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Mit Oskar Schlemmer gedenkt Gotha dem Bauhaus

Oskar Schlemmer, Wandfries im Haus Mendelsohn Berlin, 1930

In Gotha nimmt das Herzogliche Museum der Stiftung Schloss Friedenstein anlässlich des Bauhausjahres Oskar Schlemmer in den Blick. Die Retrospektive mit über 75 Exponaten bildet dabei sowohl das Schaffen des 1888 in Stuttgart geborenen Künstlers, als auch den ihn umgebenden Zeitgeist ab. Oskar Schlemmer war in seinem Werk als Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Wandgestalter und Choreograf von Tanzprojekten vielseitig tätig. Diese unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen führen immer einen zentralen inhaltlichen Aspekt seines Schaffens vor Augen: die Vision einer Zukunft, in der der moderne Mensch in Harmonie mit technischen und gesellschaftlichen Neuerungen lebt. Die Kunst sollte hierzu einen entscheidenden Anteil beitragen und eine gesellschaftliche Wirkung entfalten.

Die Schau ist als eine Entdeckungsreise in die Gedankenwelt von Oskar Schlemmer und der Bauhaus-Bewegung vor 100 Jahren gedacht. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf den 1920er und 1930er Jahren. Hierzu gehören die Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau ebenso wie seine Arbeiten als Wandgestalter oder Projekte im Bereich von Bühne und Tanz. In Weimar übernahm Schlemmer am Bauhaus zunächst die Werkstatt für Stein- und Holzbildhauerei sowie zeitweilig die Werkstatt für Wandmalerei, bald auch den Aktzeichenunterricht. Im Zentrum der Lehre Schlemmers, wie auch seiner eigenen Arbeit stand dabei immer der Mensch. Profilköpfe, stehende oder sitzende Figuren sind typische Motive, die er wiederholt in eine geometrische Ordnung des Bildraums eingepasst hat. In dieser Zeit entstanden auch seine berühmten Figurentürme, so etwa die „Vier Figuren in Raumperspektive. Die Konzentrische Gruppe im Raum“.

Ab 1925 in Dessau widmete sich Schlemmer nun vermehrt dem Theater. Wie schon in Weimar suchte er hier nach neuen Wegen der Abstraktion, die er von Skulptur und Malerei in das Schauspiel und den Tanz übertragen wollte. Das Wesen des Menschen blieb nicht nur sein wesentliches Motiv, ab 1928 unterrichtete er dazu einen eigenen Pflichtkurs für alle Studierenden. Gemäß dem Ideal des Bauhauses ging Schlemmer im Unterricht wie auch in seinen Werken stets gattungsübergreifend vor. Unter den Nationalsozialisten wurde seine Kunst als entartet diffamiert. Oskar Schlemmer, international gefragter Künstler und Veteran des Ersten Weltkrieges, war gezwungen, seine Familie in die Schweiz zu schicken und sich sein Geld als Anstreicher zu verdienen. Er starb 1943 in Baden-Baden.

Die Ausstellung „Oskar Schlemmer – Das Bauhaus und der Weg in die Moderne“, die in Zusammenarbeit mit der Staatsgalerie Stuttgart entstand, ist bis zum 28. Juli zu sehen. Das Herzogliche Museum hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Der begleitende Katalog aus dem Verlag Arnoldsche Art Publishers kostet im Museum 19,80 Euro, im Buchhandel 24 Euro.

Herzogliches Museum – Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
Schlossplatz 2
D-99867 Gotha

Telefon: +49 (0)3621 – 82 34 0
Telefax: +49 (0)3621 – 82 34 290

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Oskar Schlemmer








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