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Löwen-Preise in Venedig vergeben

Goldener Löwe für den litauischen Länderbeitrag „Sun & Sea (Marina)“

Zu ihrem offiziellen Start hat die Biennale in Venedig am vergangenen Freitag ihre Auszeichnungen überreicht. Der Goldene Löwe für den besten Länderbeitrag ging nach Litauen und an die drei Künstlerinnen Rugile Barzdziukaite, Vaiva Grainyte und Lina Lapelyte für ihre Opernperformance „Sun & Sea (Marina)“. Dafür haben die Regisseurin, die Drehbuchautorin und die Komponistin in einem alten Lagerhaus der Marina Militare am Campo della Celestia eine Strandszene nachgebaut, in der sich unterschiedliche Urlauber in der Sonne räkeln und von störendem Müll, Hundehaufen oder ausbleichenden Korallenriffen singen. Die Juryvorsitzende Stephanie Rosenthal, Direktorin des Martin-Gropius-Baus in Berlin, hob den gesellschaftskritischen Ansatz in Bezug auf die Freizeitgestaltung, den Konsum und das Arbeiten hervor. Das Libretto zeige uns, wo wir im Moment als Gesellschaft stehen, sagte sie gegenüber dem Deutschlandfunk: „Das geht vom Workaholic zu den Zwillingen, wo einer im 3D-Drucker entstanden ist, bis zu ganz wesentlichen Passagen über Klimawandel. Und das alles verpackt in so einer grotesken Opernsituation.“

Als bester Künstler in dem vom Biennale-Leiter Ralph Rugoff kuratierten zentralen Ausstellungsteil „May You Live In Interesting Times“ wurde Arthur Jafa für seinen Film „The White Album“ geehrt. Das Werk sei gleichermaßen ein Essay, Gedicht und Portrait. Jafa verwendet dafür eigens erstelltes und vorgefundenes Material, wie Hassvideos aus dem Internet, um über das Thema Rassismus zu reflektieren. „So wie der Film einen gewalttätigen Moment kritisiert, indem er zärtlich die Freunde und Familie des Künstlers porträtiert, spricht er auch unsere Fähigkeit zur Liebe an“, so die Jury.

Der Silberne Löwe für einen vielversprechenden jungen Kunstschaffenden ging an Haris Epaminonda. Die 1980 in Nicosia geborene Video- und Installationskünstlerin wird für ihre sorgfältig konstruierten Kompilationen von Bildern, Objekten, Texten, Formen und Farben geehrt, die sie aus fragmentierten Erinnerungen, Geschichten und imaginären Verbindungen kreiert. Ihr künstlerisches Schaffen zeige, dass das Persönliche und das Historische zu einem mächtigen und doch lockeren Netz mit vielfältigen Bedeutungen verdichtet werden könnten. Schon vor der Biennale-Eröffnung gab Ralph Rugoff den Gewinner des Goldenen Löwen für ein Lebenswerk bekannt: er nominierte den 1940 geborenen Amerikaner Jimmie Durham wegen seiner „herausragenden Leistungen als Künstler in den vergangenen sechs Jahrzehnten“.

Lobende Erwähnungen sprach die Jury noch für die Künstlerinnen Teresa Margolles und Otobong Nkanga sowie für den belgischen Länderbeitrag aus. Margolles’ präzise und berührende Arbeiten befassen sich mit der Notlage von Frauen, die stark vom Drogenhandel in ihrer Heimat Mexiko betroffen sind. Die nigerianische Performance-Künstlerin Otobong Nkanga setze sich in ihren unterschiedlich medialen Arbeiten kontinuierlich und inspiriert mit der Politik von Land, Körper und Zeit auseinander. Harald Thys und Jos de Gruyter lassen im belgischen Pavillon ein buntes munteres Marionettenvölkchen auftreten. In ihrer Karikatur „Mondo Condo“ geht es ihnen um unbekannte Aspekte der sozialen Beziehungen in Europa und zu denen, die hinter Gittern dem ganzen Treiben zusehen müssen. Mit ihren fiktiven Charakteren und folkloristischen Stereotypen gelinge es ihnen, auf mehreren Registern zu agieren und gleichzeitig zwei, wenn nicht sogar mehr parallele Realitäten zu schaffen, so die Jury.


13.05.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Künstler:

Haris Epaminonda

Künstler:

Jimmie Durham

Künstler:

Teresa Margolles

Künstler:

Jos de Gruyter

Künstler:

Harald Thys

Künstler:

Otobong Nkanga

Künstler:

Arthur Jafa








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