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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Lempertz wartet mit einem facettenreichen internationalen Angebot alter Kunst und des 19. Jahrhunderts auf. Vor allem aus den Niederlanden stammen einige gewichtige Positionen

Friedliches Landleben in Flandern



Jan Brueghel d.Ä., Dorfstraße mit tanzenden Bauern, 1609

Jan Brueghel d.Ä., Dorfstraße mit tanzenden Bauern, 1609

Die Straße zieht sich direkt vor dem Betrachter schnurgerade bis zum abendlichen Horizont und ist von einfachen Bauernhäusern gesäumt. Geschäftig beenden einige Personen ihr Tagewerk, vor denen sich ein kleiner Hahn unter einem Wagen versteckt. Im Vordergrund tanzen einige Pärchen, während zwei Reiter sie beobachten. Gerade die Detailfülle der durchgeplanten Fluchtpunktkonstruktion beeindruckt vor dem Hintergrund der Größe der von Jan Brueghel d.Ä. genutzten Kupferplatte. Diese misst gerade einmal 11 Zentimeter in der Höhe und 16 Zentimeter in der Breite. In diesem kleinen Format brachte der Flame im Jahr 1609 einen derart realistischen Bildaufbau unter, dass die „Dorfstraße mit tanzenden Bauern“ geradewegs wie eine Momentaufnahme einer tatsächlichen Gegebenheit wirkt. Diese technische Raffinesse im Zusammenspiel mit dem ansprechenden Bildmotiv führt als museumsreif erhaltenes Stück der flämischen Genremalerei des Goldenen Zeitalters die Auktion der alten Kunst bei Lempertz an, verlangt aber nach dementsprechend zahlfreudiger Kundschaft: 230.000 bis 300.000 Euro erwarten die Experten.


Am 18. Mai offeriert das Kölner Auktionshaus eine qualitätvolle Auswahl von Kunst vornehmlich der Renaissance und des Barock bis ins 19. Jahrhundert. Große Künstlernamen sind dabei genauso präsent wie mannigfaltige Bildthemen, überdecken dabei aber nicht einige preiswertere Kostbarkeiten ebenso feiner Ausführung. Von Jan Brueghel d.Ä. hat Lempertz noch ein weiteres Werk aufgetan, für das er sich die Zusammenarbeit mit dem Landschaftsmaler Josse de Momper d.J. sicherte. Dieser malte eine komplexe, aber doch klar konstruierte Felsarchitektur auf die Holztafel, in die Brueghel eine fein ausdifferenzierte rastende Personenstaffage setzte. Hier erhofft man sich 80.000 bis 100.000 Euro. Jan Breughel d.J. ist mit einem ähnlichen Gemeinschaftswerk vertreten. Diesmal war der Sprössling der Malerdynastie allerdings für die Landschaft zuständig, in die Hendrik van Balen d.Ä. die vielfigurige biblische „Versöhnung zwischen Jakob und Esau“ einbrachte. Den beiden vormals entzweiten Brüdern im Zentrum steht ein weites Tal im Hintergrund gegenüber (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Eine „Landschaft mit Allegorien der Elemente“ aus dem Umkreis Jan Breughels d.J. rundet das Angebot um die weit verzweigte Künstlersippe ab (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR).

Gefährliche Liebschaften

Joseph, als Sklave nach Ägypten verkauft, hatte dort kein leichtes Schicksal. Die Frau seines Herren Potiphar begehrte ihn bis zum Übergriff und erlog nachher, er habe sich ihr genähert. Alessandro Turchi, genannt Orbetto, konzentrierte sich im frühen 17. Jahrhundert auf den Moment, als die nackte Frau im Nachtlager nach dem jungen Mann greift. Josephs starke Abwehrhaltung und sein Fluchtreflex nach rechts verleihen dem Werk seine besondere Dramatik (Taxe 100.000 bis 130.000 EUR). Moyses van Wtenbrouck verarbeitete 1627 eine ähnlich unglückliche Liebschaft. Seine „Bewaldete Landschaft mit Salmakis und Hermaphroditos“ zeigt die liebestrunkene Nymphe, wie sie den Mann, den sie fälschlich für Amor hält, beim Baden an einer Lichtung unter urigen Bäumen beobachtet. Ihr Gebet, beide mögen für immer vereint sein, führt dazu, dass beide durch den Götterwillen zu einem Zwitterwesen verschmelzen (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Einen Befreiungsschlag verbildlicht Giovanni Battista Crosatos elegante „Judith mit dem Haupt des Holofernes“, das sie ihrem Freier abschlug, als sich dieser ihr nach einem weinseligen Fest nähern wollte. Das typisch kräftige Kolorit des Venezianers leuchtet im Kontrast mit der dramatisch inszenierten Nachtszene des 18. Jahrhunderts (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Für den als schönsten Jüngling beschriebenen Adonis endete die Liebschaft mit Venus mit dem Tod. Der Bologneser Marcantonio Franceschini legte um 1700 seinen leblosen Körper rechts ins Bild, umgeben von Amoretten und Staffagefiguren. Die Göttin der Schönheit kann den Anblick ihres getöteten Liebhabers nicht ertragen und wendet ihr Gesicht ab, während im Hintergrund der Eber, in den sich ihr eifersüchtiger Ehemann Mars für seine Bluttat verwandelte, in den Wald verschwindet (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Salomon de Brays junge Frau „Pero“ ist als Allegorie der Nächstenliebe dagegen positiver konnotiert. Sie säugte der Legende nach ihren zum Verhungern im Gefängnis verurteilten Vater Cimon und steht damit als Symbol für die uneingeschränkte „Caritas Romana“. Ihrer Tat entsprechend, umfasst sie mit ihrer rechten Hand ihre freiliegende, zum Stillen bereite Brust (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Nah verwandt aber etwas preiswerter ist da Maerten van Cleves I. vielfigurige Tafel der „Werke der Barmherzigkeit“ des 16. Jahrhunderts mit den Allegorien und Bedürftigen in einer Dreieckskomposition auf einem Hügel (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Heilige Schicksale

Tief in sich gekehrt, schaut die Burgunder Madonna als Kalksteinskulptur der Zeit um 1450 auf das verspielte Kind in ihrem Arm, als ob sie dessen Martyrium bereits vorausahnen würde. Der sich heftig wehrende, mit seinem Schnabel zwickende Vogel in Jesu Händen unterstreicht diese Vorwegnahme bei der 124 Zentimeter hohen Arbeit (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Das um 1490 entstandene Lindenholzrelief aus Schwaben führt das Martyrium der heiligen Afra expliziter vor. Von rechts und links nähern sich bereits Schächer mit Fackeln der angebundenen frühchristlichen Heiligen, um sie zu verbrennen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). An einem kahlen Baumstamm fand Michael Zürns d.Ä. „Heiliger Sebastian“ sein Ende. Der ausdrucksstarke bärtige Mann steht nur mit einem Lendentuch bekleidet vor dem Geäst und hat den linken Arm zum Halt erhoben. Die detailreiche Schnitzerei der Jahre um 1635/40 soll 30.000 bis 40.000 Euro einspielen. Ähnlich ergreifend ist der gekreuzigte Christus aus dem Umkreis Georg Petels. Der Erlöser aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist nur aus einem Stück Elfenbein geschnitzt und hängt mit weit nach oben gestreckten Armen über dem eingefallenen Körper an einem schmalen Kreuz (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR).

Eine liebevolle Madonna samt Johannesknaben malte Jacopo Amigoni in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Obwohl das Bildthema der Gottesmutter mit ihrem Kind häufiger in seinem Œuvre dokumentiert ist, weisen die Lempertz-Experten darauf hin, dass es wohl nur zwei bekannte Versionen gäbe, die um Johannes ergänzt sind (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Einen wichtigen Einschnitt in die Bildpolitik der katholischen Kirchen markierte das Konzil von Trient, das sich unter anderem mit der angemessenen Darstellungspraxis biblischer Themen beschäftigte. Ein Sinnbild einer Sitzung des Konzils hielt Frans Francken II. mit geöffnetem Himmel und der Dreifaltigkeit über einem Altar im Zentrum der Theologen fest (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Einen bedeutenden deutschen Humanisten und Theologen der Reformationszeit, die erst zu jenem Konzil führte, verewigte Bartholomäus Bruyn d.Ä. in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. In seinem detailreich ausgeführtem „Porträt des Johannes Draconites“ blickt der Gelehrte vor monochrom grünem Grund nach rechts und ist über seiner schwarzen Kappe mit einer Inschrift identifiziert, womit er einer typischen Bildkomposition nordalpiner Bildnisse der Renaissance folgt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Hochwertige Naturfreuden

In einem Brief, adressiert an einen Gönner, erklärte Jan van Huysum, dass sich die Fertigstellung seines Gemäldes um ein Jahr verzögern würde, da er keine passende gelbe Rose auftreiben könne. Dies belegt die Versiertheit, die den Amsterdamer Künstler auszeichnet und sich schon in seinem Frühwerk „Blumenstillleben in einer Nische“ niederschlägt. Das Gemälde, das um 1707 datiert ist, zeigt die Pflanzen und Blüten in ausgefeilter Naturtreue und trotzdem zu einem stimmigen Gesamtbild kombiniert (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Willem van Aelst widmete sich schon etwas früher dem Sujet und vollendete 1659 seine „Glasvase mit Rosen, Iris, Tagetes und Tulpe in einer Nische“. Sein technisches Können beweist er hier zusätzlich im spiegelnden Glas des Gefäßes (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Abraham Brueghel arrangierte sein „Blumen- und Früchtestillleben vor einer Parklandschaft“. Der gebürtige Antwerpener ließ sich später in Italien nieder, was deutlich die Flora im Hintergrund mit den Zypressen beeinflusste. Seine Leinwand von 1673 füllen nicht nur die Vase, sondern auch Obst und Gemüse im Vordergrund (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

International tätig war Claude Joseph Vernet ebenfalls. Ab 1734 lebte er mit seiner englischen Ehefrau in Rom und erregte bei deren reisenden Landsleuten so großes Interesse, dass manche Auftraggeber gleich mehrere Bilder bei ihm bestellten. In einer englischen Sammlung befand sich dann auch seine „Küstenlandschaft am Nachmittag“ aus einer Serie der vier Tageszeiten. Ein Boot mit Fischern macht eben vor einer Grotte an einer flachen Uferstelle fest. Im Hintergrund beleuchtet der schon leicht rote Himmel die Silhouetten einer Stadt. Für das atmosphärische Gemälde erwartet Lempertz 150.000 bis 200.000 Euro. Wohl ebenfalls noch während seiner italienischen Zeit oder kurz vor seiner Ankunft in Paris malte Jean-Honoré Fragonard in den 1760er Jahren seine „Weite Landschaft mit Hirten und ihrer Herde“, die vor allem die von hinten beleuchteten knorrig urigen Bäume prägen (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR). Rinder inspirierten genauso seinen Haarlemer Kollegen Salomon van Ruysdael zu seinen „Kühen an der Tränke“ von 1656. Der Widerspruch zur friedlichen Landschaft ist hier erst auf den zweiten Blick auszumachen: Nicht Hirten sind um die Tiere zu sehen, sondern Bewaffnete, die die Herde klauen (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Schon eher setzte Jan van Goyen 1624 eine „Landschaft mit einem Altem Schloss und Türmchen“ in ein Tondo. Das Frühwerk des Klassikers niederländischer Landschaftsmalerei lässt auf 40.000 bis 50.000 Euro hoffen. In das Innere einer Stadt an einem belebten Handelstag dringt Paulus Constantijn La Fargue mit dem Dam-Platz in Amsterdam samt der Alten Waage aus dem Jahr 1780 vor (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Hohe Zeichenkunst

„Der junge Zeichner an einem Tisch“ von Godfried Schalcken, eventuell aus den 1670er Jahren und erst 2018 an die Erben des ursprünglichen Besitzers restituiert, grübelt mit kindlichem Ernst über einem Blatt an seiner kleinen Bank (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Was als Ergebnis der langjährigen Studien und Übungen entstehen kann, weist unter anderem Frans Boels’ Gouache „Landschaft mit Pilgern und Bauern“ auf. Das marktfrische Querformat der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts besticht durch die Detailfülle der Gebäude an einem Gewässer, an dessen Ufer eine Kuhherde weidet, sowie der individuellen Personenanlage im Vordergrund (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Eine ähnliche Liebe zum Feinen charakterisiert Pierre Dumonstiers I. „Bildnis des Admirals Bernard Nogaret“, das auf 1584/85 datiert. Mit seinem Bruder Etienne reiste Pierre 1570 an den kaiserlichen Hof nach Wien, um den dortigen Adel festzuhalten und brachte seinen hier deutlich erkennbaren sensiblen höfischen Stil Frankreichs mit (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Flotter hat dagegen Annibale Carraccis seine Landschaft an einem Gewässer auf blauem Papier gezeichnet. Mit groben Strichen zog der Klassiker aus Bologna die Naturidylle an einen Fluss mit der Feder nach. Mehr Witz versprüht Giuseppe Bernardino Bisons schon klassizistische „Lesende junge Frau“, die so vertieft ist, dass sie beinahe vom kippenden Stuhl fällt (Taxe je 8.000 bis 10.000 EUR).

Die Sicht auf Italien im 19. Jahrhundert

Für die Künstler des 19. Jahrhunderts war Italien als „Wiege der Kunst“ ein Sehnsuchtsort. Dies schlägt sich in zahlreichen Landschaften ausländischer Künstler nieder, wie bei Silvester Schtschedrins Ausschnitt „An der Küste von Sorrent“. Der gebürtige Russe verewigte die Steilklippen seiner Wahlheimat in fast schon impressionistischem Gestus mit einigen Gebäuden und Ruinen sowie wenigen Personen (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Der Golf von Neapel verzauberte den Dresdner Adrian Ludwig Richter, sodass er ihn farbintensiv mit dem Castell dell’Ovo und dem schemenhaften Vesuv auf die Leinwand bannte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). In die Stadt zog es den Münchner Michael Neher, wo der Vedutenmaler 1832 „Eine Straße in Tivoli“ entdeckte. Die durch einen Schausteller von ihrem Tagesgeschäft abgelenkten Menschen bevölkern die dicht bebaute Gasse unter strahlend blauem Himmel (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Eine friedliche Atmosphäre fing Oswald Achenbach 1896 „Abends im Park der Villa Borghese mit Blick auf Sankt Peter“ ein. Eine vom Mond erleuchtete Brunnenstatue strahlt hell vor schwarzen Bäumen, während der Rest des Parks durch den dichten Bewuchs im Dunkel ruht. Nur über der Kirchenkuppel sind noch Reste des Abendhimmels auszumachen (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Die wilde unangetastete Natur des amerikanischen Kontinents inspirierte Albert Bierstadt immer wieder. Im Zentrum seiner „Amerikanischen Gebirgslandschaft“ ragt ein schneebedeckter hoher Berg auf, von dem ein Gletscher bis zu einem See an seinem Fuß hinab führt (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mit Erkundungsreisen zwischen Ahr, Rhein, Mosel und Main blieb Johann Wilhelm Schirmer zunächst in Deutschland verankert, bevor auch er weiter weg zog. Zu seiner Düsseldorfer Zeit im Jahr 1850 malte er seinen „Weg am Waldesrand“ mit knorrigen Bäumen unter dunklen Gewitterwolken, die sie in ein romantisch unheilvolles Schattenlicht tauchen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Wenige Personen mit Lastentieren ziehen durch Barend Cornelis Koekkoeks „Bewaldetes Tal mit kleinem Bach“ von 1858, das seine kleinteilig ausgeführte Vegetation charakterisiert (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Die Düsseldorferin Emilie Preyer brachte für ihr „Stillleben mit Früchten, Nüssen und einem Weinglas“ auf einer edlen Marmorplatte die Natur in Form. Vor dem dunklen braunschwarzen Grund strahlen die Farben der Früchte und das helle Glas sowie der Stein umso mehr (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Das ländliche Leben

Der Absolvent der Münchner Kunstakademie Heinrich Bürkel widmete sich mit einigem Witz dem einfachen ländlichen Leben. Vor der Bergidylle scheint seine „Rauferei vor einem Wirtshaus“ aber geradezu friedlich geborgen (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Glückliches Beisammensein nahm sein Hamburger Kollege Felix Schlesinger in den Fokus. Eine alte Bauersfrau singt mit einem kleinen Kind, während ein weiteres dazu klatscht. Ein Mädchen steckt nebenbei weiter an ihrem Kranz, und ein Mann betrachtet das Geschehen aus dem Schatten des Torbogens heraus. „Wie die Alten sungen…“ soll 30.000 bis 40.000 Euro erwirtschaften. Die Frömmigkeit seiner italienischen Landsleute hielt Giuseppe Canella d.Ä. 1820 fest. Vor einem scheinbar viel zu kleinem Gotteshaus für die Menschenmassen drängen sich die Bewohner „Nach dem Kirchgang“ auf den Straßen und Plätzen (Taxe 28.000 bis 34.000 EUR).

Mehr am Klassischen interessiert war der Niederländer Joseph Geefs, der 1874 aus Carrara-Marmor „Den jungen Fischer und die Sirene“ schlug. Leidenschaftlich wendet sich die mythologische Figur dem Jüngling zu, der noch nichts von seinem Unheil ahnt, ruhig auf einem Felsen sitzt und sie zärtlich umarmt. Die elegante Skulpturengruppe schätzen die Experten des Auktionshauses auf 20.000 bis 25.000 Euro. In der Rubrik der Porträtmalerei des 19. Jahrhunderts sticht Josef Karl Stieler heraus, der mit seinem „Bildnis von Auguste Strobl“ aus dem Jahr 1828 dem Verwendungszweck in der „Schönheitengalerie“ des bayerischen Königs Ludwig I. nicht nur mit der Wahl seines Motivs, sondern auch technisch gerecht wurde. Für die in über zwanzig Jahren entstandene Galerie wählte Stieler die charmante Tochter eines Hauptbuchhalters des Königs aus (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 18. Mai um 11 Uhr. Die Vorbesichtigung ist vom 11. bis zum 17. Mai zur unterschiedlichen Uhrzeiten möglich. Die Lose sind online unter www.lempertz.com abrufbar.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



08.05.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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18.05.2019, Alte Kunst - 19. Jahrhundert

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Pierre Dumonstier I, Bildnis des Admirals Bernard Nogaret, 1584/85

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