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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Kaari Upson in Basel

Die Kunsthalle Basel präsentiert derzeit die Schau „Go Back the Way You Came“ der Amerikanerin Kaari Upson. Die 1972 in San Bernardino geborene Künstlerin arbeitet mit Installationen, Performances, Filmen und Malerei. Motive und Themen ihrer Arbeit sind etwa die Figur „Larry“, ein Hugh Hefner nachahmender Nachbarn ihrer Familie, ihre Pepsi Cola-besessene Mutter, die Konsumgesellschaft und das „Amerikanisch-Sein“. In Basel ist ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Europa samt ihrer neuesten Werkgruppe zu sehen. Hier kehrt Upson an den Ort ihrer Kindheit zurück und interpretiert den Titel „Go Back the Way You Came“ etwa als Heimat, Zuhause oder Mutter.

Die in Los Angeles lebende Kaari Upson verbindet Zuhause und Mutter eng miteinander. Für die Absolventin des California Institute of Arts nahe Los Angeles ist der Körper des Menschen symbiotisch mit dem verbunden, in dem er heranwächst, und sein erstes Zuhause, eingebettet in ein Leben, das nicht das eigene ist. Die Grenzen zwischen Mutter und Kind sind ebenso durchlässig wie die Zellen, da die zwei Körper sich nicht abgrenzen. Noch Jahre nach der Geburt kann das Genmaterial des Kindes in den Zellen der Mutter nachgewiesen werden. Elena Filipovic erläutert weiter: „Blutsverwandtschaft, so scheint es, ist wohl eine Form von Kontaminierung.“

In ihren aktuellen Arbeiten setzt Upson dort an, wo Intimität auf Ablehnung trifft, an der dünnen Membran zwischen Vertrautheit und Gegensätzlichkeit. Sie „schlachtete“ die Umgebung ihrer Kindheit aus, indem sie etwa die natürlichen und architektonischen Elemente, mit denen sie aufwuchs, zurechtstutzt, Abgüsse davon macht und kopiert. Damit, so Filipovic, lasse sie nicht nur das Selbst mit dem Anderen verschmelzen, sondern auch den Körper mit dem Objekt, das Begehren mit dem Trauma. Das Resultat befrage damit grundlegend die ursprüngliche Bedeutung des Unheimlichen mit seinem Wortstamm „heim“ und seine Verbindung zu Dingen, die ebenso vertraut wie auch fremd erscheinen.

Den Anfang der Schau bildet die Arbeit „Mother’s legs“, ein Wald aus abstrahierten überdimensionierten Beinen, die von der Decke hängen. Diese vereinen zwei Elemente in sich. Zum einen sind sie Abgüsse des termitenzerfressenen Holzes eines Baumes, der vor dem Haus der Upsons stand und von der Künstlerin gefällt wurde. Zum anderen sind die übergroßen Knie Abgüsse der Beugegelenke von Mutter und Tochter. Die Installation bemalte Kaari Upson mit mehreren Nuancen zwischen Baby- und Fleisch-Rosa. Der Besucher geht hier den eigenen Lebensweg zurück, da er durch eine Körperöffnung zwischen gespreizten Beinen in den Raum gepresst wird. Die einzelnen Büsten in „O. Snag“, zu Deutsch „O. Stumpf“, sind eine Mischung aus den Gesichtern von Upsons Mutter und Großmutter sowie deren Freundinnen und weiblichen Vorfahren. Auch hier thematisiert sie die eigene Geschichte, persönliche Erlebnisse und daraus resultierende Traumata.

Kaari Upson stellt in internationalen Galerien und Museen aus und ist auf der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten. In Gruppenausstellungen waren Arbeiten der Künstlerin im Whitney Museum of American Art in New York, im 21er Haus in Wien oder im Museum of Contemporary Art in Los Angeles präsent.

Die Ausstellung „Kaari Upson. Go Back the Way You Came“ läuft bis zum 10. November. Die Kunsthalle Basel hat dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20:30 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag schließt sie bereits um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt regulär 12 Schweizer Franken, ermäßigt 8 Schweizer Franken.

Kunsthalle Basel
Steinenberg 7
CH-4051 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 206 99 00
Telefax: +41 (0)61 – 206 99 19

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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30.08.2019, Kaari Upson - Go Back the Way You Came

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Zeitgenössische Kunst

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Kaari Upson








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