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Grafikpreis der Stadt Bietigheim-Bissingen verliehen

Ariane Fruit, Scène de crime, 2018

Im Rahmen des Wettbewerbes „Linolschnitt heute“ haben Ariane Fruit, Philipp Hennevogl und Sabine Ostermann den Grafikpreis der Stadt Bietigheim-Bissingen erhalten. Sie konnten sich gegen 125 Mitbewerber durchsetzen und sich über ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro freuen. Die Französin Ariane Fruit nahm erstmals an dem Wettbewerb teil und gewann den ersten Preis für ihre großformatigen schwarz-weißen Abzug „Scène de crime“. Hierfür bearbeitete sie den Linoleumboden ihres Ateliers und präsentiert sich selbst in der Mitte liegend, so dass der Betrachter auf den ersten Blick ein Tatort assoziiert. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass Fruit in Aufsicht gerade den Boden ihres Studios bearbeitet. Die 1975 in Mont-Saint-Aignan in der Normandie geborene Künstlerin erwarb an der Pariser Ecole de l’Image Gobelins ihr Diplom in Fotografie und erreichte bei der 2017 Biennale de l’Estampe in Saint-Maur den zweiten Preis. Ihre Arbeiten präsentierte die in Paris lebende Fruit im Rahmen von Gruppen- und Einzelausstellungen bisher nur in Frankreich.

Zweiter Preisträger ist der 1968 in Würzburg geborene Philipp Hennevogl, der sich bereits 2001 zum ersten Mal am Wettbewerb „Linolschnitt heute“ beteiligte. Seine ebenfalls großformatige und in Schwarz-Weiß gehaltene Arbeit „Neubau“ zeigt die Großbaustelle des unfertigen Baus des Springer-Verlages in Berlin als Spiegelung in einer Glasfassade. Das sowohl in Herstellung, als auch Druck anspruchsvolle Werk changiert zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Hennevogl studierte Freie Kunst/Malerei an der Universität Gesamthochschule Kassel, wurde 2009 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Würzburg und 2010/11 mit dem Mainzer Stadtdruckerpreis ausgezeichnet. Seine Arbeiten sind unter anderem im Museum für Moderne Kunst und dem Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main, in der Neuen Galerie der Staatlichen Museen in Kassel und im Kulturspeicher Würzburg vertreten.

Den dritten Platz belegt Sabine Ostermann mit der Arbeit „Modekarussell“. Die 1968 in Backnang geborene Künstlerin geht experimentell mit dem Material Linoleum um. Sie nutzt die Platten nicht als Druckstock, sondern bemalt diese lasierend mit bunten Farben und erreicht so eine Art Flachrelief, eine Verbindung von malerischen und grafischen Elementen. Zudem schneidet sie ihr Motiv aus, trennt sich von den klassischen Hoch- oder Querformaten und betont so den Objektcharakter ihrer Arbeiten. Die Wahlberlinerin Ostermann studierte Bildende Kunst und Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und erhielt 2014 den Kunstpreis des Landkreises Alzey-Worms und den Publikumspreis der Spektrale Luckau.

Zudem kaufte die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen den polychromen Unikat-Linolschnitt „Thicket“ mit floralen Elementen der britischen Künstlerin Mary Dalton, die gerahmte Installation „Wenn es denn nur Worte wären“ von Thomas Kellner mit eingefärbten Linolplatten und -drucken auf Verlagsseiten sowie die „Meterware“ von Katharina Krenkel an, eine fünfteilige Installation aus je 4,80 Meter langen, zweifarbigen Linol-Bordüren mit botanischen Elementen. Die Ankäufe, die Arbeiten der Preisträger und weiterer 38 ausgewählter Wettbewerbsteilnehmer sind derzeit in der Ausstellung „Linolschnitt heute XI“ zu sehen. Zeitgleich präsentiert die Städtische Galerie aus ihren Beständen Werke von Karl Rössing (1897-1987), Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, und dessen Schülern Robert Förch (*1931) und Malte Sartorius (1933-2017).

Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen hat den Wettbewerb „Linolschnitt heute“ vor 30 Jahren zusammen mit den Deutschen Linoleum-Werken (DWL) ins Leben gerufen. Das Unternehmen war auch der Impulsgeber, den Schwerpunkt des Museums auf den künstlerischen Linolschnitt zu legen. Nach der Insolvenz der DWL im Jahr 2017 fördert nun die Stadt Bietigheim-Bissingen die Auszeichnung und stellt die Kosten für den Ankauf. Der Wettbewerb mit anschließender Ausstellung findet im Turnus von drei Jahren statt.

Die Ausstellung „Linolschnitt heute XI. Grafikpreis der Stadt Bietigheim-Bissingen“ läuft bis zum 6. Oktober, die Schau „Bekenntnis zum Gegenstand. Linolschnitte von Karl Rössing und seinen Schülern Robert Förch und Malte Sartorius“ bis zum 16. Februar 2020. Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen hat täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr und am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60-64
D-74321 Bietigheim-Bissingen

Telefon: +49 (0)7142 – 74 483
Telefax: +49 (0)7142 – 74 446

Quelle: Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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Veranstaltung vom:


20.07.2019, Linolschnitt heute XI. Grafikpreis der Stadt Bietigheim-Bissingen

Veranstaltung vom:


20.07.2019, Bekenntnis zum Gegenstand. Linolschnitte von Karl Rössing und seinen Schülern Robert Förch und Malte Sartorius

Bei:


Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen

Kunstsparte:


Grafik

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Wenn eine nicht mehr reicht

Variabilder:

Philipp Hennevogl, Neubau, 2018
Philipp Hennevogl, Neubau, 2018

Variabilder:

Sabine Ostermann, Modekarussell, 2018
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