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Die Kunsthalle Münster zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Mary Beth Edelson in Deutschland

Mit den Waffen einer Frau



Mary Beth Edelson, Straight Forward Gloria, 1994

Mary Beth Edelson, Straight Forward Gloria, 1994

Schon das Plakat zur Ausstellung ist ein echter Hingucker. Eine Frau mit wallender blonder Mähne, rotem Lippenstift und rot lackierten Fingernägeln zielt mit einem Revolver auf den Betrachter. Ihr Blick ist wild entschlossen, die Kampfansage scheint eindeutig zu sein. Das Poster mit der selbstbewussten Diva wirbt für die Ausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Mary Beth Edelson in der Kunsthalle Münster. Diese trägt den programmatischen Titel „Nobody Messes with Her“, auf Deutsch etwa: „Mit ihr legt sich keiner an“. Gezeigt wird das hierzulande bisher noch zu Unrecht unterschätzte Werk einer seit fünf Jahrzehnten aktiven feministischen Avantgardekünstlerin, das in den letzten Jahren vor allem in den USA wieder eine größere Aufmerksamkeit erfuhr. Die Münsteraner Schau ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Mary Beth Edelson in Deutschland.


Merle Radtke, Jahrgang 1986, hat am 1. Juli 2018 die Leitung der Kunsthalle Münster übernommen. Zuvor war sie unter anderem als Volontärin an der Hamburger Kunsthalle tätig. Mit ihrer ausdrücklich einer feministischen Position gewidmeten Antrittsausstellung setzt sie auf jeden Fall einen kraftvollen Akzent. Die Quintessenz der Kunst der 85jährigen Amerikanerin fasst sie folgendermaßen zusammen: „In ihren Werken nutzt Mary Beth Edelson Strategien der Selbstbehauptung, befreit sich aus der Identifikation mit dem Mann und ermöglicht damit eine Neubeurteilung der Gesellschaft.“

Mary Beth Edelson, Jahrgang 1933, gilt als eine der Pionierinnen der feministischen Kunst seit den 1970er Jahren. In ihren Malereien, Collagen, Performances, Fotografien und Plakaten setzt sie sich mit weiblicher Körperlichkeit und Sexualität in der männlich dominierten Gesellschaft auseinander. Sie hinterfragt die Rolle der Frau, indem sie immer wieder starke Bilder von kulturgeschichtlich bedeutenden Frauengestalten wie Göttinnen, Pop-Ikonen und mythologischen Personen künstlerisch verarbeitet.

So verschmilzt sie in der Arbeit „Sheela Plays Kali“ aus ihrer zwischen 1973 und 1977 entstandenen Serie „Woman Rising“ die Erscheinung der mittelalterlichen Gestalt Sheela-na-Gig, die im 12. Jahrhundert an romanischen Kirchen vor allem in Irland und England auftauchte, mit der Darstellung der zerstörerischen Hindu-Göttin Kali. Die Schwarz-Weiß-Fotografie der nackt posierenden Künstlerin in der Natur wird zum Ausgangspunkt für das energiegeladene Aufeinandertreffen zweier in unterschiedlichen Religionen verehrter Figuren. Edelson arbeitet hier mit den Mitteln der Collage und der Übermalung. Im Rahmen der Serie „Woman Rising“ performte sie wiederholt in der Natur. Es ging ihr dabei um das Entdecken weiblicher Energie und das kollektive Unbewusste. Die nebenbei entstandenen Fotografien verwendete sie als Rohmaterial für weitere Arbeiten.

Edelson arbeitete immer wieder in feministischen Kollektiven und veröffentlichte in feministischen Zeitschriften, um sich im patriarchalischen Kunstbetrieb Gehör zu verschaffen. In diesem Zusammenhang sind auch die in Münster gezeigten Offset-Plakate interessant. Hier nahm die New Yorkerin kunsthistorisch bedeutende Werke wie etwa „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci oder Rembrandts „Die Anatomie des Dr. Tulp“ zum Ausgangspunkt. Die männlichen Protagonisten ersetzte sie kurzerhand durch in den 1970er Jahren vom Mainstream noch weitgehend unterschätzte Künstlerinnen wie Georgia O’Keeffe, Louise Bourgeois, Eleanor Antin oder Carolee Schneemann.

Den gesamten Ausstellungsraum der Kunsthalle Münster durchzieht zudem die Reihe der zwischen 1973 und 2017 entstandenen „Cut Outs“, eine collagierte Reise durch die gesamte weibliche Kulturgeschichte von Sandro Botticellis „Venus“ bis hin zu Grace Jones. Mit der eher historisch unterfütterten Ausstellung zu Mary Beth Edelson hat Merle Radtke eine hierzulande noch eher unbekannte Künstlerin ausführlich gewürdigt. Ihre weitere Programmplanung hat sie jedoch noch nicht veröffentlicht. Man darf daher gespannt sein, welche jüngeren Positionen demnächst in der Kunsthalle Münster gezeigt werden.

Die Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“ ist bis zum 10. März zu sehen. Die Kunsthalle Münster hat dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Kunsthalle Münster

Hafenweg 28

DE-48155 Münster

Telefon:+49 (0251) 674 46 75

Telefax:+49 (0251) 674 46 85

E-Mail: kulturamt@stadt-muenster.de



13.02.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


15.12.2018, Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her

Bei:


Kunsthalle Münster

Variabilder:

Mary Beth Edelson, Seeing Double, 1973
Mary Beth Edelson, Seeing Double, 1973

Variabilder:

Mary Beth Edelson, The Nature of Balancing, 1979
Mary Beth Edelson, The Nature of Balancing, 1979

Variabilder:

Mary Beth Edelson,
 Smile, 1993
Mary Beth Edelson, Smile, 1993

Variabilder:

Mary Beth Edelson, Sheela Plays Kali, 1973
Mary Beth Edelson, Sheela Plays Kali, 1973

Variabilder:

in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“
in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“

Variabilder:

in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“
in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“

Variabilder:

Mary Beth Edelson, Straight Forward Gloria, 1994
Mary Beth Edelson, Straight Forward Gloria, 1994







Mary Beth Edelson, Seeing Double, 1973

Mary Beth Edelson, Seeing Double, 1973

Mary Beth Edelson, The Nature of Balancing, 1979

Mary Beth Edelson, The Nature of Balancing, 1979

Mary Beth Edelson, Smile, 1993

Mary Beth Edelson, Smile, 1993

Mary Beth Edelson, Sheela Plays Kali, 1973

Mary Beth Edelson, Sheela Plays Kali, 1973

in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“

in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“

in der Ausstellung „Mary Beth Edelson: Nobody Messes with Her“

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