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Französische Abstraktion in Münster

Das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster widmet seine aktuelle Schau der französischen Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg. In Kooperation mit französischen und schweizerischen Museen sowie einem Schweizer Privatsammler präsentiert Kurator Florian Rodari rund 100 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen unter anderem von Jean Bazaine, Roger Bissière und Alfred Manessier. „Wir untermauern mit der einzigen deutschen Ausstellungsetappe, dass diese Spielart der französischen Kunst der Nachkriegsjahre internationale Strahlkraft besaß und noch immer besitzt. Picasso war kein ausgesprochener Freund der Abstraktion, aber für drei Monate wird er wohl diese künstlerische Nachbarschaft ertragen“, so Museumsleiter Markus Müller.

Ab den 1950er Jahren entwickelten französische Künstler eine neue Bildsprache, die vom Kubismus und Surrealismus geprägt war. Allerdings vermieden sie eine gegenständliche Darstellung und beschäftigten sich mit Strukturen und Farbsymphonien, die besonders in der Glasmalerei zum Ausdruck kamen. Elvire Jan, Alfred Manessier, Jean Bazaine, Gustave Singier und Jean le Moal schlossen sich ab den 1940er Jahren zu einer lockeren Gruppierung zusammen, die die Gegenstandslosigkeit als selbstständige und eigengesetzliche Welt zelebrierte. Wegen ihrer subtilen Bildsprache feierte die Gruppe nur wenig Erfolg außerhalb ihres Heimatlandes. Manessiers Fenster fanden allerdings in den 1960er und 1970er Jahren Anklang in deutschen Kirchen, etwa in Bremen und Köln. Florian Rodari betont: „Die amerikanische Avantgarde in Gestalt des abstrakten Expressionismus und der Pop Art hat diese französischen Malerinnen und Maler ab den 70er Jahren von der Kunstbühne verdrängt. Dem klarsichtigen Blick eines Sammlers ist zu verdanken, dass wir die Zusammengehörigkeit dieser Gruppe von Künstlern in der Präsentation erfahren können. Sie arbeiteten zeitgleich nebeneinander, ohne jedoch eine Kunstbewegung im eigentliche Sinne zu bilden.“

Parallel zur Schau hat das Museum Pablo Picassos Werke der 1950er und 1960er Jahre aus dem eigenen Bestand arrangiert. „Picasso und die Nachkriegsmoderne“ thematisiert das Spannungsfeld unterschiedlicher Entwicklungen von Gegenwartskunst. Es werden Beiträge gezeigt, die bei der Documenta 1 und 2 ausgestellt waren. Damals waren auch Arbeiten von Bissière, Manessier, Le Moal und Singier zu sehen. Zu dieser Zeit beschäftigte Picasso das Verhältnis von Figuration und Abstraktion. Oft setzte er sich mit den Alten Meistern auseinander, was durch seine Portraits, Stillleben und Akte deutlich wird.

Die Ausstellung „Durch das Licht – Abstraktion in Frankreich“ ist bis zum 29. September zu sehen. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 10 Euro, ermäßigt 8 Euro bzw. 4 Euro.

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1
D-48143 Münster

Telefon: +49(0)251 – 41 44 710
Telefon: +49(0)251 – 41 44 777

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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