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Kanadischer Impressionismus in München

Clarence Gagnon, Sommerbrise in Dinard, 1907

Die Kunsthalle München präsentiert ab heute unter dem Titel „In neuem Licht“ erstmals in Europa eine Ausstellung mit Meisterwerken des kanadischen Impressionismus vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Anhand von rund 120 Gemälden stellen die Kuratorinnen Katerina Atanassova und Nerina Santorius 36 Künstlerinnen und Künstler vor, die hierzulande nahezu unbekannt sind. Die Aussicht auf eine Ausbildung bei den Pariser Meistern lockte viele von ihnen zunächst in die französische Hauptstadt. Einige wie William Blair Bruce blieben in Europa, andere kehrten in ihre Heimat zurück, darunter Franklin Brownell, wo sie das kanadische Publikum mit der impressionistischen Malerei bekannt machten. In Alltagszenen sowie vor allem in Landschaftsbildern fingen sie die besonderen Stimmungen ein, die im Zusammenspiel von Natur, Licht und Klima des Nordens entstehen. Mit diesen Werken leisteten die Künstler nicht nur einen bedeutenden Beitrag zum weltweiten Phänomen des Impressionismus, sondern schufen gleichzeitig eine eigene unverwechselbare Kunst für ihre junge Nation.

Auf den Bildern begegnen dem Betrachter violett schimmernde kanadische Schneelandschaften mit Pferdeschlitten, so auch bei einer „Eisernte“ von Maurice Cullen in zartem Dunst, hölzerne Totempfähle und Bäume mit Eimern zur Gewinnung von Ahornsaft. Gleichzeitig sind jedoch auch Pariser Straßenszenen zu sehen, bretonische Wäscherinnen, Damen in Japanmode, Reiter am marokkanischen Strand oder wie bei Helen McNicoll ein lesendes Mädchen „Im Zelt“. Gibt es dann überhaupt einen „kanadischen“ Impressionismus? Ist die Staatsbürgerschaft ausschlaggebend, der Geburts- oder der Wohnort der Künstler? Ein Bildmotiv aus Kanada, ein spezifischer Stil? Die Ausstellung beleuchtet anhand etlicher künstlerischer Positionen, inwiefern diese Fragen zu Lebzeiten der Künstler relevant waren und wie sie die Kunstgeschichte bis heute prägen.

Für die Maler aus den ehemaligen Kolonien stand – anders als für die französischen Kollegen – nicht die Rebellion gegen erstarrte akademische Strukturen oder das Aufbrechen der traditionellen Gattungshierarchie im Vordergrund. Vielmehr versuchten sie sich an einem Bild Kanadas zwischen dem Fremden und dem Eigenen, zwischen der künstlerischen Avantgarde und der Befreiung von europäischen Einflüssen, zwischen bäuerlicher Tradition und großstädtischer Modernität, zwischen wilder Natur und industriellem Fortschritt. Der Impressionismus eröffnete ihnen dabei unter anderem neue Möglichkeiten für die Darstellung von Figuren in der Landschaft, die auch verstärkt für Porträts oder Freizeitszenen im Freien genutzt wurden: An Bildtiteln wie „Jugend und Sonnenlicht“ von Marc-Aurèle de Foy Suzor-Coté zeigt sich die Gleichwertigkeit, die Licht und Atmosphäre nun neben der Figur einnahmen. Während das Motiv immer mehr an Bedeutung verlor, wurde das Einfangen der Gesamtstimmung künstlerisches Ziel.

Die Ausstellung „In einem neuen Licht. Kanada und der Impressionismus“ ist vom 19. Juli bis zum 17. November zu sehen. Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, jeden 3. Mittwoch im Monat zusätzlich bis 22 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 11 Euro; montags gibt es auf alle Tarife 50 Prozent Vergünstigung. Der Katalog aus der Arnoldschen Verlagsgesellschaft kostet im Museum 29 Euro. Im Anschluss an die Präsentation in München wandert die Schau im Jahr 2020 auch in die Fondation de l’Hermitage in Lausanne, ins Musée Fabre in Montpellier sowie in die National Gallery of Canada in Ottawa.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 22 44 12
Telefax: +49 (0)89 – 37 82 95 18

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


19.07.2019, In einem neuen Licht - Kanada und der Impressionismus

Bei:


Kunsthalle der Hypokulturstiftung

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Impressionismus

Bericht:


Befreiende Experimente auf Papier

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