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Paul Citroen in Bad Frankenhausen

Das Panorama Museum in Bad Frankenhausen widmet seine aktuelle Ausstellung Paul Citroen. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 sind 84 Werke aus rund 60 Jahren Schaffenszeit des niederländischen Malers und Fotografen zu sehen. Gemäß seinem Motto „Da ich ein Porträtist bin, steht mir der Mensch vor der Kunst. Ohne die Menschen gäbe es sie nicht“ handelt es sich überwiegend um Bildnisse. Sie zeichnen den Weg von Berlin über Weimar in die Niederlande nach und dokumentieren die künstlerische Entwicklung Citroens über den Expressionismus, die Neue Sachlichkeit bis hin zum Bauhaus. Dabei ziehen sich Selbstporträts wie ein roter Faden durch sein gesamtes Œuvre. Aus den verschiedenen Einflüssen der Kunstrichtungen entwickelte Citroen eine vielfältige Malweise.

Die künstlerische Ausbildung Paul Citroens, 1896 als Sohn holländisch-jüdischer Eltern in Berlin geboren, begann schon 1912 im Studienatelier für Malerei und Plastik von Arthur Lewin-Funcke in Berlin-Charlottenburg. Als er 1918 mit Mitgliedern der Dada-Gruppe Bekanntschaft schloss, fertigte er für sie erste „Klebebilder“ an. So kam er neben dem Expressionismus auch mit der Kunstwelt des Dada in Kontakt. Zwischen 1922 und 1924 studierte Paul Citroen am Weimarer Bauhaus und traf dort auf Johannes Itten oder Paul Klee. Aus jener Zeit stammt beispielsweise das Porträt von Heinz Aron. Es zeichnet sich vor allem durch die expressive grüne und blaue Gesichtsfarbe, aber auch durch den distanzierten Gestus der Neuen Sachlichkeit aus. Im Laufe der 1920er Jahre widmete sich Paul Citroen zunehmend der Fotografie, wie einige Exponate etwa die experimentellen Porträts von Wilma Jeuken von 1930/35 oder Lotti Weiss vor dem Spiegel um 1927 belegen.

Nach einem zeitweiligen Aufenthalt in Paris und Basel zog es den Künstler 1927 nach Amsterdam. Dort gründete er 1933 zusammen mit Charles Roelofsz die „Nieuwe Konstschool“, eine private Kunstakademie, die sich an den Methoden des Bauhauses orientierte. Ab 1935 war er als Lehrer an der Kunstakademie in Den Haag tätig. Während des Zweiten Weltkrieges musste Citroen mit seiner Familie untertauchen und konnte erst nach Kriegsende seine Tätigkeit als Lehrer wieder aufnehmen. Paul Citroen setzte mit seinem dem Bauhaus verpflichteten Schaffen wichtige Impulse für die Kunstentwicklung der Niederlande. Als er 1983 in Wassenaar starb, hinterließ der Maler und Zeichner um die 7.000 Werke.

Die Ausstellung „Paul Citroen. Der Mensch vor der Natur“ läuft bis zum 10. Februar 2019. Das Panorama Museum hat im Winterhalbjahr dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend geschlossen. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt für Schüler und Studenten 6 Euro, für Kinder bis 16 Jahre 3 Euro. Der Katalog zur Ausstellung ist für 23 Euro erhältlich.

Panorama Museum
Am Schlachtberg 9
D-06567 Bad Frankenhausen

Telefon: +49 (0)34671 – 61 921
Telefax: +49 (0)34671 – 61 920

Quelle: Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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