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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Wiener Dorotheum bietet Feines aus der Zeit des Jugendstil und Markantes aus dem Bereich der angewandten Kunst des 20. Jahrhunderts an

Ornament ist Verbrechen



Adolf Loos, Stuhl „Café Museum“, 1898/99

Adolf Loos, Stuhl „Café Museum“, 1898/99

Unter dem griffigen Schlagwort „Ornament und Verbrechen“ hat Adolf Loos kurz nach 1900 die Designentwicklung umgekrempelt. Er verurteilte den überbordenden Zierrat des Historismus und des Jugendstil und argumentierte, dass Funktionalität und Abwesenheit von Ornamenten ein Zeichen hoher Kulturentwicklung seien. Damit öffnete er einer Gestaltungsidee die Tür, die bis heute nicht geschlossen ist. Auch seine eigenen Objekte orientieren sich an den Maximen, die er 1910 in der Schrift „Ornament und Verbrechen“ niedergelegt hat, etwa der dunkelbraune Stuhl „Café Museum“ von 1898/99. Die Rückenlehne der Sitzgelegenheit besteht aus gebogenen Holzteilen und ist auf zwei Linien reduziert, die einfach aber keineswegs plump anmuten. Sie entspricht den Vorstellungen der Modernität und ist zugleich bequem. Für Liebhaber steht der Stuhl nun im Wiener Dorotheum bei der Auktion „Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts“ für 10.000 bis 15.000 Euro zum Verkauf.


Mit weiteren Einrichtungsgegenständen tritt Adolf Loos am 12. Dezember an. Zweimal ist sein „Elefantenrüsseltisch“ von etwa 1900 darunter. Der etwas eigenartig klingende Name rührt vom Schwung der acht Beine her, die an die Rüssel der Dickhäuter erinnern. In der schmucklosen Variante ohne eingelegte Fliesen auf der Platte verlangt er 6.000 bis 10.000 Euro, mit einem Quadrat aus blauen Kacheln 12.000 bis 18.000 Euro. Neben einem Elefantenrüsseltisch stand in der Wohnung von Gustav und Marie Turnovsky, die Loos um 1900 ausgestattet hat, eine kantige gläserne Lampe mit einem graugrünen Seidenstoffschrim samt Fransen, die hohe 18.000 bis 25.000 Euro sehen will. Loos’ bekanntere Hängelampe „Dodekaeder“ rangiert mit 15.000 bis 25.000 Euro fast genauso hoch. Von ihm inspiriert sind ein Bücherschrank und ein Schreibtisch mit einem markanten Rillenfries, die um 1905/10 in Wiener Firma Friedrich Otto Schmidt, der engen Partnerin von Loos, gezimmert wurden.

Den Auftakt im Katalog macht ein skulpturaler Spiegel von Franz Hagenauer. Die Eleganz des Art Déco vermittelt der stilisierte Frauenkopf, der sich auf einem Unterarm abstützt und das Siegelglas rahmt (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Der Weiblichkeit hat sich die Werkstätte Hagenauer auch mit zwei abstrahierten Kopfskulpturen in Messing und in vernickelter Variante verschrieben, für die jeweils 7.000 bis 12.000 Euro erwartet werden. Einen um 1930 entworfenen Spiegel mit figural durchbrochenem Rahmen von Karl Hagenauer produzierte seine Firma in Wien bis in die 1970er Jahre (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Gustav Gurschner holte sich in den 1920er Jahren für seine türkisfarben gefasste Holzfigur einer hieratischen „Sklavin“ Anregung beim alten Ägypten und stellte sie in seinem Ateliergarten in Wien auf (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Etwas mehr Erotik fängt Bruno Zach bei seiner Bronze- und Elfenbeinfigur „The Riding Crop“. Kokett und zugleich dominant präsentiert sich um 1925 die halb entblößte Frau mit Reitgerte (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Für den Tanz schwärmte in dieser Zeit Demetre Chiparus und verewigte mit der Statuette „Ayouta“ eine Tänzerin der Ballet Russes in Aktion (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR).

Tierisch geht es bei Georges-Lucien Guyot zu. Sein grünlich patinierter Bronze–Panther, der versonnen auf einem Felsen ruht, gelangte kurz nach 1945 zur Ausführung (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR). Zu ihm gesellt sich der Lindenholz-Panther von Franz Barwig d.Ä., der seit etwa 1920 etwas angespannter auf seinem Holzsockel lauert (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Tierplastiker war ebenfalls der Franzose François Pompon, der sich um 1928 zu einer Eule hingezogen fühlte und sie als geschlossene Form mit hohlen Augen in schwarz patinierter Bronze umsetzte (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Den Zoo im Dorotheum ergänzen auch Fabelwesen. Als Glücksbringer darf sich die Großplastik „Gute Zeiten“ von Hugo Meisel von 1921 beweisen. Für den freundlich dreinblickenden Glücksdrachen mit feuerrotem Schweif aus der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur sind 35.000 bis 45.000 Euro vorgesehen.

Vielentwerfer Josef Hoffmann kommt auch bei dieser Versteigerung nicht zu kurz. Ein Highlight ist für 60.000 bis 80.000 Euro seine runde Brosche von 1908, bei der sich bunte Schmucksteingirlanden mit vergoldeten Silberstreifen abwechseln. Wem dies zu teuer ist, kann zu einer rechteckigen Brosche aus dem Jahr 1911 greifen. Sie ist zweigeteilt mit einem großen Malachit im unteren Bereich, während Hoffmann darüber florale Motive wachsen lässt. Auch sie gibt es in der originalen Schmuckschatulle der Wiener Werkstätte (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Hoffmanns zweiarmige ovale Wandlampe aus Alpaka um 1912 besticht durch ihre Schlichtheit und einen zierlichen Perlstab (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Seinen silbernen Brot- oder Früchtekorb gestaltete er vor 1909 aus dem kleinteiligen Muster „Efeu gebuckelt“, das er häufiger bei seinen Artefakten einsetzte (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Zur schön gedeckten Tafel steuert Hoffmann zudem ein dreiteiliges silbernes Teeservice vor 1910 mit einem Muster aus Rosenblättern und -blüten bei (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Seine zwölfeckige Tischuhr aus Alpaka mit Hammerschlagdekor ist mit 30.000 bis 50.000 Euro etwas höher ausgepreist.

Aber auch die anderen Designer der Wiener Werkstätte behandelt das Dorotheum nicht stiefmütterlich. Koloman Moser darf sich mit einem silbernen Bonbonkörbchen samt Kleeblattmuster aus dem Jahr 1906 vorstellen, das den Entwürfen Hoffmanns recht nahe kommt (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR), Dagobert Peche mit einem breiten vergoldeten Spiegelrahmen aus schematisierten Blättern von 1922 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Mit Otto Prutscher geht es in die Glasabteilung, etwa zu sechs Likörgläser um 1907, deren dunkelroter Überfang wieder in geometrischer Anlage abgeschliffen wurde (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Ähnlich ist sein Paar blauer Kelchgläser mit kettenförmigem Schaft für 14.000 bis 20.000 Euro. Etwas tiefer muss man bei Prutschers achtteiligem Toilettenset aus Silber mit Faltenzügen und Elfenbeinknäufen um 1920 greifen. Hier stehen 50.000 bis 80.000 Euro auf dem Etikett.

Reich ornamental hat Hans Bolek um 1910 seine Schmuckschatulle ausgestattet. Den runden Korpus überziehen dicht Silberdrähte in Blättern und Kreisen, dazwischen sind farbige Halbedelsteine eingelassen (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Gut bestückt ist die Vasenabteilung. Hier stehen aus dem Jugendstil etwa Jan Willem Mijnlieffs hohe Bodenvase mit Drachenmotiv zwischen wuchernden Pflanzen um 1915 für 4.000 bis 6.000 Euro oder Paul Dachsels aus sechs Callablüten über blauem Grund gebildetes Exemplar von 1904/10 für 6.000 bis 9.000 Euro bereit. Ungewöhnlich ist die Form, die sich Sándor Apáti Abt um 1908/11 für die ungarische Manufaktur Zsolnay ausdachte. An der Vasenwand mit lilafarbenen Tupfern auf gelbem Grund hängen schlaff mehrere Henkel herab und winden sich etwas gestaltlos umher (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Konkreter ging da die britische Keramikerin Elizabeth Fritsch ans Werk, als sie 1990 ihre Vase mit dem sprechenden Titel „Blown-away Firework“ mit auseinander strebenden Pyramiden, Würfeln und Quadern bemalte (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR).

Der Liebhaber von Jugendstileinrichtung sollte bei der Tischlampe von Louis Majorelle zugreifen. Denn über dem vergoldeten dreifüßigen Bronzeständer von 1904 hat er um 1925 drei violette Glasschirme aufgelegt, die wie leckere Törtchen aussehen (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR). Eine gute Ergänzung dazu ist der mit Edelhölzern intarsierte Nussbaumtisch samt Meeresmotiven um 1900 von Emile Gallé, der mit 13.000 bis 17.000 Euro aufgerufen wird. Aus der Gestaltungsreihe der „Ombelles“ von Gallé kommen ein Paar Stühle um 1902 und eine etwas ältere Vitrine zur Versteigerung. Beherrschendes Dekormittel sind die Doldenblüten. Die Stühle aus Wallnussholz mit Rattangeflecht sollen 22.000 bis 30.000 Euro und die Vitrine mit floraler Marketerie 11.000 bis 15.000 Euro einbringen. Marcel Bouraine ließ seine braune weibliche Aktfigur mit dem klangvollen Namen „Butterfly“ nach einem Entwurf von 1928 bei dem Glasmacher Gabriel Argy-Rousseau herstellen (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Den nachmittäglichen Trinkgenuss versüßt dann die Stuttgarterin Paula Straus mit einem vierteiligen Kaffee- und Teeservice in geschmackvollen Formen des Art Déco, das ab 1926 durch die Firma Peter Bruckmann & Söhne in Heilbronn hergestellt wurde (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR). Vielleicht trinkt der Tee- und Kaffeefreund ja von dem Flügelmuster-Service von Rudolf Hentschel. Die elf Tassen, Unterteller und zwölf Kuchenteller der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen um 1924 kann er sich ab 9.000 Euro zulegen, das passende 35teilige Speisegeschirr ab 25.000 Euro. Für das rechte Licht auf der festlichen Tafel sorgt dann Bruno Paul mit seinen Messingleuchtern von etwa 1901. Das Paar Girandolen mit gerilltem Schaft und drei beweglichen Leuchterarmen ist für 8.000 bis 12.000 Euro zu haben, die kleinere fünfflammige Ausführung und ein kompakterer Leuchter für jeweils 2.000 bis 3.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 12. Dezember um 16 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, der Katalog online unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



11.12.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Robert Seegert

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