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Kirkebys abstrakte Natur in Krems

Die Kunsthalle Krems gedenkt mit ihrer aktuellen Schau dem in diesem Jahr verstorbenen Maler Per Kirkeby. Ursprünglich plante das Museum eine Ausstellung im Herbst zu seinem 80. Geburtstag, doch bereits am 9. Mai verstarb der bedeutende Protagonist zeitgenössischer Malerei. Die Schau vereint rund 100 Werke, darunter Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen, und bietet einen Überblick über die stilistische Entwicklung Kirkebys. So finden sich Holzfaserbilder, die von Anfang an Teil seines Œuvres waren, oder die bislang wenig bekannten Übermalungen, die Kirkebys malerische Aneignung fremder Werke zeigen. Außerdem sind Bronzeplastiken zu sehen, die der Maler seit den 1980er Jahren geschaffen hat.

Die Eindrücke der Expeditionen, die Per Kirkeby nach Grönland, nach Mittelamerika oder in die Arktis führten, hielt er in seinen Arbeiten fest. Der Däne verknüpfte in seinen Gemälden landschaftlich Strukturelles und angedeutete Gegenstände. Abstraktion und Figuration spielen eine wesentliche Rolle. Auf einem Holzfaserbild von 2000 scheint zwischen Horizont und Wolkengebilde eine Art grünes Wesen zu fliegen. Mit wenigen Strichen werden hier eine Landschaft und die grüne Figur angedeutet.

In einem ebenfalls titellosen Werk von 2013 übermalte der gebürtige Däne die idyllisch wirkende Landschaft mit einem blauen Zaun und reagierte somit auf die Form und Motivik des vorhandenen Bildes. In der Gegenüberstellung der Gemälde und seiner Bronzefiguren wird klar, dass Kirkeby seine Skulpturen aus den Bildern heraus entwickelte. Die Oberfläche, wie in der Arbeit „Kopf und Arme I“ von 1985, ist wie in seiner Malerei expressiv und zittrig. Die Erinnerungen an Erlebtes und die Natur setzte Kirkeby in übereinander liegenden und zerfließenden Malschichten von hoher Farbdichte und kraftvoller Gestik auf der Leinwand um.

Der 1938 in Kopenhagen geborene Maler und Grafiker galt als ein Erneuerer der postmodernen Malerei. Kirkeby studierte von 1957 bis 1964 zunächst Geologie an der Universität in Kopenhagen, bevor er der von Poul Gernes und Troels Andersen neu gegründeten Künstlergruppe „Den Eksperimenterende Kunstskole“ in Kopenhagen beitrat. Dort beschäftigte er sich mit grafischen Arbeiten, Collagen, Filmen und Installationen und fand schließlich zu einer Bildsprache, die facettenreich und in verschiedenen künstlerischen Medien um Metamorphosen der Natur kreist.

Die Ausstellung „Per Kirkeby“ läuft bis zum 10. Februar 2019. Die Kunsthalle Krems hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, montags nur an Feiertagen. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 9 Euro. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Museumsshop für 29,80 Euro erhältlich ist.

Kunsthalle Krems
Franz-Zeller-Platz 3
A-3500 Krems

Telefon: +43 (0)2732 – 90 80 10
Telefax: +43 (0)2732 – 90 80 11

Quelle: Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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Per Kirkeby








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