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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Moderne Kunst bei Lempertz in Köln bietet einen Querschnitt durch die deutsche Malerei und Bildhauerei aus der ersten Jahrhunderthälfte, wirft aber auch noch einen ergiebigen Blick nach Frankreich

Die Frau des Sammlers



Alexej von Jawlensky, Portrait Frau Kirchhoff, 1925

Alexej von Jawlensky, Portrait Frau Kirchhoff, 1925

Starke Positionen expressionistischer und abstrakter Meister prägen die kommende Versteigerung moderner Kunst bei Lempertz in Köln. Für 240.000 bis 260.000 Euro etwa hängt Alexej von Jawlenskys kleines „Portrait Frau Kirchhoff“ in Öl auf Karton bereit. Tony Kirchhoff war die Ehefrau des Wiesbadener Sammlers Heinrich Kirchhoff, der seit 1921 Werke des Malers kaufte und schließlich über 120 seiner Arbeiten zusammengetragen haben soll. Das Bildnis fügte Jawlensky 1926 aus kräftigen schwarzen Konturen und zarten Pastellfarben zusammen. Er schuf damit kein individuelles Abbild der Person, sondern wie so häufig eine abstrahierte bildnerische Synthese in klassischer Idealität. Das Portrait blieb im Besitz Jawlenskys und wurde erst nach seinem Tod von seiner Frau Helene einer befreundeten Familie geschenkt. Laut Katalog betritt es nun erstmals den Kunstmarkt.


Die fünfzig wertvollsten Arbeiten hat Lempertz am 30. November an den Anfang der Auktion gestellt. Den Beginn der Veranstaltung bestreitet mit Max Liebermanns mittelgroßer Leinwand „Zwei Mädchen aus Laren“ von 1897 ein bislang nicht im Werkverzeichnis enthaltenes, flott gemaltes Ölbild, entstanden bei einem der zahlreichen Aufenthalte des Berliner Meisters in der holländischen Idylle (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Fast gleich groß, ebenfalls gut einen halben Meter hoch, ist Lesser Urys ebenfalls impressionistische „Nächtliche Straßenszene, Berlin (In den Zelten)“. Der Untertitel verweist auf die Örtlichkeit im Berliner Tiergarten mit einer Reihe von Ausflugslokalen, wo sich auch Ury gern aufgehalten hat. Auch dieses Gemälde war bislang nur Insidern bekannt (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Den französischen Spätimpressionismus vertritt Henry Morets 1898 datierte Küstenlandschaft „Gros Temps“ für 100.000 bis 150.000 Euro.

Die unverwechselbar vereinfachte, umso ausdrucksstärkere Handschrift Paula Modersohn-Beckers zeigt das bisher unbekannte, seit langem in rheinischem Privatbesitz befindliche „Brustbild zweier Jungen vor Landschaft“ aus der Zeit um 1901 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Ebenso unverkennbar präsentiert sich die Autorschaft Christian Rohlfs’ auf der um 1918 geschaffenen Leinwand „Häuser in Soest“: In gedeckten Tönen ist die beschauliche Bautengruppe wie durch einen Schleier betrachtet (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Mit wenigen Tuschestrichen skizzierte Lyonel Feininger 1924 während seiner Zeit am Weimarer Bauhaus die nahgelegene evangelische Dorfkirche „Zu den 14 Heiligen“ in Süßenborn und aquarellierte die Zeichnung mit warmen Braun- und Blautönen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Wassily Kandinskys ungegenständliches Spätwerk „La Forme tournée“ von 1938 mit kammartigen und runden Formen auf schwarzem Grund soll 200.000 bis 250.000 Euro kosten. Ernst Barlachs 1928 geschaffene Bronze „Der singende Mann“ in einem posthumen Guss wohl aus den 1970er Jahren ist für marktübliche 100.000 bis 120.000 Euro zu haben, ebenso wie die abendliche Naturstimmung „See mit zwei blauen Booten vor Berglandschaft“ von Emil Nolde und sein ebenfalls aquarelliertes Stillleben „Sonnenblume und gelbe Dahlienblüte“ je zwischen 100.000 und 140.000 Euro. International wird die Versteigerung dank einer ungenannten Privatsammlung, die mit Joan Mirós zarten spielerischen Kompositionen „Souvenir du Parc Montsouris“ von 1937 und „Solitude III/III“ von 1960 (Taxen zwischen 200.000 und 320.000 EUR) und Pablo Picassos kringelreicher Farbkreidezeichnung „Homme nu couché“ von 1967 für 360.000 bis 400.000 Euro gleich drei Hauptlose zur Verfügung stellt.

Auch einige Künstler der zweiten Reihe gelangen mit ansprechenden Werken zum Aufruf. So gibt es von dem 1917 im Ersten Weltkrieg gefallenen Westfalen Wilhelm Morgner eine aus schwungvollen Pinselstreifen in kräftigen Farben gestaltete Komposition mit dem Titel „Die Holzarbeiter“, die unverkennbar den Einfluss der französischen Fauvisten dokumentiert (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Vom südlichen Licht inspiriert, aber vom deutschen Expressionismus geformt ist 1924 Walter Gramattés Blick vom Tibidabo auf „Barcelona mit Pinien“ (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Eine Besonderheit stellt Gerd Arntz’ bemalter Druckstock zum Holzschnitt „Spiegel“ von 1925 dar. Für den Kölner Progressiven, der seine Gesellschaftskritik gerne in geometrischen Formen ausdrückte, gehörten Grafik und das Mittel zu deren Erstellung untrennbar zusammen (Taxe 50.000 EUR).

Hieran schließt sich eine schöne, ebenfalls geometrisch verfestigte „Nature morte au pichet et à la guitare“ des Puristen Amédée Ozenfant von 1921 in freundlichem Kolorit aus Pastellkreiden und Gouache an (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). An Kandinsky erinnert Rudolf Bauers aus zahlreichen perspektivisch angeordneten Formen bestehendes Tuscheaquarell „Pizzicato“ von 1931 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Mit kubistischen Farb- und Formverschachtelungen spielte Oskar Moll um 1931 in seiner „Komposition mit Fruchtschale“ für 25.000 bis 35.000 Euro. Der relativ frühe Ernst Wilhelm Nay gelangt mit der figuralen Landschaft „Fischer“ aus dem Jahr 1936 zum Aufruf: Wie Skulpturen wirken die nur rudimentär ausformulierten Körper vor ihren Segelbooten (Taxe 130.000 bis 150.000 EUR). Aus dem abstrakten Schaffen, mit dem derselbe Meister nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der führenden Deutschen in der Malerei avancierte, stammt die wie freihändig gestaltete Leinwand „Dominant Grün“ von 1955 (Taxe 230.000 bis 240.000 EUR).

Die Neue Sachlichkeit kommt mit Georg Schrimpfs Aquarell eines stillen „Mädchens am Fenster“ vor südlicher Landschaft von 1927 zu ihrem Recht (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Eine sozialkritische Note schlägt George Grosz 1920 in seiner Tuschefederzeichnung „Berliner Salon“ mit honorigen alten Freiern und einer Prostituierten an (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), ebenso Rudolf Schlichter. Sein etwa gleichalter Lithostein „Schaubude“ zeigt wiederum eine Bordellszene im Varieté mit teils orientalischer Kostümierung und eindeutigen Obsessionen. Überlebt hat die Druckplatte als Pflasterstein in einem Berliner Grundstück und wurde erst 2016 entdeckt. Ob Schlichter davon je ein Blatt abzogen hat ist fraglich; erhalten hat sich jedenfalls keines (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Auch im zweiten Auktionsteil mit den günstigeren Werken sind neusachliche Positionen mit von der Partie, etwa das noch gegenständliche Herrenportrait mit Nickelbrille von Carl Buchheister aus dem Jahr 1938 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) oder das vom Magischen Realismus beeinflusste Hinterglasbild mit lachender und trauriger „Maske“ von Julius Bissier aus dem 1920er Jahren (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Zur Gattung Stillleben steuern etwa Herbert Böttger eine „Abendliche Landschaft“ mit Blumenkrug auf einer Fensterbank um 1935 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Carlo Mense eine „Blühende Kamelie“ vor einem Fensterausblick auf verschneite Berge um 1935 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Marie Vassilieff das „Still Life with Masks in a Window“ von 1946 bei (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Einen ruhigen Blick auf ein Bachbett in einem Dorf gönnte sich der Münsteraner Theo Hölscher im Jahr 1928 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Richard Ziegler nahm dagegen wieder die gesellschaftlichen Zustände in den Blick und zeichnete 1927 mit Pastell einige freizügige Damen. Ob man aber laut Titel so „Abends in die Scala“ gehen kann, ist doch fraglich (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Gemütlich geht es dagegen bei Eberhard Viegeners massig ausformulierten „Kartenspielern“ in einer Gaststube von 1932/33 zu (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). In seiner menschenleeren geruhsamen Abendlandschaft „La Seine au Bas Meudon“ um 1901 ist Pierre-Paul Girieud noch einer spätimpressionistischen Malweise verhaftet. Erst unter dem Eindruck der Fauves kommt er zu einem flächigen Stil in kräftigen Farben. Lyrisch ist die Stimmung auf der deutlich abstrahierten „Abendlandschaft mit Vogel“ von Werner Gilles aus dem Jahr 1930. Mit 5.000 bis 7.000 Euro tritt gleichfalls Franz Wilhelm Seiwerts mechanistische Menschenabstraktion an, die er als Entwurf zu einem Buntglasfenster fertigte.

Passend zur Jahreszeit gibt es von Philipp Franck eine gemäßigt expressive „Verkündigung der Geburt Christi vor den Hirten auf dem Felde“ aus dem Jahr 1922 für 7.000 bis 9.000 Euro. Schöne Beispiele der Skulpturensuite sind Joseph Enselings elegisches erstes Menschenpaar Adam und Eva in gelängten Formen von 1914 (Taxe je 8.000 bis 10.000 EUR), Emy Roeders kantig markante Büste „Bildnis Karl Schmidt-Rottluff“ von 1955/56 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) oder Erich Fritz Reuters Aluminiumplastik „Leda und der Schwan“ von 1976. Allerdings sind von den Gestalten der griechischen Mythologie nicht viel mehr als bewegte, verschränkte Formen übriggeblieben (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 30. November um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 24. bis zum 29. November zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Poststraße 21-22

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 278 760 80

Telefax:+49 (030) 278 760 86

E-Mail: info@lempertz.com



24.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Losnummer: 201

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Taxe: 30.000 - 40.000 

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Max Liebermann, Zwei Mädchen aus Laren, 1897

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Taxe: 100.000 - 150.000 

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Henry Moret, Gros temps, 1898

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Taxe: 100.000 - 150.000 

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Lyonel Feininger, Süssenborn III, 1924

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Christian Rohlfs, Häuser in Soest, um 1918

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Amédée Ozenfant, Nature morte au pichet et à la guitare, 1921

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Taxe: 20.000 - 25.000 

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Ernst Wilhelm Nay, Dominant Grün, 1955

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