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Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts in Wien

Elena Luksch-Makowsky, Adolescentia, 1903

Das Belvedere widmet sich aktuell rund sechzig Künstlerinnen der Wiener Moderne zwischen 1900 und 1938 und stellt rund 260 Werke aus den verschiedenen Strömungen, unter anderem dem Stimmungsimpressionismus, Secessionismus, Expressionismus und der Neue Sachlichkeit, anhand ihrer Biografien vor. Fotografien und Dokumente vermitteln zudem einen Eindruck von ihrem Leben und Schaffen. „Das Belvedere ist berühmt für seine Sammlung aus der Zeit der Wiener Moderne. Umso mehr ist es mir ein großes Anliegen, die vergessene weibliche Seite dieser Epoche in ihrer ganzen Reichweite wieder sichtbar zu machen. Die Künstlerinnen jener Jahre waren und sind eine große Inspiration, und ihren Werken wurde völlig zu Unrecht fast ein Jahrhundert lang kaum Beachtung geschenkt“, so Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere.

Die Künstlerinnen nahmen im damaligen Kunstgeschehen eine wichtige Position ein. Zwar blieb ihnen der Zugang zur Akademie der bildenden Künste verwehrt, und nur wenige konnten sich Privatunterricht leisten, doch gelang es unter anderem Teresa Feodorowna Ries, Elena Luksch-Makowsky, Emilie Mediz-Pelikan oder Helene Funke, sich eine Karriere aufzubauen. Mit Ausstellungen in den Künstlerhäusern der Secession oder des Hagenbundes feierten sie Erfolge und wurden sogar mit Egon Schiele oder Gustav Klimt auf eine Ebene gestellt. Den Frauen blieb jedoch die Mitgliedschaft in den Künstlervereinigungen verwehrt, sodass sie sich zu einem eigenen Verein zusammenschlossen. Unter der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs waren sie bis in die späten 1930er Jahre tätig. Zunächst nur auf die Bereiche Stillleben und Landschaftsmalerei reduziert, emanzipierten sich die Künstlerinnen und machten die Aktmalerei durch Frauen gesellschaftstauglich.

Nach 1938 wurden die weiblichen Protagonisten aus der Kunstgeschichte verbannt und gerieten in Vergessenheit. Ihre Kunst musste aus den Museen und Galerien weichen. Jüdische Frauen wie Ilse Bernheimer und Margarete Hamerschlag flüchteten, Marianne Saxl-Deutsch und Helene von Taussig wurden deportiert und ermordet. Andere wiederrum wie Trude Waehner wurden ins Exil gezwungen. Nur einigen gelang es, nach ihrer Emigration als Künstlerinnen wieder Fuß zu fassen. Nun hat Kuratorin Sabine Fellner sie zurückgeholt. „Während der Vorbereitungen zur Ausstellung habe ich mich auf eine Entdeckungsreise begeben. Bilder dieser großartigen Frauen waren teils auf Dachböden gelagert oder in Depots versteckt, ohne dass es jemand wusste. Wir bringen somit eine wichtige Seite der Kunstgeschichte im wahrsten Sinn des Wortes wieder ‚ans Licht‘.“ Mit der Schau will Fellner einen Anstoß geben, sich auch weiterhin wissenschaftlich mit diesem lang verschollenen Thema auseinanderzusetzten.

Die Ausstellung „Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900 bis 1938“ läuft bis zum 19. Mai. Das Untere Belvedere hat täglich von 10 bis 18 Uhr und freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 14 und ermäßigt 11 Euro, für Kinder und Jugendlich bis 18 Jahren ist er frei. Der Katalog zur Ausstellung ist für 36 Euro erhältlich.

Österreichische Galerie Belvedere – Unteres Belvedere
Rennweg 6
A-1030 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 795 57 0
Telefax: +43 (0)1 – 795 57 121


11.02.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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25.01.2019, Stadt der Frauen - Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938

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Elena Luksch-Makowsky, Adolescentia, 1903
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Helene Funke, Akt in den Spiegel blickend, 1908/10
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Broncia Koller-Pinell, Die Ernte, 1908
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Helene von Taussig, Stillleben mit Blumenkrug, um 1920
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in der Ausstellung „Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900 bis 1938“
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in der Ausstellung „Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900 bis 1938“
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