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Essen nimmt Künstlersiedlung Margarethenhöhe in den Blick

in der Ausstellung „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“

Nach dem Zusammenbruch verkrusteter Strukturen und imperialer Obrigkeiten fand nach dem Ersten Weltkrieg in der Kunst ein mächtiger Aufbruch statt. Nicht nur das Bauhaus steht für die kraftvolle Freisetzung kreativer Kräfte. Zu den vielen weiteren Reflexen zählt der Einzug der Folkwang-Idee in Essen. Nach dem Tod des Hagener Sammlers Karl Ernst Osthaus 1921 gelangte dessen Kollektion dank großer Spenden vermögender Firmen und Unternehmer in die Industriestadt. Aus dem städtischen Kunstmuseum wurde das Museum Folkwang, aus der Handwerker- und Kunstgewerbeschule die Folkwangschule.

Bedeutender Teil dieser Entwicklung war der Aufbau einer Künstlersiedlung auf der Margarethenhöhe. Der Architekt Georg Metzendorf überzeugte die Stifterin Margarethe Krupp, Künstler nach Essen zu holen. Den Anfang machte 1919 der Bau des Kleinen Atelierhauses. Nach den gleichen Prinzipien wie das zeitgleich gegründete Bauhaus stand bei der Berufung der Künstler das Anliegen interdisziplinärer Lebensgestaltung im Fokus. Unter dem Titel „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“ stellt das Ruhr Museum mit über 700 Objekten die Geschichte, Künstler und das Werkschaffen der Kolonie vor.

Schon die einleitenden Kapitel nehmen die anspruchsvoll gestalteten Bauten mit variablen Grundrissen und die von Metzendorf ganzheitlich abgestimmten Details ins Visier, der eigens Möbel bis hin zu Tür- und Fenstergriffen entwarf. Für den Grafiker Hermann Kätelhön wurde 1919 das Kleine Atelierhaus errichtet. 1921 entstanden Mietwohnungen mit integrierten Ateliers. Später kamen eine keramische Werkstatt, das Werkhaus und das Große Atelierhaus hinzu. Künstler und Kunsthandwerker wurden aus verschiedenen Disziplinen ausgewählt: Grafiker, Bildhauer, Keramiker, Maler, Fotografen, Buchbinder. Emaille- und Goldschmiedekünstler hielten Einzug. Die Stadt, Firmen und Privatleute versahen „ihre“ Künstler mit Aufträgen. Denkmäler, Skulpturen, Brunnen, Bauschmuck für Häuser und Plätze, Parkanlagen oder Friedhöfe erinnern noch heute an die einst hier tätige Künstlerschar.

Die Bildhauer Joseph Enseling, Richard Malin und Will Lammert, die Buchbinderin Frida Schoy, die Goldschmiedin Elisabeth Treskow, der Fotograf Albert Renger-Patzsch, die Maler Kurt Levy, Gustav Dahler, Josef Albert Benkert oder die Brüder Philipp und Hermann Schardt bildeten ein Netzwerk, von denen viele auch an der Folkwang Hochschule der Künste lehrten. Alle lebten Tür an Tür und kooperierten bei Auftragsarbeiten. Den Künstlern gewidmete Kabinette stellen ihre Werke vor. Dazu gehören so prominente Stücke wie die von Treskow gestaltete Meisterschale des Deutschen Fußballbundes und die Amtsketten der Oberbürgermeister von Essen und Köln, Aufnahmen des Museums Folkwang von Renger-Patzsch, Glasfenstern der neuen Essener Synagoge von Kurt Levy oder die Bronzeplastik „Die Säerin“ von Joseph Enseling. Nach 1933 fand das prosperierende Künstlerleben ein jähes Ende. Die Folkwang Hochschule und das gleichnamige Museum erinnern noch heute an die glorreiche Epoche.

Die Ausstellung „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“ ist bis zum 05. Januar 2020 zu besichtigen. Das Ruhr Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 29,95 Euro kostet.

Ruhr Museum
Zollverein A 14
Gelsenkirchener Straße 181
D-45309 Essen

Telefon: +49 (0)201 – 24 681 444
Telefax: +49 (0)201 – 24 681 460

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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08.04.2019, Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe

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Ruhr Museum

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in der Ausstellung „Aufbruch im Westen. Die
 Künstlersiedlung Margarethenhöhe“
in der Ausstellung „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“

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Elisabeth Treskow bei der Arbeit in ihrer Goldschmiedewerkstatt,
 1927
Elisabeth Treskow bei der Arbeit in ihrer Goldschmiedewerkstatt, 1927

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Modell der Siedlung Margarethenhöhe, vermutlich 1940er Jahre
Modell der Siedlung Margarethenhöhe, vermutlich 1940er Jahre

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Keramische Werkstatt Margaretenhöhe GmbH auf der Zeche Zollverein,
 Essen 1936
Keramische Werkstatt Margaretenhöhe GmbH auf der Zeche Zollverein, Essen 1936

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Joseph Enseling, Schatzgräberbrunnen auf der Margarethenhöhe, um
 1912
Joseph Enseling, Schatzgräberbrunnen auf der Margarethenhöhe, um 1912

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Joseph Enseling, Die Säerin, 1934
Joseph Enseling, Die Säerin, 1934

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Joseph Enseling, Georg Metzendorf, 1925
Joseph Enseling, Georg Metzendorf, 1925








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