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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit einer schmalen Ausbeute an impressionistischer und moderner Kunst tritt Sotheby’s in London an, hat aber einige Leckerbissen zu bieten

Monets Begabung



Oskar Schlemmer, Tischgesellschaft, 1923

Oskar Schlemmer, Tischgesellschaft, 1923

Auch die großen Auktionshäuser kommen in diesem Jahr nicht am 100. Geburtstag des Bauhauses vorbei. So hat Sotheby’s in seine Auktion „Impressionist & Modern Art“ ein kleine Suite mit Kunstwerken von Bauhaus-Meistern integriert und mit einigen Aufsätzen zu der Designschule garniert. Den Auftakt macht hier Oskar Schlemmers charakteristische „Tischgesellschaft“ von 1923. In einem nicht weiter definierten Raum gruppieren sich drei seiner stereometrisch reduzierten Figuren still um einen Tisch, während etwas abseits eine weitere ebenso statisch steht. 1952 kaufte Karl Ströher, Inhaber des Wella-Konzerns, das Öl- und Lackbild und vermachte es dann seiner Tochter Erika Pohl-Ströher, deren Erben es nun bei Sotheby’s einlieferten. Schon im vergangenen Dezember konnte der Versteigerer erfolgreich Caspar David Friedrichs romantische „Landschaft mit Gebirgssee am Morgen“ aus der Sammlung der 2016 verstorbenen Geologin absetzten. Angesichts der renommierten Provenienz, der Marktfrische und des Bauhaus-Jubiläums sind die 1 bis 1,5 Millionen Pfund für Oskar Schlemmers nicht zu hoch gegriffen. Der aktuelle Schlemmer-Rekord von 1,8 Millionen Pfund aus dem Jahr 1998 könnte also in den Schatten gestellt werden.


Dass Erika Pohl-Ströher die Kunst Oskar Schlemmers besonders schätzte, macht auch die Tagesauktion deutlich. Dort listet der Katalog sechs weitere strenge Figurenkompositionen des Bauhaus-Meisters. Mit dabei sind die Zeichnung einer Fünf-Figuren-Gruppe am Geländer um 1931, die seiner berühmten „Bauhaustreppe“ von 1932 nahekommt (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP), die „Hellgraue Gruppe“ in Bleistift und Öl auf Papier von 1936 (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP) oder das malerisch wirkende Aquarell „Drei Blonde schräg“ von 1928 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Aus Pohl-Ströhers Sammlung schließen sich noch Alexej von Jawlenskys auf kräftige Farbflächen reduzierte Landschaft „Genfer See mit blauem Berg“ von 1915 (Taxe 350.000 bis 500.000 GBP), sein abstrahierter heller Kopf „Poesie des Morgens“ von 1931 (Taxe 280.000 bis 450.000 GBP) oder George Grosz’ frivoles gesellschaftskritisches Tuscheblatt „Wein, Weib und Gesang“ von 1922 an (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Verträumter geht es auf August Mackes Kohlezeichnung „Promenade an der Aare“ mit einer eleganten Frau beim Spaziergang zu (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP), surreal dunkel-dräuend auf Max Ernsts abstrakter Bibeldeutung „Susanna und die Alten“ von 1953 (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), und auch für Auguste Herbins leicht kubistisch verfestigter Berggegend mit einem „Village“ von 1923 konnte sich Erika Pohl-Ströher begeistern (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Das teuerste der Bauhaus-Lose in der Londoner Abendauktion vom 26. Februar ist Wassily Kandinskys 1928 gemalte „Vertiefte Regung“. Das bunte Punktespiel auf einer grün-schwarzen Farbinsel wurde erst im November 2015 bei Sotheby’s in New York bei 5,5 Millionen Dollar netto zugeschlagen. Mindestens diesen Betrag erhofft der Einlieferer nun in Pfund. Darum gruppieren sich noch László Moholy-Nagys aus Halbkreisen und einem schlanken vertikalen Balken in Schwarz konstruiertes Temperagemälde „Segments“ von 1921 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP) und ohne Bauhaus-Label Lyonel Feiningers kristallin aufgesplitterte „Brücke II“ mit einigen Anglern von 1914/15. Die aktuelle Wertvorstellung der Leinwand von 4 bis 6 Millionen Pfund orientiert sich an ihrem letzten Auktionsauftritt im Februar 2014 von netto 4,2 Millionen Pfund.

Abgesichert

Highlight bei Sotheby’s ist Claude Monets „Palais Ducal“ in Venedig aus dem Jahr 1908. Den Dogenpalast in bestem flirrendem Impressionismus kann man nur als marktfrisch bezeichnen. Seit 1926 gehört er dem deutschen Textilunternehmer Erich Goeritz und seinen Nachkommen. Der gebürtige Chemnitzer Goeritz, der als Jude 1934 zunächst nach Luxemburg und 1937 dann nach England emigrieren musste, war ein begeisterter Kunstsammler und Mäzen. Teile seiner umfangreichen Sammlung an moderner Kunst befinden sich heute in den Kunstsammlungen Chemnitz, im Tel Aviv Museum of Art, der Tate Gallery oder im British Museum. Die anvisierten 20 bis 30 Millionen Pfund für Monets Dogenpalast sind schon durch ein unwiderrufliches Gebot abgesichert. Für den Impressionismus listet der Katalog das farblich wenig aufregende Portrait „Jeanne Pissarro, dite Minette, assise au jardin, Pontoise“ ihres Vaters Camille Pissarro um 1872 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) und zwei Bronzeskulpturen Edgar Degas’, darunter den posthumen Guss „Cheval au galop sur le pied droit“ von 1923 (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP).

Sotheby’s eröffnet das Abendprogramm mit Egon Schieles zart kolorierter Kreidezeichnung „Auf dem Bauch liegendes Mädchen“, ein Bildnis seiner jüngeren Schwester Gertrude aus dem Jahr 1910 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Aufregender, da motivisch selten ist sein „Triestiner Fischerboot“ von 1912, das nun erstmals aus amerikanischem Privatbesitz zur Auktion gelangt. In dem bunten quadratischen Ölgemälde erkundete Schiele eine moderne Behandlung von Farbe, Oberfläche, Muster, Struktur und Form und hinterfragte die traditionelle Sicht auf die Perspektive, was sich nun in 6 bis 8 Millionen Pfund niederschlagen soll. Das Museum of Modern Art trennt sich von Ernst Ludwig Kirchners „Mädchen auf dem Diwan“, das das New Yorker Museum 1993 mit dem Nachlass von Ernest und Margot Gottlieb übernommen hatte. Mit dem Erlös für das unruhige, in neoimpressionistischem Pinselduktus gehaltene Ölgemälde aus dem frühen Brücke-Jahr 1906 stockt es seinen Ankaufsetat auf (Taxe 2,8 bis 3,8 Millionen GBP). Aus dem deutschen Expressionismus ist dann noch Alexej von Jawlensky mit seinem strengen Arrangement aus Früchten, einer Flasche, einer Figur und mehreren Keramikgefäß von 1907 zugegen (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Abgespeckt

Zahlenmäßig nimmt Pablo Picasso mit vier Positionen den ersten Platz ein, wenn auch nicht mit so exzeptionellen Werken. Sie reichen von einem frühen, fast noch impressionistischen Blumenstrauß in einer Vase vor blauer Wand von 1901 über das oftmals wiederholte Stillleben „Verre et pichet“ vom Juli 1944 bis zu der heiteren Gouache „Le repos du faune“ von 1956, zu der Picasso zeitgleich eine Farbaquatinta schuf. Die Kunstwerke rangieren alle zwischen 1,6 und 2,5 Millionen Pfund. Aus Frankreich kommen noch Marc Chagall mit der „Vase de roses“ samt kleinem Liebespaar und einigen Kühen von 1929 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP) und Alberto Giacometti mit der „Tête de femme“, einem dunkel existenziellen Portrait seiner Frau Annette von 1959, für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund zum Zug.

Das Angebot von Sotheby’s ist diesmal recht übersichtlich. Zusammen mit der Surrealisten-Fraktion kommen nicht mehr als 41 Lose zusammen. Konkurrent Christie’s wirft mehr als das Doppelte in die Waageschale und hofft auf etwa den dreifachen Umsatz. Beim Surrealismus steht René Magritte an der Spitze. Der Belgier will für sein doppeltes janusköpfiges Profilgesicht „L’Etoile du matin“ vor weitem Meereshorizont, das 1938 ein Jahr nach seiner Entstehung direkt beim Künstler erworben wurde und sich seither im selben Besitz befand, marktgängige 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund sehen. Gesichtszüge sind auch in Magrittes Bronzefigur „La race blanche“ von 1967 ablesbar, die sich aus zwei Nasen, einem Mund, Ohr und Auge zusammensetzt (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

Darauf folgen Francis Picabias Holztafel „Atrata“ um 1929 aus der Serie „Les Transparences“, die in verwirrender Überlappung mehrere Gesichter, zwei Akte, Tiere, Früchte und andere Motive vereint (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP), und Hans Arps golden schimmernder Bronzetorso „Evocation d’une forme humaine lunaire spectrale“ von 1950 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Einen weiblichen Körper gestaltete Man Ray 1957 zur „Femmelaharpe“ um und amalgamierte in dem Ölgemälde bevorzugte Themen seinen Schaffens, wie Musik, mathematische Modelle und die Interaktion zwischen Frau und Objekt (Taxe 700.000 bis 1.000.000 GBP). Bedrohlich treten „La horde“ auf einer Leinwand von Max Ernst aus dem Jahr 1927 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) und Victor Brauners Chimäre „La Mémoire“ von 1940 auf (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), während Marcel Duchamps „Hommage à Caïssa“ lapidar das Readymade eines Schachbretts mit weißen und grünen Feldern ist (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



25.02.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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