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Ho Tzu Nyen in Oldenburg

Das Edith-Ruß-Haus in Oldenburg präsentiert ab heute in der Schau „G for Gong“ das Werk von Ho Tzu Nyen. Der 1976 in Singapur geborene Künstler, Film- und Theaterregisseur verbindet in seinen Installationen zahllose Referenzen aus östlicher und westlicher Literatur, Kunst und Musik zu einem rätselhaften Werk. Außerdem arbeitet er mit Toncollagen. Das zentrale Thema ist seine Suche nach einer oder mehreren kulturellen Identitäten Südostasiens. Dort seien so viele Sprachen, Kulturen und Einflüsse vorzufinden, die sich kaum auf einen historischen Kern reduzieren lassen. Damit habe Ho Tzu Nyen hat in den vergangenen Jahrzehnten eine grandiose Bild- und Konzeptwelt aufgebaut, so die Kuratoren Edit Molnár und Marcel Schwierin. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Schaffen des Künstlers seit dem Jahr 2003.

Im Mittelpunkt der Schau steht das „Critical Dictionary of Southeast Asia“, eine Arbeit, in der Ho Tzu Nyen sich intensiv mit den Geschichten und Kulturen Südostasiens beschäftigt. In diesem kritischen virtuellen Wörterbuch verknüpft er die parallelen Erzählungen von lokalen animistischen Kosmologien mit denen der verschiedenen Kolonialismen und der Modernisierungen. Der Künstler legt hier den Schwerpunkt auf die Art und Weise, wie Geschichte präsentiert wird und wie diese konstruierten Geschichten das Denken und die Lebensweise der Menschen regulieren, definieren und kontrollieren. Mit der universalistischen Herangehensweise an das Wörterbuchprojekt versucht Ho Tzu Nyen letztlich eine ganze Welt mit seiner Kunst zu beschreiben, auch wenn dies zum Scheitern verurteilt ist.

Die älteste Arbeit der Schau ist der 2003 entstandene Film „Utama – Every Name in History is I“. Hier untersucht Ho Tzu Nyen in inszenierten und auf Gemälden basierenden Szenen die mythische Gründung Singapurs. In „2 or 3 Tigers“ verbindet der Künstler 2016 durch computergenerierte Figuren in Motion-Capture-Technologie Mensch und Tier miteinander. Damit illustriert er die Metamorphosen, die mittels digitaler Bilderzeugung etwa einen Tiger und einen Menschen zu einem Wesen verschmelzen lassen. Erstmals in Europa ist „R for Resonance“ zu sehen. Es ist eine Fortschreibung des Wörterbuchprojektes, das sich hier mit der Virtual Reality-Technologie auseinandersetzt.

Ho Tzu Nyen studierte Bildende Kunst am Victorian College of the Arts in Melbourne sowie Southeast Asian Studies an der National University of Singapore. Seine Heimat repräsentierte er 2011 auf der Biennale in Venedig und stellte bisher etwa im Contemporary Art Centre of South Australia in Adelaide, im Mori Art Museum in Tokyo, im Contemporary Center of Art in Glasgow, in der Tate Modern in London und dem Guggenheim Museum in New York aus. Er nahm zudem an internationalen Filmfestivals teil, darunter 2009 am Directors’ Fortnight des Filmfests in Cannes und 2012 am Sundance Film Festival in den USA.

Die Ausstellung „Ho Tzu Nyen: G for Gong“ läuft vom 11. Juli bis zum 29. September. Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst hat täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen bereits ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro und ist an jedem vierten Samstag im Monat frei.

Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23
D-26121 Oldenburg

Telefon: +49 (0)441 – 235 32 08
Telefax: +49 (0)441 – 235 21 61

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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