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Otto Pienes künstlerische und wissenschaftliche Ideen zu Licht, Erde und Feuer im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Am Urgrund allen Seins



Otto Piene, Copper Play, 2011

Otto Piene, Copper Play, 2011

„Das Licht ist die erste Bedingung aller Sichtbarkeit. Das Licht ist die Sphäre der Farbe. Das Licht ist das Lebenselement des Menschen und des Bildes.“ Der Mann, der diese Sätze über die Macht des Lichtes gesprochen und der sein künstlerisches Leben danach ausgerichtet hat, war Otto Piene. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen widmet dem Meister des Feuers und des Lichtes derzeit eine umfassende Ausstellung. Das Besondere daran ist, dass sich zu den Werken Pienes ausgewählte Arbeiten von Lucio Fontana gesellen. Der Italiener war ein wichtiger Weggefährte Otto Pienes, aber auch der anderen Mitglieder der ZERO-Richtung.


ZERO und Piene, das gehört zusammen. Denn Piene, der die Avantgardegruppe 1957 in Düsseldorf mitbegründete, ging von der Stunde Null nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Piene und seine beiden Kollegen Günther Uecker und Heinz Mack, die sich in der ZERO-Bewegung vereinten, waren Bewunderer der radikalen Kunst Lucio Fontanas. Dieser entwickelte 1947 neue Ideen zu Farbe, Klang, Raum, Bewegung und Zeit und fasste diese in fünf Manifesten zum Konzept des „Spazialismo“ zusammen. 1949 mündeten diese Ideen Fontanas in seine plastischen Malereien, die zur Werkreihe der „Buchi“, der „Löcher“, gehören. Fontanas Exponate in der Ausstellung beschränken sich auf diese Schaffensperiode, da das Kreismotiv eine Entsprechung in Pienes Werk findet. Beide Künstler arbeiteten bevorzugt mit lasierter Keramik und mit Metallen und entwickelten ortsbezogene Lichtinstallationen.

Das Licht – der Urgrund der künstlerischen Auseinandersetzung mit Form und Farbe – sowie die Luft, der Kosmos mit seinen Gestirnen sind die zentralen Themen der Piene-Schau. Piene hatte auch biografische Bezüge zum Bahnhof Rolandseck. Anlässlich des großen ZERO-Abschlussfestes 1966 war er gemeinsam mit Heinz Mack und Günther Uecker in dem alten Bahnhof zu Gast, der seit den 1960er Jahren ein wichtiger Treffpunkt der rheinischen Kunstszene war. Piene, der 1928 in Bad Laasphe geboren wurde und 2014 in Berlin starb, zählt bis heute zu den Protagonisten der Abstraktion nach 1945. Anhand von 63 Leinwänden, Grafiken, Keramiken, Licht- und Luftplastiken lässt die Remagener Schau seine künstlerische Entwicklung Revue passieren. Dafür konnte die More Sky Collection des ehemaligen Artinvestor-Herausgebers Edgar Quadt, aber auch Arbeiten aus dem Kunstmuseum Liechtenstein, den Kunstmuseen Krefeld oder dem Piene Estate gewonnen werden.

Wesentlich in Pienes Schaffen ist die Überschreitung der traditionellen Werkgrenzen hin zu einer sinnlichen Erfahrung von Licht und Raum. Ein wiederkehrendes, zentrales Element ist der Kreis, der als Symbol der Unendlichkeit des Raumes gilt und sich im Kosmos fortsetzt. Der Zusammenklang von Kosmos und Licht spiegelt sich im speziell für die Ausstellung gebauten „Lichtraum“ aus dem Jahr 2007. Hier zeigt sich das Licht als Schöpfer des Kunstraumes: durch perforierte Wände fällt bewegtes Licht; gleichzeitig sind im Raum drei Apparate positioniert, die sich in bestimmten Sequenzen in Bewegung setzen und das Licht über die Wände tanzen lassen. Gerade diese lichtkinetischen Arbeiten sind es, die den Besucher in einen sinnlichen Kosmos entführen.

In seinen Rasterbildern manifestierte Otto Piene die Phänomene des Lichtes, so wie er für die Rauchbilder ebenfalls Rastersiebe nutzte. Zu Beginn der 1960er Jahre begann er mit seinen Feuerbildern. Sie entstanden auf Leinwänden und auf Papier und erzählen von der Faszination, die Piene für eine kosmische Welt und deren Gestaltwerdung hegte. Dazu sprühte er einen Kreis mit schwarzem Lackspray auf die Leinwand und bearbeitete ihn anschließend mit Fixativen, um die Brennbarkeit zu erhöhen. Dann entzündete er diese Fläche, hob die Leinwand, bewegte sie in verschiedene Richtungen mit unterschiedlichen Neigungswinkeln hin und her, blies in die Flammen und befeuerte sie solange, bis er diesen Gestaltungsprozess beendete und die Flammen durch heftiges Auspusten löschte. So kreierte er auf der Leinwand Risse, Krusten und Blasen, bedingt durch die Farbschichten und oft mit dem optischen Eindruck, als hätte sich auf der Leinwand der Krater eines Vulkans gebildet. Manchmal zerstörte das Feuer allerdings auch das Ursprungsmotiv und die Bildfläche. „Immer geht es um die Übertragung von Energien, die Transformation von Materie. Dabei spielt auch der Kreis als Gestalt der Planeten, wie die der Sonne und des Mondes, und als kosmische Form, stellvertretend für Unendlichkeit und Vollkommenheit, eine große Rolle“, so interpretiert es die Kuratorin Jutta Mattern.

Als Ursprung für die Existenz der Welt erachtete Otto Piene den Ton respektive das Material Erde. Das keramische Werk, das sich in Reliefs und Skulpturen spiegelt, bezeichnete Piene als „schwere Bilder“, etwa seine Raster- und Grubenkeramiken. Als Grundlage dienten große, von einer Keramikwerkstatt vorgefertigte Tonplatten aus einer Tongrube im Westerwald. Die ohne Glasur hergestellten Grubenkeramiken wirken manchmal etwas grob, während seine Rasterkeramiken durch ihre linear rhythmischen Reihungen harmonisch erscheinen. Sie erinnern an Lichtblitze einer erstarrten Explosion und tragen so klingende Titel wie „Kleiner Urknall“ oder „Hemisphären“ aus dem Jahr 2006, die zahlreiche kleine Erhebungen mit Löchern aufweisen und den Plastiken Fontanas ähneln.

Es fehlt natürlich noch ein weiteres Element: Die Luft. „Inflatables“ nannte Otto Piene seine Sky Art-Projekte. Ab 1964 erfuhren sie in den USA eine besondere Aufmerksamkeit. Diese mit Luft gefüllten Skulpturen aus Spinnakertuch erobern als Sterne mit Luftschläuchen den Himmel. Im Außenbereich des Arp Museums wurde zur Eröffnung der weiße „Inflatable Paris Star“ von 2008 aufgepumpt. Allerdings ist das gezeigte Objekt eine Kopie und wurde extra noch einmal genäht. Der weiße Stern imponiert allein schon durch seine Größe und seine Verletzlichkeit. Natürlich darf im Arp Museum eine Gegenüberstellung von Hans Arp und Otto Piene nicht fehlen, ebenso nicht der Dialog mit den geometrischen Kreisen von Sophie Taeuber-Arp. So schließt sich der Kreis dieser Ausstellung und bildet einen eigenen Kosmos mit unterschiedlichen Positionen und vielen Gemeinsamkeiten.

Die Ausstellung „Otto Piene – Alchemist und Himmelsstürmer“ läuft bis zum 5. Januar 2020. Das Arp Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder bis 12 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog erscheint am 10. April.

Kontakt:

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1

DE-53424 Remagen

Telefon:+49 (02228) 94 250

Telefax:+49 (02228) 94 25 21

E-Mail: info@arpmuseum.org



01.04.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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Otto
 Piene bei einer Feuerarbeit
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Otto
 Piene, Paris Star, 2008
Otto Piene, Paris Star, 2008







Otto Piene bei einer Feuerarbeit

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Otto Piene, Paris Star, 2008

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Otto Piene, Lichtraum (Jena), 2007

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Otto Piene, Komet, 1973

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Otto Piene, Hemisphäre Platin, 2007

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Otto Piene, Die Geburt des Regenbogens, 1973

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Lucio Fontana, Spheres, 1957

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Otto Piene, Bausch, 1998

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in der Ausstellung „Otto Piene – Alchemist und Himmelsstürmer“

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in der Ausstellung „Otto Piene – Alchemist und Himmelsstürmer“

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Sophie Taeuber-Arp, Komposition mit Kreisen und Halbkreisen, 1938

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