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Kunst zwischen 1933 und 1955 in Zürich

Das Kunsthaus Zürich präsentiert aktuell die Schau „Stunde Null. Kunst zwischen Resignation und Aufbruch“. Thema bildet die künstlerische Produktion zwischen 1933 und 1955. Dabei geht Kurator Philippe Büttner zwei Fragen nach: Wie haben Künstler auf den Faschismus und den Zweiten Weltkrieg geantwortet? Wie fanden sich nach 1945 neue Wege, dem Leben und der Kunst Gestalt zu geben? Dies will das Haus mit etwa 70 Werken aus der eigenen Sammlung beantworten, darunter Gemälde und Skulpturen, die seit Jahrzehnten nicht zu sehen waren. Die gewählte Zeitspanne durchziehen starke Veränderungen und Kontraste. Mit der „Stunde Null“ bezieht sich Büttner auf das Kriegsende. Nach seinen Worten verdeutlichen die folgenden zehn Jahre den „Schritt von der Auseinandersetzung mit den tiefgreifenden Folgen des Krieges zur Erschaffung einer neuen künstlerischen Sprache, mit der eine neue Freiheit des Ausdrucks einhergeht“. Hierbei werden sowohl die abstrakten wie auch figurativen Strömungen in der Schweiz sowie international beachtet. Hinzu kommen Arbeiten mehrerer Künstlerinnen wie Germaine Richier, Isabelle Waldberg, Hilla von Rebay und Verena Loewensberg.

Zwischen 1933 und 1945 prägen deutliche Kontraste die damalige Malerei. Auf der internationalen Ebene, die stark miteinander vernetzt war, fallen unterschiedliche Ausprägungen auf: Neben Oskar Kokoschka zum Beispiel die dem Surrealismus nahe stehenden Serge Brignoni, Otto Tschumi und Salvador Dalí oder die ungegenständlichen Arbeiten Sophie Taeuber-Arps, Georges Vantongerloos und László Moholy-Nagys. Die Abstraktion wird nach Kriegsende zur herrschenden Strömung mit Schweizer Vertretern wie den Zürcher Konkreten oder Wilfrid Moser und Hugo Weber. International setzt sich das europäische Informel mit Wols, Nicolas de Staël oder Maria Helena Vieira da Silva durch. In Nordamerika positioniert sich der Abstrakte Expressionismus durch Jackson Pollock oder den Kanadier Jean-Paul Riopelle. Den Fortbestand des Figurativen sichern Jean Dubuffet und Alberto Giacometti. Die Skulptur integriert auch abstrakte Werke von Alexander Calder oder Antoine Pevsner. Später tritt der Nouveau Réalisme eines Jean Tinguely mit einem „neuen Ding-Charakter“ zu Tage, so Büttner.

Unterschiede finden sich auch auf der inhaltlichen Ebene. In den 1930er Jahren weisen Arbeiten einen politisch-sozialkritischen Hintergrund auf wie in Otto Baumbergers 1936 gemalte „Masse“ mit armen, hageren Arbeitern vor einer Fabrik. Die düstere weltpolitische Lage spiegelt sich auch laut Büttner in Joan Mirós dunkler Komposition „Personnages et oiseaux dans la nuit“ von 1939. Im Kontrast hierzu steht Fernand Légers vitalistische, in den USA entstandene Komposition „Fleur jaune“ von 1944. In der Schweiz zeigen sich Idyllen in Arbeiten wie Hermann Hubers berührendem, Geborgenheit zelebrierendem Bild „Vorlesende und Knabe“ von 1940/41. In den späteren Nachkriegsjahren werden Kunstwerke wieder freundlicher, etwa in den farbfreudigen abstrakten Strukturen Vieira da Silvas in Frankreich.

Die Ausstellung „Stunde Null. Kunst zwischen Resignation und Aufbruch“ läuft bis zum 22. September. Das Kunsthaus Zürich hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 16 Franken, ermäßigt 11 Franken; bis 16 Jahre ist er frei. Der begleitende Katalog kostet im Museum 25 Franken.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 253 84 84
Telefax: +41 (0)44 – 253 84 33

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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