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Sarah Schumann gestorben

Sarah Schumann ist verstorben

Sarah Schumann ist tot. Die Malerin verstarb am vergangenen Mittwoch im Alter von 85 Jahren in Berlin. Die 1933 geborene Tochter des Bildhauerpaars Dora und Kilian Schirmer gilt als eine der wichtigen Vertreterinnen der Nachkriegskunst. Bereits mit 15 Jahren verließ sie ihr Elternhaus und konzentrierte sich im Alter von 19 Jahren ganz auf die Malerei. Sie heiratete den Galeristen Hans Brockstedt, von dem sie sich 1960 trennte, zog nach London, wo sie ihren Künstlernamen Sarah Schumann annahm, und später ins Piemont. Zentrale Themen ihres Oeuvres sind Schrecken und Schönheit, geprägt durch ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg. Bereits in ihrer erster Einzelausstellung 1953 in der „Zimmergalerie Franck“ in Frankfurt am Main zeigte Schumann ihre „Schock-Collagen“: Schöne Frauen aus Illustrierten integrierte sie in bedrohliche Kriegsszenerien. 1968 kehrte sie nach Berlin zurück. Dort schloss sich die überzeugte Feministin der Frauengruppe „Brot und Rosen“ an, die sich aktiv für das Recht auf Selbstbestimmung der Frau einsetzte. In diesem Kontext drehte sie 1973 zusammen mit Helke Sander die Filme „Macht die Pille frei?“ und „Männerbünde“.

Vier Jahre später war Schumann als Co-Kuratorin maßgeblich an der Organisation der Ausstellung „Künstlerinnen international – 1877-1977“ beteiligt. Es war die erste Schau in Deutschland die ausschließlich weibliche Künstler präsentierte, darunter Frida Kahlo, Käthe Kollwitz, Diane Arbus, Maria Lassnig, Gabriele Münter und Paula Modersohn-Becker. In dieser Zeit arbeitete Sarah Schumann an großen Frauenbildnissen und erhielt ein Stipendium für die deutsche Akademie in der Villa Massimo in Rom. Aufgrund ihrer Arbeit bei verschiedenen Goethe-Instituten waren die 1980er Jahre von Reisen durch Indien und Afrika geprägt. Diese Eindrücke und ihre Besuche in historischen Parkanlagen und Friedhöfen der DDR inspirierten sie zu großformatigen, aber menschenleeren Landschaftsgemälden. Gleichzeitig arbeitete sie an der Gestaltung von Buchumschlägen zu einer Werksausgabe von Virginia Woolf für den Fischer Verlag. In den 1990er Jahren besuchte Sarah Schumann Moskau und stellte in ihren Werken wieder Menschen und Tiere dar, vor allem Hunde und Bären. Sie fertigte aber auch Portraits, unter anderem von ihrer Lebensgefährtin, der Schriftstellerin Silvia Bovenschen, aber auch von Roman Herzog, Marilyn Monroe und Muhammad Ali. Russische Ikonen inspirierten sie Anfang der 2000er Jahre zu einem Zyklus großformatiger Madonnenbilder.

Noch zu Lebzeiten übergab sie ihren Vorlass an Van Ham Art Estate in Köln, wo im April dieses Jahres unter dem Titel „Sarah Schumann – Wirkliche Welt. Collagen und Gemälde von 1958 bis 2008“ die erste umfassende Ausstellung der deutschen Nachkriegskünstlerin zu sehen war. Schumanns Kunst wurde bereits zuvor in Einzel- und Gruppenausstellungen in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und Moskau in Galerien und Institutionen gezeigt. Arbeiten der Künstlerin befinden sich in deutschen und internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen. Leben und Werk von Sarah Schumann wurde filmisch von Harun Farocki und Michaela Melián gewürdigt und darüber hinaus von ihrer Lebensgefährtin Silvia Bovenschen in dem Buch „Sarahs Gesetz“ literarisch verewigt.


09.07.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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Sarah Schumann ist verstorben
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Sarah Schumann, Anna + Lara + die Höhlen von Prediama
 (Schinkels Reise nach Italien), 1981
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Sarah Schumann, Das Lenin-Mausoleum, 1994
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Sarah Schumann, Sich von unten von oben sehen, 1960
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Sarah Schumann, Die Seepyramide in Branitz, 1991
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Sarah Schumann, Silvia, 1978
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Sarah Schumann








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