Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Österreicher und Italiener bestimmen die Moderne Kunst im Dorotheum. Doch auch andere Länder machen sich in der Wiener Auktion stark

Torerofrau



Arturo Martini, Pietà, 1941

Arturo Martini, Pietà, 1941

Als Italiener hatte der 1889 geborene Bildhauer Arturo Martini die großen Vorbilder seines Faches gleich vor der Haustür. Michelangelo dürfte sicherlich dazugehört haben, und wenn man die 1941 aus Carrara-Marmor gehauene Pietà Martinis betrachtet, so drängt sich die Assoziation mit dem berühmten Renaissancekünstler geradezu auf: Nicht nur das Material, sondern auch die Form erinnert an die Pietà im Petersdom zu Rom, und das Nonfinito, das Martinis Schöpfung ausmacht, war ja geradezu ein Markenzeichen Michelangelos. Martini hat es nicht ganz zu dessen Bekanntheit gebracht, gilt aber zumindest als einer der wichtigsten Bildhauer Italiens im 20. Jahrhundert. Die 65 Zentimeter hohe Pietà gelangt nun im Wiener Dorotheum als eines der Hauptlose der Versteigerung moderner Kunst unter den Hammer, versehen mit einer Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro.


Den Auftakt der knapp 170 Losnummern umfassenden Versteigerung am 28. November macht eine kleine Leinwand aus den letzten Lebensjahren des 1919 verstorbenen Pierre-Auguste Renoir: Die bunte voluminöse „Femme nue assise vue de trois-quarts“ in üppigem Goldrahmen ist mit 170.000 bis 220.000 Euro bewertet. Renoirs kleiner flüchtiger Küstenstreifen „Golfe, mer, falaises verts“ von 1895, der in der Vergangenheit schon mehrmals vor allem auf Londoner Auktionen zu Gast war, wird mit 120.000 bis 160.000 Euro gehandelt. Für noch mehr französischen Glamour sorgt Henri Rousseaus idyllische Landschaft mit Bach, Angler und Spaziergängern im Gestus der Naiven Malerei aus den späten 1870er Jahren (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Eher der zweiten Reihe gehört André Lhote an. Sein kleiner Weiler in einem Tal von 1920 in kubistischen Formen ist aber ein durchaus ansprechendes, mit 45.000 bis 65.000 Euro moderat bewertetes Werk von eigenem Reiz.

Die neue Eva

Österreich ist durch Egon Schieles Portraitbüste des Offiziers Boda János in schwarzer Kreide vertreten, entstanden 1917 im Gefangenenlager für russische Offiziere in Mühling (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR). Zwei traditionell gekleidete Tiroler Frauen beim „Kirchgang“ suchen für 50.000 bis 90.000 Euro neue Bekanntschaft. Das nur 27 Zentimeter hohe Winterbildchen wurde in den 1930er Jahren von Alfons Walde gemalt und hat die letzte Zeit in den Vereinigten Staaten verbracht. Der symbolistischen Malerei lässt sich Otto Friedrichs quadratische Leinwand „Eva“ von 1901 zuweisen. Den jungen, recht zeitgenössisch wirkenden Frauenakt begutachtet auf einer Waldlichtung eine Schar fein gekleideter Herren wie ein Kunstwerk. 1905/06 war das Bild auf der großen Kunstausstellung der Berliner Sezession zu sehen, vier Jahre später in der Frühjahrsausstellung der Wiener Secession (Taxe 60.000 bis 100.000 EUR).

Das Quadrat als Bildformat liebte auch der Landschafts- und Stilllebenmaler Carl Moll, wie seine beschauliche Ansicht von „Döbling Wien“ im Herbst 1916 (Taxe 120.000 bis 200.000 EUR) und ein von der Farbe Grün dominierter Blick auf Waidhofen an der Ybbs von etwa 1938 beweisen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Für seine ebenfalls impressionistischen „Weißen Rosen II“ von circa 1925 machte er allerdings eine leicht hochformatige Ausnahme (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). In gewagter Perspektive und expressivem Ausdruck ließ Oskar Laske 1928 den biblischen Helden „Simson“ den Philistertempel zum Einsturz bringen (Taxe 35.000 bis 60.000 EUR). Aus der Wiener Schule des Phantastischen Realismus ist für 60.000 bis 80.000 Euro Rudolf Hausners frontale Selbstbefragung als „Adam Selbstdarsteller“ von 1976 zu haben. Freunde der modernen Skulptur kann Fritz Wotrubas weitgehend abstrahierte, blockhafte Bronze einer „Stehenden Figur“ von 1958 für 100.000 bis 150.000 Euro empfohlen werden.

Die im Dorotheum traditionell starke italienische Abteilung enthält außer Martinis Pietà unter anderem Giorgio de Chiricos surrealistisches Spätwerk „Oreste e Pilade“ von 1966 mit zwei hölzernen Kopfformen vor einer italienischen Piazza (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Jugendstil und Symbolismus mischen sich in Vittorio Zecchins farbkräftiger, flächig-ornamentaler Figurenkomposition „Il giardino delle fate“ von 1913, in der Frauen hieratisch zu einem Opfergang schreiten (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Eine kleine Suite kümmert sich um die Futuristen. Darunter befinden sich ein dynamisch in Farbaufsplitterungen zerlegter „Vaso di fiori“ um 1915/16 von Roberto Marcello Baldessari (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), ein von prismatischen Sonnenstrahlen durchzogener „Paesaggio futurista“ von Giulio D’Anna mit Kapriolen schlagenden Flugzeugen um 1927/28 (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR) oder ein in geometrische Formen abstrahiertes Seestück des aus Bulgarien zugewanderten Nicolaj Diulgheroff von 1933 (Taxe 18.000 bis 26.000 EUR).

Starkes Italien

Etwas überraschend für das gängige Bild von Italien ist eine Winterlandschaft. Renato Birolli sah 1932 ein rotes Taxi auf verschneiter Straße vor bunten Häuserfassaden und Zäunen (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Ein stilles, aber trotzdem ausdrucksstarkes Portrait stellt Fausto Pirandello mit seinem „Ritratto del figlio Pierluigi“ von 1942/43 zur Verfügung (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Mit Renato Guttusos koloristisch exaltiertem Frauenakt im Studio um 1949 (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR) und Filippo de Pisis’ verhaltenem, monochrom grabbraunem Blumenstrauß in einer Vase um 1948 kommt die unmittelbare Nachkriegszeit zum Zug (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). In eine geometrische Abstraktion haben sich dann Mauro Reggiani mit seiner Leinwand „Rosso, giallo e nero“ von 1960 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und Gualtiero Nativi mit seiner kleinteiligeren „Situazione di contrasto“ von 1967 verabschiedet (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Mehr durch die warmen Farbnuancen, als durch Formen hat Zoran Music 1972 seine „Paysage italien“ charakterisiert (Taxe 22.000 bis 32.000 EUR).

Aus Frankreich kommt Bernard Buffets unverwechselbar statisches Bildnis seiner Ehefrau Anabel als sitzender Torero von 1986. Das Bild fand sich 1999 im Nachlass des Malers vor (Taxe 130.000 bis 180.000 EUR). Günstiger ist mit 20.000 bis 30.000 Euro Jules Pascins leinwandfüllender, in sich gekehrter, sitzender weiblicher Akt von 1907 bewertet. Eine Weiterführung des Kubismus ist der Purismus, der sich durch klare geometrische Formen und eine reduzierte Farbpalette auszeichnet, wie in Amédée Ozenfants Stillleben „Krug, Gitarre und große weiße Karaffe“ von 1921 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Selbst der große Pablo Picasso nimmt an der Auktion teil, wenn auch nur mit der flotten Tuschezeichnung „Le Picador renversé“ von 1959 (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR).

Ebenfalls hohen Wiederkennungswert haben Fernando Boteros Bildnisse einer Dame der höheren Gesellschaft von 2000 und eines rauchenden Mannes von 1998, nicht nur wegen der pastelligen Farbigkeit, sondern auch wegen der stattlichen Körpermaße der dargestellten Personen (Taxen je 70.000 bis 100.000 EUR). Sein Stillleben mit Früchten und Kanne ebenfalls aus dem Jahr 1998 hängt für 100.000 bis 150.000 Euro bereit. Aus Südamerika stammt ebenfalls Roberto Matta. Seine titellose Leinwand von 1964 ist ein unwirkliches, surrealistisches, angsterfülltes Konglomerat aus Formen, die an Menschliches und Landschaftliches erinnern (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR). Lustiger geht es da bei Alexander Calders auf wenige Umrisslinien konzentrierter Zeichnung zweier Akrobaten in „Circus“ von 1931 zu (Taxe 60.000 bis 90.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. November um 17 Uhr. Eine Vorbesichtigung der Werke ist bis zum Versteigerungstermin täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog ist online unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



19.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 11

Seiten: 1  •  2

Adressen (1)Kunstwerke (9)Im Verkauf - Events (1)

Bei:


Dorotheum

Kunstwerk:

Jules
 Pascin, Sitzender Akt, 1907
Jules Pascin, Sitzender Akt, 1907

Kunstwerk:

Arturo
 Martini, Pietà, 1941
Arturo Martini, Pietà, 1941

Kunstwerk:

Pierre-Auguste Renoir, Femme nue assise vue de trois-quarts, 1915/19
Pierre-Auguste Renoir, Femme nue assise vue de trois-quarts, 1915/19

Kunstwerk:

Henri Rousseau, Landschaft mit Bach, Fischer und Spaziergängern, um 1875/80
Henri Rousseau, Landschaft mit Bach, Fischer und Spaziergängern, um 1875/80

Kunstwerk:

Egon Schiele, Portrait Boda János, 1917
Egon Schiele, Portrait Boda János, 1917

Kunstwerk:

Otto
 Friedrich, Eva, 1901
Otto Friedrich, Eva, 1901

Kunstwerk:

Carl
 Moll, Döbling Wien (Herbst), 1916
Carl Moll, Döbling Wien (Herbst), 1916

Kunstwerk:

Amédée Ozenfant, Krug, Gitarre und große weiße Karaffe, 1921
Amédée Ozenfant, Krug, Gitarre und große weiße Karaffe, 1921







Amédée Ozenfant, Krug, Gitarre und große weiße Karaffe, 1921

Amédée Ozenfant, Krug, Gitarre und große weiße Karaffe, 1921

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 118

Otto Friedrich, Eva, 1901

Otto Friedrich, Eva, 1901

Taxe: 60.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 111

Jules Pascin, Sitzender Akt, 1907

Jules Pascin, Sitzender Akt, 1907

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 189

Carl Moll, Döbling Wien (Herbst), 1916

Carl Moll, Döbling Wien (Herbst), 1916

Taxe: 120.000 - 200.000 EURO

Losnummer: 112

Vittorio Zecchin, Il giardino delle fate, 1913

Vittorio Zecchin, Il giardino delle fate, 1913

Taxe: 120.000 - 160.000 EURO

Losnummer: 119

Egon Schiele, Portrait Boda János, 1917

Egon Schiele, Portrait Boda János, 1917

Taxe: 70.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 106

Pierre-Auguste Renoir, Femme nue assise vue de trois-quarts, 1915/19

Pierre-Auguste Renoir, Femme nue assise vue de trois-quarts, 1915/19

Taxe: 170.000 - 220.000 EURO

Losnummer: 101

Henri Rousseau, Landschaft mit Bach, Fischer und Spaziergängern, um 1875/80

Henri Rousseau, Landschaft mit Bach, Fischer und Spaziergängern, um 1875/80

Taxe: 120.000 - 180.000 EURO

Losnummer: 103




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce