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Nürnberger Exportschlager: Die Beckenschlägerschüssel

Sogenannte „Umbo-Schüssel“, Nürnberg, Zweite Hälfte 15. Jahrhundert

Die Beckenschlägerschüssel war im 15. und 16. Jahrhundert ein begehrtes Handelsgut aus Nürnberg. Zu Hundertausenden verließen die Schüsseln und Teller aus poliertem, golden leuchtendem Messing die Reichsstadt nach ganz Europa. Diesem alten Handwerk widmet sich ab heute das Stadtmuseum im Nürnberger Fembohaus. In der Ausstellungsreihe „Fremde Schätze“ präsentiert es dazu rund 100 Stücke aus der Sammlung von Klaus Tiedemann, die mit ihrem Variantenreichtum an unterschiedlichen Dekoren, Formen und Größen überzeugen. Der emeritierte Anatomieprofessor hat vor 30 Jahren die Beckenschlägerschüsseln eher zufällig als Sammlungsgebiet für sich entdeckt. Wichtig ist ihm dabei die Vielfalt der Motive, darunter Madonnen, Heilige, Ritter, Dirnen und edle Damen, die häufig auch auf Vorlagen Nürnberger Künstler zurückzuführen sind. Holzschnitte aus der Schedelschen Weltchronik standen Pate, aber auch Werke von Albrecht Dürer, Erhard Schön, Hans Sebald Beham, Albrecht Altdorfer, Hans Schäufelein oder Georg Pencz.

Die Nürnberger Beckenschläger bestanden aus einem Verbund kleinerer Werkstätten, die wegen ihres lärmenden Gewerbes in der damaligen Vorstadt vor dem Laufer Tor angesiedelt waren. Nominell waren die Beckenschläger keine Zunft, sondern ab 1493 ein sogenanntes „Geschworenes Handwerk“. Sorgfältig darauf bedacht, Betriebsgeheimnisse zu bewahren und nicht etwa durch Lehrlinge aus der Stadt tragen zu lassen, waren ihnen strenge Reisebeschränkungen auferlegt. Der Herstellungszeitraum der Beckenschlägerschüsseln, die auch als Tauf-, Blut-, Aderlass- oder Almosenschüsseln bezeichnet werden, muss kurz vor 1450 begonnen und gegen 1620 geendet haben. Welche Formen oder Dekore wann produziert wurden, ist aufgrund der dürftigen Quellenlage schwer auszumachen. Die letzten Ziermuster entstanden um 1535, danach kam nichts Neues mehr hinzu.

Die Verzierung der Rohlinge erfolgte in Nürnberg stets mittels einer Matrize aus Stahl, die etwa wie ein überdimensionaler Münzstempel aussah. In sie war das Motiv im Negativ eingeschnitten. Die Herstellung solcher Matrizen war extrem aufwändig und erforderte wochenlange Arbeit von Spezialisten. Das machte die Matrizen so kostbar, dass sogar solche mit beschädigter Schrift lange weiterverwendet wurden. Zwar gab es schon im 14. Jahrhundert Beckenschläger auch in anderen Städten, die allerdings nicht mit Matrizen arbeiteten. Daher ist die Verwendung mit einer Matrize ein Alleinstellungsmerkmal für alle Nürnberger Beckenschlägerschüsseln. In der Ausstellung werden daher auch Fälschungen und die oft mit Nürnberger Stücken verwechselten niederländischen „doopschotels“, die Taufschüsseln, gezeigt.

Die Ausstellung „Leuchtendes Messing – Die Kunst der Nürnberger Beckenschläger“ läuft vom 22. März bis zum 18. August. Das Stadtmuseum im Fembohaus hat dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Der Katalog aus dem J.H. Röll Verlag kostet 69 Euro.

Stadtmuseum Fembohaus
Burgstraße 15
D-90403 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 231 25 95
Telefax: +49 (0)911 – 231 25 96

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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22.03.2019, Leuchtendes Messing - Die Kunst der Nürnberger Beckenschläger

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Sogenannte „Umbo-Schüssel“, Nürnberg, Zweite Hälfte 15.
 Jahrhundert
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Der Nürnberg Beckenschläger Hanns Hoffmann (†1475) bei seiner Arbeit
Der Nürnberg Beckenschläger Hanns Hoffmann (†1475) bei seiner Arbeit

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Umgekehrte Schüssel mit Fischblasenrosette und zwei
 Schriftkränzen, Nürnberg, Erste Hälfte 16. Jahrhundert
Umgekehrte Schüssel mit Fischblasenrosette und zwei Schriftkränzen, Nürnberg, Erste Hälfte 16. Jahrhundert

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Beckenschlägerschüssel mit dem Motiv „Vornehme
 Dame“, Nürnberg, 16. Jahrhundert
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