bestimmter „Annäherungsversuch“ in einer Waschstube. Die Tradition des holländischen Stilllebens setzte im frühen 19. Jahrhundert Arnoldus Bloemers etwa in einem präzise porträtierten Blumenstrauß mit Vogelnest fort. Angesichts der 115.000 Euro, die ein vergleichbares, wenn auch größeres Gemälde im November 2009 bei Lempertz erzielte, nehmen sich jetzt die anvisierten 18.000 bis 20.000 Euro bescheiden aus. In diese Preiskategorie ordnet sich zudem Johann Wilhelm Preyers genügsameres Arrangement aus Reineclauden, weißer und blauen Trauben samt Fliege auf einer Steinplatte von 1880 ein.

Für den goldenen Himmel

Einer der Glanzpunkte in der Ausstellung „Beschaffenheit des Himmels“ über die Altarmalerei am Mittelrhein vom 13. bis 16. Jahrhundert im Hessischen Landesmuseum Darmstadt war heuer die Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars der Bopparder Karmeliterkirche mit einer Kreuzigung Christi und den zwölf Aposteln. Überraschend ähnlich in Figurenzeichnung und Aufbau ist eine Tafel mit sechs Aposteln auf Goldgrund, die die Frankfurter Kunsthistorikerin Michaela Schedl daher auch dem Meister des Siefersheimer Altars oder seinem Umfeld zuschreibt. Das um 1400 entstandene, bisher unpublizierte Werk aus der ehemaligen Sammlung Heinz Kisters steht mit 200.000 bis 300.000 Euro an der Spitze der Altmeister-Offerte. Einige Jahrzehnte jünger sind die Geburt Christi eines oberrheinischen Meisters, in der sich hinter dem Stall schon eine Landschaft mit Stadt und mächtiger Kirche andeutet (Taxe 65.000 bis 75.000 EUR), und Neri di Biccis etwas pikierte Madonna mit Kind und zwei Engeln in einem noch gotisierenden hieratischen Stil (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Die beiden Apostel Simon Zelotes und sein Bruder Jakobus der Jüngere haben sich beim Meister der heiligen Sippe in einem gotischen Kirchenraum vor einer wertvollen Brokatbespannung eingefunden (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR).

Dann folgt im Katalog die Renaissance-Malerei und startet mit dem reich ausgestatten Triptychon der Anbetung der Könige, der Anbetung der Hirten und der Rast auf der Flucht nach Ägypten. Es wird dem Meister von 1518 und seiner Werkstatt zugeordnet, hinter dem die Kunstwissenschaft heute den Antwerpener Manieristen Jan van Dornicke vermutet (Taxe 180.000 bis 200.000 EUR). Im flämischen Kulturkreis bleibt es mit einem frühen, noch in Farbzonen aufgeteilten Landschaftsgemälde vom Meister der weiblichen Halbfiguren, in das er um 1545 noch klein eine Bekehrung des heiligen Paulus integriert hat (Taxe 100.000 bis 140.000 EUR). Bei Pieter Aertsen stand die religiöse Aussage im Vordergrund, wenn er um 1550/55 ein eindrucksvolles figurenreiches „Jüngstes Gericht“ in leuchtendem Kolorit schilderte (Taxe 120.000 bis 140.000 EUR). Wiederum ein Namenloser ist der Monogrammist I.W. Aber sein Brustbild der eleganten „Salome“ vor grünem Samtvorhang führt deutlich vor Augen, dass der in Böhmen zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts tätige Maler zuvor in der Werkstatt Lucas Cranachs gearbeitet haben muss (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR).

Den Übergang von der Spätrenaissance zum Barock vollzieht Abel Grimmer mit seinen „Vier Jahreszeiten“. Den Lauf des Jahres illustriert der Antwerpener in seinem vierteiligen Zyklus mit dem ländlichen Alltagsleben im Flandern: Den Frühling mit der Anlage von Beeten in einem streng geometrisch ausgerichteten Garten, den Sommer mit der Heuernte, den Herbst mit der Schlachtung eines Schweins, den Winter mit vergnügten Schlittschuhläufern auf dem Eis (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Südländischer erscheint die Landschaftsauffassung bei dem ebenfalls in Antwerpen geborenen Paul Bril, der aber 1582 nach Rom zog. So spielt seine legendäre Ankunft des antiken Sängers Arion auf einem Delfin vor einer italienisch inspirierten Küste (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Roelant Savery breitet eine Paradiesvorstellung aus. Einträchtig hat er eine Fülle unterschiedlicher, teils exotischer Vögel bühnenartig vor baumbestandenen Felshängen mit einem Durchblick auf einen ruinösen Rundturm aufgereiht (Taxe 180.000 bis 220.000 EUR).

Gut vertreten ist wieder die Künstlerfamilie Brueghel, etwa mit dem Tondo eines Waldrands samt rastenden Soldaten von Jan Brueghel d.Ä. (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR) oder vor allem mit seinem Sohn Jan Breughel d.J. Auf eine Komposition seines Vaters mit Hans Rottenhammer hat er sich seiner „Taufe Christi“ gestützt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR) und bei seiner Madonna mit Kind am Waldesrand sich eines versierten, aber bisher unbekannten Figurenmalers versichert (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Auf Architekturstücke war Dirk van Delen spezialisiert. Ein prachtvolles Palastinterieur hat er 1626 als biblisches Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus gestaltet (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Vorbild Lehrer

Für seine Leinwand „Lot und seine Töchter“ in einer Höhle vor der brennenden Stadt Sodom griff Gerrit Willemsz Horst auf eine um 1636 datierte Zeichnung seines Lehrers Rembrandt zurück, was eine Datierung des Gemäldes in die späten 1630er Jahre wahrscheinlich macht. Pieter de Grebber hielt sich dagegen an die antike Mythologie und entwarf 1628 einen recht gesitteten „Triumph des Bacchus“ (Taxe je 70.000 bis 80.000 EUR). Wilder geht es bei seinem Haarlemer Kollegen Nicolaes Berchem zu, der seine weite Talsenke zwar in mildes Licht taucht, darin aber einen mörderischen Überfall auf Reisende platziert (Taxe 90.000 bis 100.000 EUR). Der dritte Haarlemer Meister im Programm ist der Pferdemaler Philips Wouwerman, der um 1665 das Treiben auf einem Pferdemarkt mit vornehm gekleideten Kunden, schlichteren Händlern und einem zentralen Schimmel einfing (Taxe 130.000 bis 150.000 EUR).

Als Portraitist tritt Pieter Nason mit dem feinen Bildnis eines bisher nicht identifizierten Feldherrn von 1667 an, der sich durch Prunkharnisch und Kommandostab ausweist (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), als Landschafter Jacob van Ruisdael mit einem eher harmlosen Teich samt Angler und Schäfern, umstanden von hohen Bäumen, für anspruchsvolle 100.000 bis 120.000 Euro. Steckenpferd von Aert van der Neer waren nächtliche Szenen, die atmosphärisch vom kalten Licht des Mondes beleuchtet werden, so auch bei einer Dorfstraße mit zwei schlendernden Herren (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Als weiterer Spezialist tritt Ludolf Backhuysen d.Ä. an, der sich auf die Marinemalerei konzentrierte. So schaukeln auf seinem exquisiten Kabinettstück vor der Insel Texel ein kleines Boot mit zwei Fischern, mehrere Segelschiffe unter niederländischer Flagge und auch ein mächtiges Kriegsschiff mit Segeln auf Halbmast an einem silbrigen Morgen (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Stilllebenblüte

Die Gattung Stillleben bedienen Maler aus den verschiedenen Schulen. Da ist zunächst der Kölner Peter Binoit, der 1625 einen kleinen Blumenstrauß völlig unprätentiös in einer Glasvase aufblühen lässt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auch der Spanier Juan de Arellano geht bei seinen Narzissen, Tulpen, Stockrosen, Hyazinthen und anderen Blumen, die von Schmetterlingen umflogen werden, subtil ans Werk (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Floris van Schooten gesellt sich zu ihnen mit einer sparsamen Anordnung von silbernem Becher, Brötchen, umgestürztem Weinglas und zwei Obstschalen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Aufwändiger sind die Arrangements italienischer Künstler, wie Agostino Verrocchios füllige Ansammlung von Trauben, Honigmelone, Pfirsichen, Pflaumen, Baumerdbeeren und Waldbeeren auf einer Steinplatte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder Francesco Malagolis opulente Zusammenstellung von Blumen, Früchten und zwei Amseln in einem weichen ausgesuchten Kolorit des späten 18. Jahrhunderts (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Eher erlesen geht es Pier Francesco Cittadinis Stillleben mit Süßigkeiten und gefüllten Gläsern mit Ausblick in eine Landschaft samt Liebespaar zu (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Den gebürtigen Hamburger Christian Berentz verschlug es um 1680 nach Rom, wo er bis zu seinem Lebensende 1722 für führende Adelsfamilien tätig war. Unter dem südlichen Einfluss sind auch seine Pendants mit Früchten, Blumen und Pilzen in intensiver Farbigkeit entstanden (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Höhepunkt bei den Italienern ist mit 130.000 bis 150.000 Euro Onorio Marinaris tragische „Kleopatra“, die sich eben von der Schlange beißen lässt. Das Gemälde, das erst vor kurzem dem Florentiner Barockmaler zugewiesen wurde, ist eines der seltenen Beispiele im Œuvre Marinaris aus dem Bereich der antiken Geschichte, der sonst auf religiöse Themen abonniert war. Schon in den Klassizismus datiert Pietro Fabris’ Genreszene einer rastenden Räuberbande in einer weiten hellen Landschaft vor Neapel (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Die kleine Suite mit Arbeiten auf Papier hält ein einnehmendes Aquarell bereit, auf dem sich eine Maus, eine Raupe, eine Libelle und ein Schmetterling um einem Rosenzweig scharen. Es könnte von Jan Brueghel d.Ä., aber auch von Jan van Kessel oder Jacob Hoefnagel stammen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Gesichert ist die Urheberschaft Jan van Goyens für eine Flusslandschaft mit einem Haus und Booten von 1652 in schwarzer Kreide (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und Annibale Carraccis für die Studie eines Baumes in brauner Tusche (Taxe 1.400 bis 1.600 EUR). Ein qualitätvoll in Rötel gezeichneter, sich aufstützender Männerakt ist Giovanni Francesco Barbieri wiederum nur zugeschrieben (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Klassizistisch wird es mit Abraham Louis Rodolphe Ducros’ malerischem, blattfüllendem Aquarell eines Fischers bei Tivoli in zahlreichen Grüntönen (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) und mit einer braunen Tuschelandschaft samt Hirten und ihren Tieren in Rückenansicht, für die sich Wilhelm von Kobell die Vorlage bei Nicolaes Berchem geholt hat.

Alte Skulpturen

Das Skulpturenangebot greift noch einmal weit in die Geschichte zurück: Ein bronzener Samson-Leuchter datiert in die deutsche Romanik des 12. Jahrhunderts (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR). Der Schwerpunkt liegt aber auf Holz- und Steinplastiken der Gotik. Eine heilige Katharina aus Lothringen um 1320 ist aus Kalkstein gearbeitet und mit 50.000 bis 60.000 Euro bewertet. Gut 150 Jahre jünger ist eine heilige Elisabeth, die sich um einen Krüppel kümmert. Auch bei dieser Sandsteinfigur aus Westfalen sind 50.000 bis 60.000 Euro vorgesehen. Wohl in Franken wurde in dieser Zeit die Heiligengruppe mit Dorothea, Antonius und Margaretha geschnitzt und farbig gefasst. Heute ist sie aber nur braun lasiert (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Das Relief einer Geburt Christi lässt sich genauer im Umfeld oder der Werkstatt Tilman Riemenschneiders lokalisieren und um 1500/05 datieren (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Für den zeitgleich in Kempten tätigen Bildschnitzer Jakob Maurus ist ein heiliger Sebastian gesichert (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Nach Nottingham geht es mit dem dicht gedrängten Alabasterrelief „Aussendung des Heiligen Geistes“ aus der Mitte des 15. Jahrhunderts (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Der Katalog hält auch einige schöne Beispiele der Elfenbeinschnitzerei bereit, etwa ein anmutiges segnendes Christuskind aus Süddeutschland um 1515 für 4.000 bis 6.000 Euro oder die barocke dramatische Szene „Kain erschlägt Abel“, für die die Werkstatt Simon Trogers zusätzlich Buchsbaum verwendete (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR). Aus Wachs schuf der Klassizist Georg Raphael Donner seine Darstellung der „Heiligen Familie“ mit Elisabeth, dem Johannesknaben und zwei Engeln nach dem Gemälde Raphaels aus dem Louvre. Das Relief sollte wohl als Bozzetto für eine Umsetzung in Bronze dienen, was aber nicht zustande kam. Denn sonst wäre das Wachs geschmolzen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 17. November um 11 Uhr mit den Alten Meister. Ab 14 Uhr folgen die Neueren Meister. Die Besichtigung ist bis zum 14. November und am 16. November täglich von 10 bis 17:30 Uhr, am 15. November von 14 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



13.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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17.11.2018, Alte Kunst - 19. Jahrhundert

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Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

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Giovanni Francesco Barbieri zugeschrieben, Männlicher Rückenakt

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Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 1628

Pieter de Grebber, Der Triumph des Bacchus, 1628

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