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Düsseldorf untersucht die Kunst in der DDR

Wolfgang Mattheuer, Die Flucht des Sisyphos, 1972

Einer nicht ganz einfachen, mit Fettnäpfchen gespickten Aufgabe hat sich das Museum Kunst Palast in seiner aktuellen Ausstellung verschrieben und geht der Kunst in der DDR nach. 30 Jahre nach Mauerfall präsentiert es dazu eine Auswahl von rund 130 Gemälden und Arbeiten auf Papier von 13 Künstlerinnen und Künstlern. Kurator Steffen Krautzig will so den Blick auf die „überraschend vielseitige und zugleich widersprüchliche Kunstepoche zwischen 1949 und 1989“ lenken, die von „Anpassung und Rebellion, Affirmation und Subversion“ geprägt war.

„In der Ausstellung wird sichtbar, dass Kategorisierungen wie systemkonforme Staatskunst und nonkonforme Untergrundkunst zu kurz greifen“, hebt Krautzig hervor. „Mit dem Untergang der DDR verloren die damals entstandenen Kunstwerke ihre politischen Funktionen – auch die Werke, die sich bewusst von politischen Vereinnahmungen abgrenzten. Schon immer haben sich in der Kunstgeschichte Funktionen und Bedeutungen gewandelt. Wir wollen mit unserer Schau – ohne Entstehungszusammenhänge und kulturpolitische Hintergründe zu verschweigen – die Kunstwerke in den Mittelpunkt rücken und ihre Bedeutung für unsere Gegenwart vorstellen.“

Zu Wort kommen etwa Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Willi Sitte, die seit ihrer Teilnahme auf der Documenta 6 im Jahr 1977 als offizielle Repräsentanten der DDR wahrgenommen wurden. Ihre Kunst orientierte sich am Stil des Sozialistischen Realismus. Die offizielle Staatsdoktrin sollte volkstümlich und parteilich im Dienst der Arbeiterklasse stehen und helfen, die sozialistische Gesellschaft aufzubauen und zu festigen. Doch zeigt sich in ihren Bildern auch eine symbolistische Note, etwa in Mattheuers „Flucht des Sisyphos“ von 1972, die versteckt eine Kritik an den Verhältnissen generiert. Etliche Künstler gerieten daher häufig in den Fokus kulturpolitischer Debatten, wurden kontrolliert und überwacht.

Der Ausstellungsrundgang beginnt mit den unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Gemälden von Elisabeth Voigt und Wilhelm Lachnit. Beide prägten als Lehrer an den traditionsreichen Kunsthochschulen in Leipzig und Dresden die nachfolgenden Künstlergenerationen, obwohl ihre eigenen Werke von offizieller Seite kritisiert wurden. Vertreten sind zudem abstrakte Positionen, die vom Staat als formalistisch gebrandmarkt wurden, etwa die geometrischen Konstruktionen Hermann Glöckners oder die kleinteiligen Schrift- und Zeichenblätter von Carlfriedrich Claus. Fernab des offiziellen Kunstbetriebs war Gerhard Altenbourg tätig und schuf in seinem thüringischen Rückzugsort Altenburg poetische Arbeiten voll surrealer Hirngespinste. Michael Morgner und Angela Hampel nahmen den Menschen in den Blick und widmeten sich seiner existenziellen Verfasstheit.

Die Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“ läuft vom 5. September bis zum 5. Januar 2020. Das Museum Kunst Palast hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Geschlossen bliebt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro bzw. 2 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 29,80 Euro, im Buchhandel 38 Euro.

Stiftung Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 566 42 100
Telefax: +49 (0)211 – 566 42 906


05.09.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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05.09.2019, Utopie und Untergang. Kunst in der DDR

Bei:


Museum Kunst Palast

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