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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Die ambitionierte Preisgestaltung schreckte manche Design-Freude im Dorotheum ab

Teuer ist nicht immer besser



Gerrit Rietveld, Beugel Stoel, 1927

Gerrit Rietveld, Beugel Stoel, 1927

Der Preis eines Objektes auf dem Auktionsmarkt wird durch vielerlei Dinge beeinflusst. Die Kauflaune des Publikums ist meist unberechenbar und kann für Überraschungen sorgen. Eine ungünstige Entwicklung präsentierte sich bei der Design-Auktion im Wiener Dorotheum. Hier bevorzugten die Kunden deutlich die günstigeren Preise und mieden die Toplose. Die bittere Medizin der Zurückweisung mussten unter anderem der verspielte Prototyp des Buchregals „This Mortal Coil“ von Ron Arad aus dem Jahr 1993 bei 100.000 bis 150.000 Euro, sein metallener Sessel „Big Easy“ von 1988 bei 40.000 bis 60.000 Euro oder die seltene Deckenleuchte mit einem floralen Glasdekor Flavio Polis aus der Zeit um 1950 bei 22.000 bis 32.000 Euro schlucken. Auch ein Schranksegment von Margarete Schütte-Lihotzkys 1926 entwickelter, standardisierter „Frankfurter Küche“ schloss sich bei 10.000 bis 15.000 Euro auf der Rückgangsliste an, ebenso Gustav Siegels um 1900 datiertes Jugendstilameublement aus drei Armlehnstühlen, einer Sitzbank und einem Tisch bei 5.000 bis 7.000 Euro.


So blieb es Gerrit Rietveld vorbehalten, das teuerste Objekt der Design-Auktion am 7. November zu stellen. Sein seltener früher „Beugel Stoel“ von 1927, dessen weiß gestrichenes Holz sich an das graue Stahlrohrgerüst anschmiegt, bestach mit seinem schlichten und funktionalen Design zu 19.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). An diesen erfolgreichen Trend knüpfte auch Roland Rainer mit seinen Stuhlkreationen an, die alle auf Gegenliebe stießen. Vor allem die acht stapelbaren Stühle aus der Olympiahalle in Innsbruck um 1952 hatten es dem Publikum angetan. Auf schwarz lackierten Holzfüßen schwingt der hellbraune Sitz in einer L-Form zur Lehne, die mit drei Reihen an Löchern verziert ist. Dies generierte 9.500 Euro (Taxe 3.600 bis 4.500 EUR). 2.500 Euro günstiger lag der Endwert für die zwei Sessel namens „Lady“, die Marco Zanuso 1951 als organisch-fließend Sitzschale in Grautönen mit Armstützen gestaltete. Schlanke golden schimmernde Beine heben den Sitz leicht an (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 33,6 Prozent zeigt sich eine deutliche Zurückhaltung, die nicht nur den teuren Objekten galt, sondern alle Niveaus durchzog. Dass sich die Kundschaft auf wenige Stücke konzentrierte und dafür dann auch bereitwillig Geld spendierte, machen die Preissteigerungen deutlich, etwa Josef Hoffmanns schwarzer runder Beistelltisch „Model No. 675“ mit finalen 5.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Eine Vervierfachung auf 4.000 Euro gelang einem kleinen Beistelltisch aus Buche mit gebeiztem Nussbaum von etwa 1930. Der Entwurf „Mod. H-174“ auf schlanken hohen Beinen von Jindrich Halabala erlaubt zudem, einen Boden auszuziehen (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Sein dick auf gepolsterter Sessel „Mod. H-275“ um 1940, der mit seinem originalen beige-roten Bezug von Antonín Kybal lediglich zwischen zwei exaltiert geschwungenen Lehnen gespannt ist, kam dagegen nur auf 2.200 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Möbelklassiker

Robert Oerley schuf das vornehme Paar hellbeigefarbener Sessel 1912/13 für die Villa von Gustav Österreicher in Neubruck an der Erlauf. Die beiden Sitzmöbel respektierten die untere Schätzgrenze von 3.000 Euro. Schon mit Stahlrohroptik glänzte bei 5.000 Euro Walter Knolls Armsesselpaar in Petrol mit roten Holzlehnen um 1932, das als kleines Extraelement ausziehbare Fußteile vorweisen konnte (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Zu ihm gesellte sich ein weiterer Stahlrohrsessel von etwa 1930 der in Wien und Prag ansässigen Firma Gottwald. Mit fachgerecht erneuertem Bezug in rot-grauer Bicolor-Optik verharrte das charmante Stück am unteren Preislimit von 4.000 Euro.

Auch die in königliches Purpur gewandeten Ohrensessel von Gio Ponti um 1950 kamen über die unteren anvisierten 6.000 Euro nicht hinaus. Mit 6.000 Euro gab sich auch der Sofatisch von Michel Mangematin zufrieden. Die französische Arbeit von etwa 1965/70 orientierte sich an einer reduzierten Ästhetik mit der längsovalen Glasplatte, die auf einem elegant geschwungenen, bronzenen Fußkreuz ruht (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR). Eine Mischung aus Schaukelstuhl und Liege erdachte sich Oscar Niemeyer um 1970 mit der „Rio chaise longue“ für das italienische Unternehmen Fasem International. Die schwarze Ledersitzfläche mit Nackenrolle ist auf einer schwarzen und in drei Komponenten gegliederten Konstruktion angebracht, die letztlich 3.000 Euro erzielte (Taxe 3.400 bis 4.000 EUR).

Weibliche Interessen

Raffiniert ging die Maison Charles um 1970 bei ihrem Couchtisch vor. Er besteht aus einer quadratischen erhöhten Tischplatte auf einem verchromten Stahlfuß in Kreuzform, in dem sich vier kleinere gläserne Tischkuben einschieben lassen. Das Set wanderte für 4.500 Euro in neue Wände (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Weniger glücklich verlief der Verkauf des Sofatisches von E.R. Nele aus dem Jahr 1985. Die Spezialanfertigung nutzt als Füße drei weibliche Unterarme aus versilberter Bronze mit dunkler Patina, die die Tischplatte in Form eines weiblichen Torsos aus schwarzem Marmor halten. Das freche Werk der Documenta-Teilnehmerin musste sich mit 6.000 Euro begnügen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die sechs „Medea“-Stühle erinnern in ihrem Design an braune Holzschalen auf schwarzen Metallfüßen mit einer kleinen Aussparung am Boden. Die Arbeiten von Vittorio Nobili aus dem Jahr 1955 brachten es auf 3.800 Euro (Taxe 2.600 bis 4.000 EUR). Mit hellem Cognacbraun warten die sechs Lederstühle auf verchromten Stahlrohrbeinen von 1999/2000 auf. Sung Sook Kim und Patricia Urquiola verzierten ihre Modelle „K.U.1“ lediglich mit Nahtstellen im Leder, die dem Möbel eine dekorative Note verleihen. Der Hammer fiel bei 3.200 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Etwas unterhalb der Schätzpreise bewegte sich das Trikolore-Sofa „Mitzi“ in Schwarz, Rot und Braungold von Hans Hollein aus dem Jahr 1981 bei 3.000 Euro (Taxe 3.400 bis 5.000 EUR).

Auf Interesse stieß der amüsante Sessel aus einem feinmaschigen Streckmetallnetz von 1986. Shiro Kuramata lässt die Frage offen, ob das filigrane und mit Epoxidharz beschichtete Objekt einen Menschen tragen könnte. Der Reiz der klaren Rechtecke und Kreissegmentformen erfreut das Auge, wie auch das feine Schattenspiel des diesmal 4.500 Euro teuren Sessels (Taxe 4.000 bis 5.500 EUR). Fernab des heimischen Marseille überzeugte das metallene Buchregal aus der dortigen Stadtbücherei die Anwesenden im Dorotheum. Das Design der 1930er Jahre der Firma Strafor - Forges de Strasbourg ist dank des Modulsystems frei kombinierbar und forderte 6.000 Euro ein (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Lampen & Vasen

Ob als Regenschirmständer oder als gewagte Vase mit fünf großen Aussparungen – Antonia Campis Keramikobjekt C33 aus dem Jahr 1949 lässt sich nicht so einfach auf eine Funktion festlegen. Die muss nun der neue Besitzer erkunden, der die untere Preisgrenze von 2.000 Euro bewilligte. Zurückhaltend gab sich das Publikum auch bei Fulvio Bianconis Glasvase „a fasce ritorte“ in schwarz-gelbem Karomuster von etwa 1951 mit 5.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Am oberen Schätzwert von 1.200 Euro orientierte sich Julius Theodor Kalmars Standlicht „Teleskop“. Der Wiener Lampenproduzent ließ um 1960 den Schaft in braunes Leder binden und den runden Schirm aus beigefarbenem Stoff anfertigen.

Mit 900 Euro blieb der Zuschlag für Ulrich Höreths charmante Standleuchte „Chinahut“ von 1987 fernab vom Schätzwert. Aus der schwarzen runden Standfläche entspringt der silbrig schimmernde Schaft in einem sanften Bogen; kurz vor dem flachen weißen Schirm absolviert er drei Korkenzieherdrehungen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Am unteren Grenzwert orientierte sich das funktionale Wandlicht Max Schumachers von etwa 1920 mit 6.000 Euro. Einen Rückschlag erlitt der Kronleuchter „Medusa“ von Marc Lalique. Die exaltierte Kristallglasarbeit um 1945 verharrte bei 5.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Auf ein besseres Klima stieß die Hängeleuchte „PH Cone“ von Poul Henningsen in Artischocken-Anklängen aus den späten 1950er Jahren mit 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Varia

Von den drei angebotenen Missoni-Teppichen wanderten zwei in ein neues Heim: Das mit diagonalen bunten Streifen und Quadraten dekorierte Exemplar für 1.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.400 EUR), der in Braunnuancen gehaltene Teppich mit Gitter- und Blumenmuster für 2.000 Euro (Taxe 1.800 bis 3.000 EUR). Die fünf grasgrünen Zaunsegmente von Otto Wagner aus der Zeit vor 1900 erfreuten mit ihrem schlichten Muster. In der Mitte der sich kreuzenden Diagonalen liegt ein doppelter Kreis, der ähnlich einem Wagenrad Speichen zum zentralen Rund aufweist. Diese Eisenarbeit erzielte die erwünschten 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



31.12.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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