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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Herbstauktionen im Wiener Kinsky sind mit einem umfangreichen Programm an Kunsthandwerk des frühen 20. Jahrhunderts und an moderner und zeitgenössischer Kunst besetzt. Doch ein Objekt fällt heraus

Puppentanz in Wien



Ferdinand Georg Waldmüller, Kinder mit Puppen spielend, 1864

Ferdinand Georg Waldmüller, Kinder mit Puppen spielend, 1864

Die Puppe gehört wohl zu einem der ältesten Spielzeuge. Sie beflügelt die Fantasie der Kinder und kann bei zu wildem Spiel manchmal zu Streitereien führen. Meist aber dient sie zur Beschäftigung und Beruhigung des Nachwuchses, so dass sich die Eltern um anderes kümmern können, so auch im Gemälde „Kinder mit Puppen spielend“ von Ferdinand Georg Waldmüller aus dem Jahr 1864. Vier Mädchen und drei Jungen lassen ihre unterschiedlichen Puppen an einer äußeren Haustreppe eines schlichten Ortes vergnügt tanzen. Ihre Betreuung obliegt wohl einer älteren Schwester mit weißer Bluse und hoch gesteckten Gretchenzöpfen, die schon eine etwas ausgewachsene Puppe in Händen hält und sich einer älteren Frau in einfacher Kleidung zuwendet. Die idyllisch friedliche Szene lebt nicht nur von der Energie der Kinder, sondern auch von den leuchtenden Farbtupfern der Kleidung in Blau und Weiß gegenüber dem ruhigen erdverbundenen Braun der Häuser. Waldmüller war ein erfolgreicher Maler, der in Wien neben dem Bürgertum auch Adel und Kaiserhaus zu seinen Klienten zählte. In seinen Werken bevorzugte er ab den 1840er Jahren Genreszenen, wie die Holztafel mit den spielenden Kindern, die jetzt im Wiener Auktionshaus Kinsky mit einer Schätzung von 350.000 bis 700.000 Euro eines der Highlights stellt.


Allerdings fällt Waldmüllers ungezwungene Szene etwas aus dem Rahmen des Evening Sale „Klassische Moderne & Zeitgenössische Kunst“ am 1. Dezember, der eigentlich ausgewählte Arbeiten ab 1900 versammelt. Besser in dieses Zeitraster passt Maria Lassnigs „Korkenziehermann“ von 1986, eine Art Puppe mit einem unheimlichen Flair. Vor grün-blau-braunem Grund schwebt ein Korkenzieher, den ein weißer Schädel mit einer düsteren Note bekrönt. Das Gemälde ist eine symbolschwere Neuinterpretation des Todes in der ironisch gebrochenen Sprache der Künstlerin, die seit den 1980er Jahren vermehrt Themen der Todesangst und Katastrophen aufnimmt (Taxe 350.000 bis 550.000 EUR).

Die Künste in allegorischer Personifikation verewigte Wilhelm Thöny um 1925 mit seinem Triptychon „Die schönen Künste“. Für den Veranstaltungssaal des Café-Restaurants Thalia in Graz, in dem die von ihm mitbegründete Sezession ihre Sitzungen, Lesungen und Vorträge abhielt, schuf er in leuchtenden Farben die drei Leinwandbilder „Das Schauspiel“, „Die Oper“ und als Mittelteil „Das Konzert“ mit einer Bühnenszene: Ein rezitierender Kavalier mit Umhang macht einer elegant in Gelb und Rot gekleideten Dame den Hof. Sie wird zugleich von einem Maler in weißem Kittel portraitiert, wahrscheinlich Thöny selbst. Ein schwarz gekleideter Violinist bereichert die Szene mit Musik. Während „Das Schauspiel“ und „Die Oper“ heute zum Bestand der Neuen Galerie in Graz gehören, hat „Das Konzert“ nun bei 250.000 bis 500.000 Euro seinen Auftritt im Kinsky, ebenso wie Thönys fast gehauchter Blick in eine Pariser Straße unter blauem Himmel um 1933/36 bei 150.000 bis 250.000 Euro.

Wilder Kampf

Aus Farbmaterial und pastosem Auftrag formte Herbert Boeckl 1927 beinahe plastisch den stilisierten stehenden Akt einer Frau vor diffusem grün-ockerfarbenem Grund. Die Illusion der Körperlichkeit löst sich partiell im mehrfarbigen, dick aufgetragenen Kolorit auf (Taxe 80.000 bis 160.000 EUR). Das Wilde und Mörderische einer Jagd auf Großkatzen weiß Norbertine Bresslern-Roth effektvoll in ihrer „Belagerung“ von 1954 einzufangen. Der von Pfeilen durchbohrte, verängstigte und in Rage befindliche Leopard hat sich auf einen toten Baum gerettet. Die Jagdmeute mit fünf Zähne fletschenden und bluttrunkenen Hunden stürmt bereits zu ihm hoch. Der Kampf ist noch nicht ganz entschieden, schließlich schlägt die Wildkatze mit einer gefährlichen Pranke nach einem der Hunde. Es sind die Brutalität der Szene und der erbitterte dramatische Kampf, die den Betrachter immer wieder fesseln (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR).

Der Bleiburger Wiesenmarkt zieht seit über 600 Jahren Schausteller und Budenbesitzer an. Das rege Treiben faszinierte 1962 auch den Maler Werner Berg. In seinem „Spieler“ konzentriert er sich ins seiner kräftigen abstrahierten Malweise auf drei Männergesichter, die mit einem Kegelspiel beschäftigt sind (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Rätselhaft und in seiner Farbigkeit betörend präsentiert sich Helmut Leherbs „Verlust der Zärtlichkeit“ aus den 1980er Jahren. Ein Muskelmann auf einem Moped, eine Art Blumenrahmung für den blauen Kopf einer Frau, der aus einer Sardinendose hervorkommt, und die umgebende Parklandschaft verdeutlichen die Zugehörigkeit Leherbs zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Hell und Dunkel

Eine dunkle, fantastisch anmutende Malerei bietet der Autodidakt Franz Sedlacek in der „Waldlandschaft mit Jäger“ von 1928. In die Zeit der Neuen Sachlichkeit gebettet, ist es die Natur mit toten Bäumen, die den gelernten Chemiker am meisten fasziniert. In diesem Nachtstück lässt er unnatürlich grelles Licht auf den hochgewachsenen Jäger fallen, der selbst von der Majestät der unwirklichen Landschaft gebannt ist (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR). Viel nüchterner geht da Alfons Walde ans Werk. Er setzt in seinen um 1932 gemalten „Bäuerinnen am Weg“ mit dem gleißenden Sonnenlicht und dem beherrschenden Weiß des Schnees auch einen koloristischen Gegenpol zu Sedlacek. Die einfache Formensprache lässt die zwei Frauen in den Tiroler Alpen selbst wie Berge und damit Teil der umgebenden Landschaft wirken (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR).

Ein schlichtes Stillleben mit Vanitas-Motiv in den verwelkten Kornblumen und den Trockenblumen gab Rudolf Wacker in naturnaher Manier in seinem „Rumänischen Krug“ von 1933 wieder. Es gehört zu Gruppe der „Herbststräuße“, in der Wacker zunächst noch die Pracht der Blumen thematisierte, bald aber zu verdorrten Pflanzen wechselte (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Etwas Mysteriöses umweht Werner Bergs zart lilafarbene „Dahlie im Morgenlicht“ von 1936. Er konzentriert sich auf die Nahsicht der prächtigen Blüte, die noch im dunklen Nachtgrund wohl bereits durch die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne beleuchtet wird (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR).

Die Frau in Männerhand

In die dekorative Welt des Jugendstils entführt Leopold Blauensteiner mit dem „Bildnis der Frau F.B.“ von 1908. Auf einer in die hellblaue Wand integrierten Couch sitzt die schwarzhaarige Frau des Malers in ihrem eleganten grauen Kleid mit schwarzem Schal. Ihre nackten Schultern bedeckt ein durchsichtiger Stoff mit breiten schwarzen Halbkreisen. Das betont Ornamentale, die Flächigkeit der Farbe und das Einpassen der menschlichen Figur in einen verzierten Bildraum sind wohl gezielte Bezüge zur Portraitkunst von Gustav Klimt (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR). Klimt darf mit feinlinigen Zeichnungen von Frauen aufwarten, etwa einer Studie zum Portrait „Der Pelzkragen“ (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR) oder einem liegenden Halbakt nach rechts (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). 1918 zeichnete Egon Schiele aus der erotischen Untersicht ein sitzendes Mädchen mit zurückgeworfenem Kopf in schwarzer Kreide. Er konzentrierte sich auf den Umriss und umschrieb das auf die Oberschenkel hochgezogene Kleid mit Karomuster und bauschigem Unterrock in wenigen Zügen. Im selben Jahr starb der Künstler an der Spanischen Grippe, prompt als er seine öffentliche Anerkennung mit 28 Jahren erlangt hatte (Taxe 250.000 bis 500.000 EUR).

Abstrakt

In die etwas eigenwillige Welt des Man Ray entführt uns das 1950 geschaffene grüne Gemälde „La Montagne de cristal“. Schraffuren lassen die kristalline Bergform dreidimensional erscheinen, auf der Man Ray vier braune baumstammartige Wesen in den stillen Bildraum positioniert hat (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Eine Mischung aus bunten abstrakten Formen und partiell erkennbaren Buchstaben vereinte Fernand Léger 1951/52 in „Vie“ auf weißem Grund. Die Arbeit war ein Fresko im Haus des Künstlers, das fachmännisch abgenommen und dann auf ein Trägermaterial übertragen wurde (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Eine Art Kreisel aus weißen PVC-Massen setzte Hans Bischoffshausen 1960 als verzerrte Raute auf die Leinwand mit dem Titel „Kreuzblume“. Die Arbeit besitzt etwas Rohes mit einem „unfertigen“ Charakter und der seit den 1950er Jahren bevorzugten Monochromie und Reduktion der Form (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR).

Ein großer gewellter roter Fleck mit von ihm abgehenden Spritzern drängt die Ränder von Markus Prachenskys Leinwand „Red on White – Los Angeles“ von 1968 auseinander (Taxe 60.000 bis 90.000 EUR). Eine blau-weiße Farbquelle schwebt vor schwarzem Grund in Sigmar Polkes titelloser Arbeit von 1999 (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Wilde orangerote und schwarze Farbexplosionen und Flecken über- und unterschneiden sich in Rudolf Stingels dynamischer und beinahe quadratischer Leinwand von 1997 (Taxe 250.000 bis 500.000 EUR).

Skulptur

„Quadratisch, praktisch, gut“ könnte auch der Slogan für Fritz Wotrubas kubuslastige Bronze „Hockender (Geschlossene Figur)“ aus dem Jahr 1951 sein. Hierbei handelt es sich um die erste Bronzefassung nach der Steinskulptur in insgesamt zwölf Exemplaren (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Dem Motiv eines langen schlanken Quaders folgt Karl Prantl mit dem 2001/07 datierten „Stein zur Meditation“ aus rotem russischem Granit. Einzig eine Perlen- oder Gebetskette, die an den Schmalseiten teils in den Granit eintaucht, ziert den langen längs liegenden Stein (Taxe 180.000 bis 320.000 EUR).

Im Kontrast zu dieser Ruhe wirkt Brigitte Kowanz’ Kubus nervös und dynamisch. Der gläserne Würfel „Crossover“ von 2009 trägt seinen Titel in unterschiedlichen Schattierungen und Größen als Leuchtschrift, die wiederum von Spiegeln reflektiert wird. Die gebürtige Wienerin schafft damit ein Dickicht an großen und kleinen Räumen in ihrer leuchtenden Skulptur (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Der Titel „Sitzwurst“ beschreibt treffend die lindgrün lackierte Aluminiumarbeit von Franz West aus dem Jahr 2001 (Taxe 250.000 bis 450.000 EUR). Tiefer in die Welt der Komik führt Erwin Wurm mit dem unerwartet charmanten „Schlechten Gedanken“ von 2008. Zwei kurze weiße Hosenbeine mit Schuhen tragen eine dickere runde Fläche, die mit rosafarbenem Cordstoff bezogen ist und eine Art verkrüppelten Schwanz besitzt. Die Fragen, worüber sich Wurm lustig macht oder ob er etwas Dada in die zeitgenössische Skulptur injizieren will, sind nur zwei der Überlegungen, die das Werk mit sich bringt (Taxe 30.000 bis 55.000 EUR).

Jugendstil & Design

Zu den teuersten Objekten der Auktion „Jugendstil & Design“ am 30. November gehört mit 40.000 bis 80.000 Euro eine Kette aus dem ehemaligen Besitz von Emilie Flöge. Josef Hoffmann schuf 1909 das Schmuckstück mit Anhänger aus Silber und Perlmutt, wobei zwei längsovale Perlmuttscheiben einen großen und zwei kleinere Perlmuttkreise in ihrem irisierenden Glanz rahmen. Noch etwas darüber liegt mit 50.000 bis 80.000 Euro Hoffmanns schlichte silberne Kaminuhr für die österreichische Frauenrechtlerin, Verlegerin und Gründerin der Gartenbauschule Yella Hertzka. Hierauf verweist der mit einer Inschrift versehene Sockel: Die Uhr war ein Geschenk der ersten Bewohner der Villenkolonie Kaasgraben an Hertzka im Jahr 1913. Ebenfalls für seine Wiener Werkstätte gestaltete der Vielentwerfer Hoffmann 1924/25 einen Tafelaufsatz aus getriebenem Messing mit Hammerschlagdekor und exaltiert geschwungenen Henkeln (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Etwas günstiger rangieren die Arbeiten seines Kollegen Dagobert Peche, etwa ein weiterer Tafelaufsatz aus Ton von circa 1912. Der Dekor auf dem hohen Fuß besteht aus einer vegetabilen Verzierung in Schwarz mit vereinzelten weißen Elementen, auf der ausgreifenden Schale aus einem gold-schwarzen Schachbrettmuster (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Zur Verfügung stehen ebenfalls mehrere Deckeldosen von Peche aus dieser Zeit, unter anderem mit grün-goldenem Rautenmuster oder wiederum mit Blütenranken (Taxen zwischen 2.000 und 7.000 EUR). In der Wiener Werkstätte entstanden außerdem Eduard Josef Wimmer-Wisgrills silbernes Blumenkörbchen mit Blattmotiven, Perlenrand und kobaltblauem Glaseinsatz von 1910 (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR), Anny Schröders Holzkassette mit der Marketerie einer Stadtvedute von 1919 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) oder Vally Wieselthiers Art Déco-Glaspokal mit einem zackigen Emailfarbendekor um 1918 (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR).

Mann und Frau

Als Keramikerinnen treten Gudrun Baudisch mit einem elegant gelängten weiblichen Kopf von 1927 (Taxe 5.500 bis 7.500 EUR), Erna Kopriva mit einer geometrisch-kubischen Vase in Orange, Schwarz und Weiß von 1929 (Taxe 2.000 bis 3.500 EUR) oder Lotte Calm mit ihrer Personifikation „Himmlische & Irdische Liebe“ um 1923/25 an (Taxe 1.500 bis 3.000 EUR). Ihr wichtigster männlicher Gegenpart war Michael Powolny, der etwa die schwarzweiße Aktfigur der „Schönen Helena“ um 1907 für 6.000 bis 10.000 Euro liefert. Zahlenmäßig ist ihm diesmal aber Eduard Klablena überlegen, der der holden Weiblichkeit um 1914 etwa mit der „Modedame“, mit einer liegenden „Dame mit Buch“ oder mit der sitzenden „Lesenden Dame mit Shawl“ huldigt (Taxe je 5.000 bis 8.000 EUR). Anton Klieber gibt sich da mit seinen beiden Aktfiguren aus dieser Zeit schon etwas freizügiger und erotischer (Taxen zwischen 1.500 und 3.500 EUR). Franz von Zülow erdachte sich den Dekor aus stilisierten bunten Pferden auf der Weide für eine Kugelvase, die zwischen 1923 und 1938 in der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten produziert wurde (Taxe 3.500 bis 7.000 EUR).

Eine Hommage an die berühmte amerikanisch-französische Tänzerin Loïe Fuller setzte die ungarische Manufaktur Zsolnay etwa 1900 in Form einer Tischlampe um. In der Fayence mit violett-blau schimmernder Eosinglasur wirbelt die Vorreiterin des Modern Dance ihre rechte Gewandhälfte empor, die somit zum Lampenschirm wird (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR). Auch „Isadora Duncan“ kam in selber Funktion bei den Ungarn an die Reihe (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Eine im Sprung begriffene, ausgelassene „Russische Tänzerin“ mit angezogenem rechtem Bein entwarf um 1925 Paul Philippe in goldener Bronze und Elfenbein mit weit ausgebreiteten Armen (Taxe 13.000 bis 18.000 EUR).

Vergleichbar geht Peter Tereszczuk bei seiner etwas weiter entblößten „Ägyptischen Tänzerin“ vor (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Hieratisch steht dagegen Fritz Christs bronzene Judith mit dem Haupt des Holofernes auf ihrem mit ägyptischen Hieroglyphen verzierten Steinsockel (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Weitaus abstrahierter führte Franz Hagenauer in den 1930er Jahren eine hölzerne Kopfskulptur aus. Ein aufrechter Unterarm mit abgewinkelter Hand ist der Auftakt für das stilisierte Haupt einer Frau mit vergoldetem und am Hinterkopf zusammengeführtem Haar (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Noch einmal rund zwanzig Jahre jünger ist Hagenauers Büste eines antiken Jünglings aus Messing mit brauner Patina für die lockige Haarpartie (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).

Seerosenlampe

Eine schlichte hohe Vase schuf Jutta Sika 1901 für die Firma E. Bakalowits Söhne in Wien. Das farblose Glas ist dünn grün unterfangen und verjüngt sich zum Hals. Die Farbe wechselt nun nach Rot. Am Mund sind drei schlanke Henkel aufgesetzt. Produziert wurde die Vase bei Lötz Witwe in Klostermühle (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Die böhmische Manufaktur ist zudem für eine Vasenversion mit silbergelbem Federndekor von 1898 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), für Koloman Mosers zylinderförmige Deckenlampe in grünweißem Farbverlauf und aufgesponnenen rotbraunen Fäden von 1900 (Taxe 3.200 bis 5.000 EUR) und für Robert Holubetz’ Vase mit Weltausstellungsdekor von 1901 verantwortlich (Taxe 4.000 bis 7.000 EUR). Aus dem Hause Louis Comfort Tiffany stammt die zwölfflammige „Lily“-Lampe um 1910. Eine deckende silbergelbe irisierende Pulveraufschmelzung überzieht die herabhängenden blütenförmigen Glasschirme. Die bronzenen Stängel führen zum Bronzefuß mit Seerosenblättern (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR).

Eine seltene Gelegenheit bietet sich dem Interessenten der Wiener Rahmenzierleistenfabrik Max Welz, die auch für die Wiener Werkstätte produziert hat. Aus dem Besitz der Familie Welz konnte das Kinsky gut 50 Rahmenmodelle übernehmen, die auf Entwürfe von Josef Hoffmann, Dagobert Peche, Otto Prutscher oder Hans Welz zurückgehen. Die meisten Rahmen sind noch im ungefassten beziehungsweise unvergoldeten Zustand. Doch auch blanken Holzleisten zwischen geometrischer und floraler Zier entfalten ihren Charme und sollen nun zwischen 700 und 25.000 Euro einbringen.

Die Auktion „Jugendstil & Design“ beginnt am 30. November um 15 Uhr, der Evening Sale „Klassische Moderne & Zeitgenössische Kunst“ 1. Dezember um 15 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 19 Uhr. Der Internetkatlog listet die Objekte unter www.imkinsky.com.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



29.11.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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30.11.2018, Jugendstil & Design - Klassische Moderne - Zeitgenössische Kunst

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im Kinsky - Kunst Auktionen

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Egon Schiele, Sitzendes Mädchen mit zurückgeworfenem Kopf, 1918
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Dagobert Peche,
 Rahmen, 1922
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Josef Hoffmann, Kaminuhr für Yella Hertzka, 1912
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Josef Hoffmann, Kette mit Anhänger aus dem Besitz von Emilie Flöge, 1909
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Alfons Walde, Bäuerinnen am Weg, um 1932
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Franz Sedlacek, Waldlandschaft mit Jäger, 1928
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Rudolf Wacker, Rumänischer Krug, 1933
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Man Ray, La Montagne de cristal, 1950

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Taxe: 100.000 - 200.000 EURO

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Gustav Klimt, Brustbild nach rechts, um 1916

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Taxe: 100.000 - 200.000 EURO

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Rudolf Wacker, Rumänischer Krug, 1933

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Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

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Maria Lassnig, Korkenziehermann, 1986

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Taxe: 350.000 - 550.000 EURO

Losnummer: 61

Franz West, o.T. (Sitzwurst), 2001

Franz West, o.T. (Sitzwurst), 2001

Taxe: 250.000 - 450.000 EURO

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Sigmar Polke, o.T., 1999

Sigmar Polke, o.T., 1999

Taxe: 300.000 - 400.000 EURO

Losnummer: 53

Alfons Walde, Bäuerinnen am Weg, um 1932

Alfons Walde, Bäuerinnen am Weg, um 1932

Taxe: 70.000 - 140.000 EURO

Losnummer: 16

Karl Prantl, Stein zur Meditation, 2001-2007

Karl Prantl, Stein zur Meditation, 2001-2007

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Josef Hoffmann, Kaminuhr für Yella Hertzka, 1912

Josef Hoffmann, Kaminuhr für Yella Hertzka, 1912

Taxe: 50.000 - 80.000 EURO

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Josef Hoffmann, Kette mit Anhänger aus dem Besitz von Emilie Flöge, 1909

Josef Hoffmann, Kette mit Anhänger aus dem Besitz von Emilie Flöge, 1909

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Dagobert Peche, Rahmen, 1922

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Egon Schiele, Sitzendes Mädchen mit zurückgeworfenem Kopf, 1918

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