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Ferdinand Kriwet ist tot

Anfang dieser Woche starb der Künstler und Hörbuchautor Ferdinand Kriwet in Bremen mit 76 Jahren. Das Œuvre des Autodidakten umfasst Malerei, Plastik, Musik, Texte sowie die Neue Medien. In seinen Arbeiten gelang ihm die Verbindung aus Pop Art, Medienkunst und experimentelle Poesie. Eine der Vorlieben des gebürtigen Düsseldorfers waren „Sehtexte“, die visuelle und konkrete Poesie mit interdisziplinärer Sprachkommunikation verbinden. So legte er unter anderem Schriftbilder in Meterware aus, um Parkwiesen damit zu bedecken. In diesem großen Format wirkt Schrift wie ein Bild.

Seit den 1960er Jahren druckte er seine Texte mit Stempeln und Siebdruck. Die Wörterkombinationen „Younguys“ und „Luckyeah“ stanzte er zum Beispiel in Aluminiumblech oder schuf Installationen, wo etwa das Wort „WAH“ von allen Seiten auf den Betrachter zukommt. Bevor sich Ferdinand Kriwet 1975 aus ungeklärten Gründen aus der ihn feiernden rheinischen Kunstszene verabschiedete, inszenierte er in seinen raumgreifenden Textbildern, multimedialen Aktionen, medienkritischen Filmcollagen und polyfonen Hörstücken die damaligen Kommunikationstechniken. Sich selbst verstand er als Schriftsteller und nicht als bildenden Künstler.

Ferdinand Kriwet schuf theoretische Manifeste zur akustischen Literatur, die die Basis für seine Radioarbeiten wurden. Für seine auditiven Collagen nutzte er Material aus Funk und Fernsehen, das er nach semantischen und musikalisch-rhythmischen Gesichtspunkten ordnete. In einem Zimmer des New Yorker Chelsea Hotel nahm er mit Kamera und Tonbandgerät alles auf, das im Fernsehen zur Mondlandung 1969 lief. Er schuf Hörtexte wie „Offen“, „Apollo Amerika“, „Dschubi Dubi“ oder „Radio“ für die Sender WDR, Radio France, SWR oder NDR. Er bespielte Ausstellungen in Galerien, im Kölner und Düsseldorfer Kunstverein oder nahm 1977 sowie 1983 an der Documenta teil. 2011 widmete ihm die Kunsthalle Düsseldorf eine Retrospektive.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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