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Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die neue Ausgabe der Art Cologne hat eröffnet. Ein erster Überblick über die klassischen Positionen

Vom Solitär in die Reihe



Am Stand der Galerie von Vertes

Am Stand der Galerie von Vertes

Ein halbes Jahrhundert ist eine lange Zeitspanne, die an keiner Institution spurlos vorübergeht, erst recht nicht am Kunstmessegeschehen. Die wird heuer fühlbar deutlich, wo ganz Deutschland das Bauhaus-Jubiläum und andere Ehrentage mehr vermarktet als feiert und gerade jetzt vor Ostern eine Reihe von Pressekonferenzen, Eröffnungen und Events stattfinden. Sie lassen die Art Cologne als nur eine Veranstaltung unter immens vielen erscheinen. Vielleicht hat Messedirektor Daniel Hug daher gut daran getan, die Ausstellerzahl bei der 53. Ausgabe der stattlichen Kölner Kunstmesse zu reduzieren, die Kräfte zu bündeln, eine Ausstellungsetage zu schließen und eine Größe wie zuletzt 1987 anzustreben, um dem Publikum nicht zuviel zuzumuten. Den Parcours durch die Galerienkojen kann es nun leichter und schneller bewältigen, um noch weitere Termine wahrzunehmen.


Dass die Klassische Moderne und die Nachkriegskunst in die untere Halle, sprich in den Keller, verbannt und die zeitgenössische Kunst mit Arbeiten aus den letzten 20 Jahren in die obere Halle gehoben wurden, zeigt ebenso die massiven Veränderungen wie Daniel Hugs Bemerkung, dass „weibliche Kunst“ deutlicher in den Fokus rückt. Laut offiziellen Angaben sind insgesamt 176 Aussteller versammelt. Deren Angebote erreicht man auch diesmal wieder – und seit mindestens ein Dutzend Jahren unverändert – über einen Weg mit Baustellen, provisorischen Treppen, trennenden Zäunen und Mauern sowie strengen Taschen- und Sicherheitskontrollen, was bei vielen Besuchern die vom Direktor erwünschten „interessanten Seherfahrungen“ bereits eintrüben kann. Dies korrespondiert eindrucksvoll mit den auf der Pressekonferenz genannten Kunstmarktzahlen: Nur an einem Prozent des weitweiten Umsatzes mit Kunst ist Deutschland beteiligt, was in etwa 670 Millionen US-Dollar entspricht. Die großen Auktionshäuser Sotheby’s und Christie’s machen diesen Umsatz schon mal an einem einzigen Tag.

Was sind in diesem Jahr die Highlights im klassischen Bereich und der Nachkriegskunst? Wieder mal schneiden die Expressionisten der Künstlergruppe „Brücke“ am besten ab. So hat die Düsseldorfer Galerie Ludorff ein 1919 gemaltes, charakteristisches „Russisches Mädchenpaar“ von Otto Mueller für 3,9 Millionen Euro mitgebracht. Die selbe Summe kann der Kunstliebhaber auch beim Kirchner-Spezialisten Henze & Ketterer ausgeben, wenn einem das Gemälde „Sängerin am Piano“ von 1930 gefällt. Das „lautmalerische“ Bild zeigt eine Musikerin mit offenem Mund und ausgreifenden bewegten Armen, die spüren lassen, dass sich bei diesem Gemälde aus der späten Schablonenphase etwas bewegt und die Organik in geometrische Formationen einfließt. Wer sich eher für landschaftliche Motive erwärmen kann, dem sei die in Öl gefasste Darstellung von Ernst Ludwig Kirchners Haus um 1920 empfohlen, die 3,3 Millionen Euro verlangt.

Es versteht sich von selbst, dass auf der rheinischen Messe lokale Künstler eine Rolle spielen. So findet sich etwa bei der Galerie Setareh das Ölbild einer stilisierten Telegrammmaschine unter dem Titel „Reife“ von Konrad Klapheck aus dem Jahr 1986, das zusammen mit einer Vorzeichnung für 750.000 Euro zum Verkauf steht. Gegenüber hängt eine unbetitelte Collage aus 36 konkaven Spiegeln des ZERO-Künstlers Adolf Luther für 68.000 Euro. Nicht ganz ohne Spuren bleibt das Bauhaus-Jubiläum. Besonders beim Berliner Händler Thomas Derda kommt der Bauhaus-Fan etwa mit historischen Aufnahmen des Dessauer Bauhauses von Lucia Moholy für 3.800 Euro auf seine Kosten. Eine Rarität ist für 5.500 Euro ein Aquarell über Linolschnitt von Lothar Schreyer, dessen männliche Figurine von 1920 sich unverkennbar im Schlemmerschen Duktus bewegt.

Bei Suppan Fine Arts aus Wien rückt der Herbert Bayer mit Werken aus der Nachbauhauszeit in den Fokus. Abgetöntes Kolorit und organisch schwebende Formationen im Aquarell „leaves no 6“ deuten in das Entstehungsjahr 1943 (Preis 25.500 Euro). Um die Ecke wartet die junge Züricher Galerie von Philippe David mit einem weiteren Highlight auf: Zuletzt noch auf der großen Retrospektive in Frankfurt zu sehen, kann ein Käufer nun das für Victor Vasarelys Künstlerkarriere bedeutende Ölbild „Selbstporträt im Spiegel“ aus dem Jahr 1944 für 380.000 Euro erwerben. Das museale Stück mit dem zersplitterten Kopf des Malers markiert wie kein anderes in seinem Œuvre den Übergang von der figurativen Malerei hin zur Op-Art. Schon im Bereich von etwas über einer Million Euro hat die Münchner Galerie Maulberger das fulminante Nagelbild „Reihung weiss“ von Günther Uecker aus dem Jahr 1993 angesetzt.

Die Galerie Schlichtenmaier aus Stuttgart bereichert die Art Cologne mit Akzenten aus dem Ländle. Neben einigen silbrig-glatt glänzenden Plastiken des Bildhauers Erich Hauser ist heuer für 140.00 Euro mit „Sabiha“ ein poetisches Ölbild Willi Baumeisters aus der kleinen Serie „Arab“ der Jahre 1950/51 sowie ein gerade erst vollendetes Stillleben von Ralph Fleck aus der Werkgruppe der „Bücherregalbilder“ für 30.000 Euro zu haben. Wieder in die rheinische Kunstszene leitet der Kölner Heinz Holtmann zurück, dessen Galerie auf der Messe ihr 40jähriges Jubiläum feiert. In seiner Koje steht Tony Craggs 2012 gegossene, wie vom Wind zerzauste Bronze „Wild relatives“ für 280.000 Euro, der Holtmann ein skurriles, verweißtes, titelloses Draht- und Holzrelief von Herbert Zangs aus dem Jahr 1977 für 32.000 Euro gegenüberstellt hat. Wer sich mehr für die Jetztzeit erwärmen kann, der wird von Gerhard Richters „Vorhang“ auf den Stand Laszlo von Vertes’ gelockt. Der 25 Mal aufgelegte Tintenstrahldruck von 2012, mit dem Richter an ein Motiv aus den 1960er Jahren anknüpft, kostet hier stolze 3,8 Millionen Euro. Mehr zum Schmunzeln animiert eine gurkenförmige Kleinplastik von Erwin Wurm. Das unbetitelte lilafarbene Unikat aus dem Jahr 2015 soll 50.000 Euro einbringen. Immer wieder zum Pusten regen bei von Vertes zwei kleine Mobiles von Alexander Calder an, die mittlerweile zwischen 900.000 Euro und 1,5 Millionen Euro sehen wollen.

Auch bei jüngeren Künstlern sind recht steile Preisaufschwünge zu verzeichnen. So führt der Berliner Galerist Michael Schultz gerne ins Feld, dass sich die Werte für Werke der von ihm vertretenen Koreanerin SEO in den letzten acht Jahren verzehnfacht haben. Auf der Art Cologne bietet er die poppige Architekturvision „Meeting in Miami“ an der Küste aus dem Jahr 2016 für 52.000 Euro an. Aus München ist der Galerie Thomas wieder mit einer stattlichen Bilderauswahl angereist. Neben Arbeiten der Expressionisten Emil Nolde und Otto Mueller ist vor allem Max Ernsts Ölgemälde „Les peupliers“ hervorzuheben, das die Unsicherheit um 1939 in seltsam skurrilen, kräuselnden Baumformen zusammen mit einer braunen Farbgebung für 1,43 Millionen US-Dollar offenbart. Wer sich eher für den Impressionismus begeistert, wird viel Freude an einem erlesenen Gartenbild Max Liebermanns haben. Für das Motiv aus seinem Wannseegarten muss man allerdings einen knapp siebenstelligen Betrag bereithalten.

Unlängst im Wuppertaler Von der Heydt-Museum ausgestellt wurde der Fotograf Thomas Wrede, den der Münsteraner Galerist Mike Karstens im Programm hat. Als Vorgeschmack auf die Sommersaison wirbt er für Wredes seltsam unwirkliches, anämisches, 12.900 Euro teures „Freibad“ von 2019. Daneben hat Karstens auch kleinformatige Arbeiten Wredes für 1.250 Euro im Portfolio. Die Galerie Boisserée veranstaltet derzeit in ihren Kölner Räumen eine Ausstellung zu Antoni Tàpies; auf der Art Cologne präsentiert sie nun die Mischtechnik „Homenatge a la matèria“ des Spaniers mit schwarzem Hemd und Sandanteilen für 475.000 Euro. Etwas weiter bestreitet die Galerie Koch aus Hannover ihre Standgestaltung mit Gotthard Graubner, Sam Francis, Ernst Ludwig Kirchner und Anish Kapoor. Von Kapoor stammt die Serie aus sieben gegenstandslosen Farbradierungen, die mit leuchtenden Gelb- und Orangetönen spielt und zusammen einen Preis 38.500 Euro fordert.

Der Düsseldorfer Kunsthändler Klaus Schwarzer konzentriert sich auf Heimatliches, etwa auf das großformatige Ölbild eines Eimers des ehemaligen Düsseldorfer Akademieprofessors Dieter Krieg, für das Schwarzer 36.500 Euro erwartet. Ins Standinnere lockt „Das Gebirge“, eine kleine bunte aquarellierte Abstraktion von Gerhard Richter aus dem Jahr 1984 für 495.000 Euro. Gegenüber bei der Galerie Friese hängt sinnigerweise eine verschwommen fotorealistische „Atelierwand“ mit kunsthistorischen Bezugspunkten. Es ist ein im vergangenen Jahr gemaltes Bild seines Schülers Cornelius Völker, das Klaus Gerrit Friese für 25.000 Euro offeriert. Ernst Hilger aus Wien legt einen Schwerpunkt auf letzte Arbeiten des im Oktober 2018 verstorbenen Mel Ramos. Die Serie mit Superhelden im Stil der 1960/70er Jahre in knalligen Farben erhofft sich 226.000 Euro.

Die 53. Art Cologne läuft vom 11. bis zum 14. April in Halle 11.1 und 11.2 der Kölner Messe. Sie hat täglich von 11 bis 19 Uhr, am 14. April von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, die Abendkarte ab 16 Uhr ebenfalls 20 Euro. Die Zweitageskarte gibt es für 35 Euro.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de



10.04.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Otto Mueller, Russisches Mädchenpaar, 1919

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Ernst Ludwig Kirchner, Sängerin am Piano, 1930

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