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Carl Malchin in Schwerin

Carl Malchin, Auf dem Lankower Felde, 1880

Ab heute zeigt das Staatliche Museum Schwerin eine breit gefächerte Retrospektive zu Carl Malchin. Der Künstler gilt als Begründer der mecklenburgischen Landschaftsmalerei. Rund 220 der über 680 hauseigenen Malchin-Werke vermitteln in der Schau, wie er die Natur seiner Heimat auf Papier und Leinwand bannte. Malchins an der heimischen Landschaft und den einfachen Menschen interessierte Malerei war etwas Neuartiges für die Region: Erstmals erhob ein Künstler das alltägliche Leben der Bevölkerung Mecklenburgs zum Inhalt seiner Kunst. Aus kleinformatigen, rasch hingeworfenen Studien entwickelte Malchin im Atelier seine zum Großformat tendierenden Darstellungen des mecklenburgischen Lebens. Sein hohes handwerkliches und malerisches Können ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit der als Realismus bezeichneten Landschaftsmalerei der Zeit, die sich die Inszenierung des Einfachen und Unscheinbaren zum Gegenstand machte.

Carl Malchins großes Verdienst ist es, die Pleinairmalerei, das Skizzieren der Natur mit Ölfarben im Freien, erfolgreich auf Norddeutschland übertragen zu haben. Vorbild hierfür war ihm die französische Schule von Barbizon, die mit Werken von Malern wie Jules Dupré, Charles-François Daubigny oder Georges Michel ebenfalls in der Ausstellung vertreten ist. Die Schau mit dem entsprechenden Titel „Von Barbizon bis ans Meer“ ordnet so erstmals das Werk Malchins in die internationalen Tendenzen der realistischen Landschaftsmalerei ein. Wie Pirko Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen, sagt, versteht sich die Werkpräsentation damit auch „als ein Beitrag zur internationalen Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, zur Geschichte der Schweriner Sammlungen und zur Kulturgeschichte der Region“.

Carl Malchin wurde 1838 in Kröpelin bei Rostock geboren. Nach seiner Schulausbildung ging er in die Lehre bei einem Landvermesser in Schwaan. Während dieser Zeit lernte er die Schweriner Maler Eduard Ehrke und Otto Dörr kennen, die in der mecklenburgischen Kleinstadt Naturstudien betrieben. 1860 bis 1862 folgte ein Studium der Geodäsie am Polytechnikum in München. Parallel dazu nahm er Kontakt zu den Münchner Landschaftsmalern auf und wurde ein Schüler von Julius Noerr. Wieder in Mecklenburg zurück arbeitete er als Landvermesser. Aufgrund seiner malerischen Fähigkeiten empfahl der Schweriner Hofmaler Theodor Schloepke dem Herzog, den Maler mit einem Stipendium für seine weitere Ausbildung an die Weimarer Malerschule zu schicken. Aus Thüringen kehrte er nach siebenjährigem Aufenthalt 1879 nach Schwerin zurück und erhielt die Stelle des Restaurators am neu errichteten großherzoglichen Museum, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Carl Malchin verstarb 1923 in Schwerin. Dem dortigen Museum vermachte er seine Sammlung von etwa 240 Ölskizzen.

Die Ausstellung „Von Barbizon bis ans Meer. Carl Malchin und die Entdeckung Mecklenburgs“ läuft vom 5. Juli bis zum 6. Oktober. Die Galerie Alte & Neue Meister in Schwerin hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8,50 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog im Deutschen Kunstverlag für 29,90 Euro.

Staatliches Museum Schwerin – Galerie Alte & Neue Meister
Alter Garten 3
D-19055 Schwerin

Telefon: +49 (0)385 – 59 58 0
Telefax: +49 (0)385 – 56 30 90

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


05.07.2019, Von Barbizon bis ans Meer - Carl Malchin und die Entdeckung Mecklenburgs

Bei:


Staatliches Museum Schwerin

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Schule von Barbizon

Stilrichtung:


Realismus

Stilrichtung:


Gemälde des 19. Jahrhunderts

Variabilder:

Carl Malchin, Ein alter Schuster
Carl Malchin, Ein alter Schuster

Variabilder:

Carl Malchin, Selbstporträt, 1877
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Variabilder:

Carl Malchin, Stadtansicht mit St. Nikolai, 1907/08
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