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Nach fünf Jahren Renovierung hat das Gruuthusemuseum im flämischen Brügge wieder die Tore geöffnet. Einprägsam stellen erlesene Schätze den künstlerischen Reichtum der alten Handelsstadt vor

Übertriff Dich selbst!



Das Gruuthusemuseum in Brügge

Das Gruuthusemuseum in Brügge

Ludwig von Brügge, flämisch Lodewijk van Gruuthuse, war Kunstfreund, Diplomat und ein geschickter Geschäftsmann. Sein Vermögen erwarb der um 1427 geborene und 1492 verstorbene Spross einer einflussreichen Brügger Familie über das Monopol auf den Verkauf der Kräutermischung Grut, damals Hauptbestandteil des Bieres. Zwischen 1463 und 1477 amtierte er zudem als Statthalter und höchster Vertreter des Herzogs der umliegenden burgundischen Gebiete und konnte es sich erlauben, in einem opulenten Stadtpalast zu residieren. Über der Tür zum Palais aus dem 15. Jahrhundert prangt noch heute stolz der Wahlspruch der Familie „Plus est en vous“ – „Du kannst mehr, als du glaubst“. Die freie Übersetzung „Übertreffe Dich selbst“ war auch die Richtschnur für die umfassende Restaurierung und Neuausrichtung der musealen Präsentation in Ludwigs ehemaligem Domizil.


Wichtigstes Ausstellungsstück des wiedereröffneten Gruuthusemuseum ist dabei die imposante Gebäudegruppe um den Gruuthusehof selbst, einen zentralen Ort mitten im Kern des alten Brügge. Das gotische Gebäude wurde zuletzt im 19. Jahrhundert nach Planungen des Stadtbaumeisters Louis Delacenserie im neugotischen Duktus überformt, um als Archäologiemuseum der Stadt zu dienen. Mehr als einhundert Jahre später war nun eine erneute grundlegende Überholung und Erweiterung für die stadthistorisch bedeutenden, vor allem kunstgewerblichen Kollektionen vonnöten. Auffallende Veränderung neben der Wiederherstellung des Belvederes auf dem signifikanten kleinen Turm ist der Abschluss des Vorplatzes durch ein Servicegebäude mit Ticketverkauf an der Stelle eines einst hier vorhandenen Riegels. Der neue Pavillon nimmt dessen ursprüngliche Proportionen auf, setzt in modernen Formen aber bewusst ein Zeichen unserer Zeit. Er interpretiert frei die gotischen Giebel und Turmhelme der Umgebung und entfaltet sich ziehharmonikaartig, leicht, schwungvoll und transparent mit seinen hohen, voll verglasten spitzen Giebeln in modernen Materialien. Die Büros de Brügger/Brüsseler noAarchitecten und Madoc aus Gent schufen neben den Neubauplanungen auch das Konzept für die neuen Szenografien im Altbestand, was den Stadtvätern insgesamt 9,1 Millionen Euro wert war.

Die Eingangshalle steht mit den gemalten Backsteinimitationen, den Treppenläufen und der geschnitzten Decke unter den Vorzeichen der Neugotik. Von späteren Zutaten bereinigt, zeugen in den Sälen singuläre Elemente von der feinen Ausstattung im 15. Jahrhundert. Dazu gehören monumentale Kamine wie in der ehemaligen Küche, mehrere Wendeltreppen, insbesondere aber das Oratorium, ein Highlight im neuen Parcours. Konzipiert als Brücke zwischen dem Palast und der unmittelbar benachbarten Liebfrauenkirche zeigt sich die Privatkapelle unverfälscht von späteren Eingriffen wie im Entstehungsjahr 1469. Über Holzböden, vorbei an hölzernen Wandvertäfelungen sowie unter dem spätgotischen Holzgewölbe mit geschnitzten Köpfen an den Kämpfern der Rippen schreitet man zur Betempore mit Kniebänken, von wo aus man direkt auf den Hochaltar schauen und die Messen durch Glasfenster verfolgen kann, ohne selbst gesehen zu werden. Empfohlen sei nach dem Museumsbesuch ein Gang in den Chorumgang der Liebfrauenkirche, wo der Gebetserker mit einem opulenten spätgotischen Schnitzwerk auf sich aufmerksam macht. Die Tribüne darunter war übrigens für das Personal bestimmt.

Diese bauliche Situation wie auch die Exponate verdeutlichen augenfällig die seinerzeit bestimmende Rolle der Religion. Dies gilt auch für das Signaturexponat unter den rund 600, auf drei Etagen verteilten Objekten, das um 1480 von einem nicht namentlich bekannten Meister illustrierte Porträt Lodewijk van Gruuthuses. Schwarz gewandet und betend die Hände gefaltet, steht der Hausherr mit klassisch anmutender Helmfrisur in tiefer Frömmigkeit vor einem roten Hintergrund.

Die breit aufgefächerte Kollektion aus Skulpturen, Gemälden, Glasfenstern, Wandteppichen, Einrichtungsgegenständen, sakralen Objekten, schriftlichen Dokumenten oder bibliophilen Kostbarkeiten gruppiert sich unter drei Leitmotiven. Die Stadt Brügge zur burgundischen Zeit, die anschließenden, oft vernachlässigten Abschnitte sowie das 19 Jahrhundert bilden die Schwerpunkte. Die erfreuliche Konzentrierung auf aussagekräftige und hochwertige Exponate vermittelt wesentliche Faktoren der Stadthistorie. Nach Architekturmodellen, die auch als Fühlstationen für Blinde ausgelegt sind, sowie historischen Stadtkarten bieten zahlreiche kunsthandwerkliche Stücke ein Vergnügen für jeden Kunstinteressenten. Verzierte Kasten- und Kabinettschränke aus dem 15. und 16 Jahrhundert, der Griff eines reich mit Schnitzwerk versehenen Abtstabes aus Elfenbein aus dem 13. Jahrhundert oder ein mit Silberbesteck und chinesischem Porzellan gedeckter Tisch als Vorstellung der Tafelkultur im 17. und 18. Jahrhundert fesseln die Augen.

Neben einer Reihe aufschlussreicher Stücke aus Sektoren des Handels führt der Rundgang vorbei an einem beeindruckenden Spitzenjackett aus der Zeit um 1700 in das neu ausgebaute Dachgeschoss. Hier lädt der multimedial ausgerichtete Saal „Studio+“ dazu ein, selbst künstlerisch aktiv zu werden, Kenntnisse zu vertiefen oder von der gleichfalls neu erschlossenen Loggia einen Blick auf das mittelalterliche Stadtbild zu werfen, das ideal die zuvor gesehenen Gegenstände ergänzt.

Das Gruuthusemuseum in Brügge hat täglich außer montags von 9:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist er kostenlos. Der neue Museumsführer ist in Niederländisch, Englisch und Französisch erschienen und kostet im Museum 12 Euro.

Kontakt:

Gruuthusemuseum

Dijver 17c

BE-8000 Brügge

Telefon:+32 (050) 44 87 11



16.09.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Koppchen und Teekanne im Imari-Stil, China und Japan, 18. Jahrhundert
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In der Ausstellung des Gruuthusemuseums in Brügge
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Blick vom Oratorium in der Chor der Liebfrauenkirche
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Neugotische Deckengestaltung im Gruuthusemuseum in Brügge
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Koffer in Namban-Lackwerk, Japan, um 1586/1600
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Kabinettschrank, Antwerpen, 1651/75

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Neugotische Deckengestaltung im Gruuthusemuseum in Brügge

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im Oratorium

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Die neugotische Eingangshalle des Gruuthusemuseums

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Krümme eines Abtsstabes aus dem Zisterzienserkloster Ten Duinen, Nordfrankreich, 1201/25

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Koppchen und Teekanne im Imari-Stil, China und Japan, 18. Jahrhundert

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Blick aus dem Gruuthusemuseum auf Brügge

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Koffer in Namban-Lackwerk, Japan, um 1586/1600

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Das Gruuthusemuseum in Brügge mit dem neuen Eingangspavillon

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In der Ausstellung des Gruuthusemuseums in Brügge

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Blick vom Oratorium in der Chor der Liebfrauenkirche

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In der Ausstellung des Gruuthusemuseums in Brügge

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